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Hoeneß war nach der 23. Meisterschaft mit Team und Trainer hochzufrieden. Im Interview sprach er über schwierige Entscheidungen, die sich jetzt als richtig herausgestellt hätten.

München. Mit einem 1:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat der FC Bayern München bereits am 28. Spieltag die Meisterschaft perfekt gemacht. Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich überaus zufrieden und lobte vor allem die professionelle Einstellung von Mannschaft und Trainer.

„Die pure Freude haben wir zwar nicht rausgelassen, aber sie ist trotzdem da! Man muss sich das mal vorstellen: Acht Spieler haben ihre erste Meisterschaft gewonnen. Da kann man damit rechnen, dass vor Freude alle ausflippen - aber nein!“, stellte Hoeneß im Interview auf Bild.de fest.

Champions-League-Gewinn als ultimatives Ziel

„Die Spieler haben im Flugzeug verrückte Musik gehört, vielleicht auch mal kurz getanzt, ich habe nicht so nach hinten geschaut. Jedem ist ein Glas Champagner angeboten worden. Aber ich glaube, nicht jeder hat auch eins getrunken. ... Insgesamt habe ich schon auf dem Rückflug eine Konzentration festgestellt wie sonst noch nie. Diese Stimmung herrscht im ganzen Verein. Zeit zum Feiern gibt es noch genügend“, erklärte Hoeneß.

„Im Jahr der Rekorde“ ist man bei den Bayern mit dem bisher erreichten dennoch sehr zufrieden: „Wir müssen nun versuchen, alles zu gewinnen! Aber: Selbst wenn das nicht so sein sollte, würden wir nicht sagen: Dieser Meistertitel ist nix. Im Gegenteil! 20 Punkte Vorsprung und all die Rekorde, das ist eine überragende Leistung der Mannschaft und ihres Trainers“, versuchte Hoeneß den Druck zu relativieren.

Trotzdem scheint die Chance auf das Triple noch nie so groß gewesen zu sein, wie in dieser Spielzeit. „Wir spielen eine fantastische Saison.“ Für eine perfekte Saison „müsse man den Champions-League-Titel holen“, so Hoeneß.

Heynckes Vater der Erfolge

Als Erfolgsgarant soll sich dabei Trainer Jupp Heynckes erweisen, dem alle Experten grandiose Arbeit in dieser Saison attestieren. „Ich freue mich für Jupp ganz besonders. Bei den Szenen, als Basti (Schweinsteiger; d. Red.) ihn aufs Feld geholt hat und die Spieler ihn hochfliegen ließen, hatte ich Tränen in den Augen“, gab Hoeneß nach Spielende in Frankfurt zu.

Nach der enttäuschenden Vorsaison mit dreimal Platz zwei und der Verpflichtung von Pep Guardiola, war man gespannt, wie sich Heynckes in seiner letzten Amtszeit bei den Bayern schlagen würde. „Ich habe nicht verstanden, warum er im vergangenen Jahr so in der Kritik stand. Wir haben fast drei Titel geholt. Andere Vereine hätten ihrem Trainer dafür ein Denkmal aus Gold gegossen. Ich finde es bewundernswert, wie Jupp nach Weihnachten noch konzentrierter gearbeitet hat. Viele meinten ja, er würde zu einer ‚Lame Duck‘, nachdem klar war, dass wir Guardiola verpflichten. Das Gegenteil ist der Fall“, stellte der Bayern-Präsident zufrieden fest.

Der Fall Dortmund

„Wir haben die Pole Position in Deutschland wieder übernommen. Die letzten zwei Jahre mit Dortmund als Meister haben uns schon sehr irritiert, vor allem auch das 2:5 im Pokalfinale gegen Dortmund. Wir haben uns danach in vielen harten Sitzungen die Frage gestellt, ob wir nicht total umdenken müssen. Wir haben analysiert - und dann die Lähmung abgeschüttelt, Entscheidungen getroffen, Weichen gestellt. Es ist aus heutiger Sicht alles aufgegangen. Auch, Matthias Sammer für Christian Nerlinger zu holen, was damals eine harte Entscheidung war“, gab Hoeneß zu.

In der Champions-League könnten die beiden Dauerrivalen in dieser Saison aufeinander treffen und es so zum absoluten Showdown kommen. „Wir haben nie gesagt, dass Dortmund eine schlechte Saison spielt. Aber ihr Kader ist nicht breit genug, um erfolgreich auf zwei oder drei Hochzeiten zu tanzen. Das hatten wir ähnlich in der letzten Saison. Heute haben wir bei der Rotation, die Jupp perfekt beherrscht, keinen Qualitätsverlust im Team“, erklärte Hoeneß.

Ob es tatsächlich zum Aufeinandertreffen kommt, wird sich zeigen. „Ich bin da abergläubisch. Erst mal müssen beide weiterkommen. Für Dortmund wird es nach dem 0:0 in Malaga nicht leicht, und uns erwartet ein Sturmlauf der Italiener. Fragen Sie mich das am Donnerstag nochmal“, gab sich Hoeneß zurückhaltend.

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