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Seit sechs Spielen ist Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga ohne Sieg. Beim 0:3 in Hoffenheim enttäuschte der Aufsteiger total. Tesche sagt: „Jetzt müssen wir unbedingt gewinnen.“

Sinsheim. Wie angespannt die Lage in Düsseldorf ist, zeigte eine Szene in Leverkusen, in der das Thema Dortmund war. Klingt paradox, war aber so. In Leverkusen spielte am Samstag Bayer gegen Wolfsburg, und in der Halbzeitpause ließ ein Fortuna-Fan, der das Treiben in der BayArena unparteiisch verfolgte, seinem Unmut freien Lauf, als er die Zwischenstände aus den anderen Stadien vernahm.

Das könne ja wohl nicht sein, was Jürgen Klopp da macht, wetterte er. Was den Mann so in Rage brachte, war die Startaufstellung des BVB gegen Augsburg. Ohne Weidenfeller! Ohne Götze! Ohne Lewandowski! Und dann das: 2:1 führte Augsburg zur Pause. Der Mann rief: „Wettbewerbsverzerrung!“ Für den Fall, dass Dortmund tatsächlich verliert, drohte er: „Dann wünsche ich ihnen das Aus in der Champions League gegen Malaga.“

Soweit wird es nun doch nicht kommen, der BVB gewann mit 4:2, und der Düsseldorfer Vorsprung auf Platz 16 beträgt weiterhin fünf Punkte. Dennoch: Bei Fortunas Anhängerschaft geht nach dem 0:3 bei 1899 Hoffenheim die Angst vor dem sofortigen Wiederabstieg um, und zwar mehr denn je in dieser Saison.

So reicht es für die Bundesliga nicht

Wer die Vorstellung der Mannschaft von Norbert Meier beim Tabellen-17. sah, kann die Sorgen gut verstehen. Phasenweise war Fortuna zwar feldüberlegen – worauf sich einige Optimisten nun berufen -, alles in allem war es aber eine Leistung, die für die Bundesliga schlichtweg nicht reicht. Im Spiel nach vorne fehlten – auch bedingt durch das frühe Aus von Mathis Bolly wegen einer Oberschenkelverletzung – Ideen, auf der anderen Seite durften sich die Hoffenheimer mehrfach munter durch die Düsseldorfer Abwehr kombinieren.

Dazu kamen viele individuelle Fehler, schwache Ecke, Flanken ins Toraus, Konzentrationsschwierigkeiten und Stockfehler. Das Ergebnis fiel am Ende zwar ein Tor zu hoch aus, aber von einem Punktgewinn war die Fortuna am Freitagabend soweit entfernt wie 1899 von einem vorderen Platz im Beliebtheitsranking des deutschen Fußballs.

Während die Gastgeber unter dem neuen Trainer Markus Gisdol eine passable Vorstellung ablieferten und wieder auf den Klassenverbleib hoffen dürfen, herrschte bei den Gästen nach Schlusspfiff Frust. „Wir haben uns schwer getan, uns vernünftige Torchancen herauszuspielen. Die letzte Konsequenz, das Tor machen zu wollen, hat uns gefehlt“, sagte Mittelfeldspieler Oliver Fink. Trainer Meier bewertete das Geschehen ähnlich: „Wir haben es nicht verstanden, in der Endkonsequenz unsere Chancen zu nutzen oder sie bis zum Ende durchzuspielen.“

Fortunas Faustpfand war in dieser Saison lange die gute Defensivarbeit und die Kampfbereitschaft, dazu kam eine enorme Effektivität im Angriff. Während es am Einsatzwillen weiterhin nicht mangelt, lassen vor allem die Darbietungen in der Defensive derzeit zu wünschen übrig. Und auch das blitzschnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff funktioniert momentan nur selten.

In der Hinrunde gelang die Trendwende

Was Hoffnung macht? Zum Beispiel eine Erfahrung aus der Vorrunde. Da holte die Fortuna zwischenzeitlich aus sechs Spielen nur einen Punkt, um dann den Hamburger SV mit 2:0 zu schlagen, in Dortmund ein 1:1 zu holen und gegen Eintracht Frankfurt gar mit 4:0 zu gewinnen.

Vielleicht ist alles auch gar nicht so dramatisch. Vielleicht ist es tatsächlich so, wie es Meier seit Monaten nach jeder Niederlage gebetsmühlenartig wiederholt: „Auch aus diesem Spiel werden wir lernen.“ Und wahrscheinlich ist es ganz normal, dass sich bei einem Aufsteiger, zumal angesichts von 15-jähriger Bundesliga-Abstinenz finanziell nicht auf Rosen gebettet, gute und schlechte Phasen abwechseln.

Es sind nur Spekulation, entschieden wird die Abstiegsfrage auf dem Platz. Drum reicht es wohl, den Worten von Robert Tesche zu lauschen. Der sagte nach der Pleite im Kraichgau: „Wir müssen nun unbedingt das Heimspiel gegen Bremen gewinnen. Alles andere ist vollkommen egal.“

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