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Es ist nur beinahe ein Déja-vu. Wie vor Wochenfrist winkt die 23. Meisterschaft, doch diesmal hat Bayern München alles selbst in der Hand. Gefeiert soll aber erst später.

München. Es wird keine Feier, bei der alles außer Rand und Band gerät, sollte Rekordmeister FC Bayern München den 23. Titel am Samstag perfekt machen. Bier sei keines bestellt, versicherte Mediendirektor Markus Hörwick. Die obligatorische Weißbierdusche wird also vertagt.

Aber ein so rigoroses Verbot wie vor einer Woche wurde vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr) gleichwohl nicht ausgerufen. „Es wäre“, sagte Trainer Jupp Heynckes, „ein großes Ereignis für uns alle. Wir würden uns wahnsinnig freuen. Wenn jemand gerne ein Bier trinken will, soll er das machen.“

Aber, und das vergisst der 67-Jährige ebenfalls nicht zu erwähnen, „alles in Maßen, wie das im Leben ist. Wir werden moderat feiern.“ Denn, bei all dem Gerede über mögliche Siegespartys, am Mittwoch wartet das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League bei Juventus Turin. Der FC Bayern hat - erst recht nach dem 2:0 im Hinspiel - noch andere Ziele als den Bundesliga-Triumph. „Das ist immer im Hinterkopf, wenn wir deutscher Meister werden sollten“, sagte Heynckes, der sich selbst "mit einem Glas Rotwein“ belohnen möchte.



Erst feiern, wenn Zeit dazu ist

Auch Sportvorstand Matthias Sammer hatte im Gespräch mit dem SID durchaus ein Gläschen in Aussicht gestellt. Bis zum Duell in Turin ist ja diesmal auch ein Tag mehr Zeit als vorige Woche. „Aber wir müssen es vielleicht anders machen als sonst üblich, wenn man bis morgens feiert“, sagte Sammer, aber „die Freude über das nach harter Arbeit erreichte“ dürfe die Mannschaft schon ausdrücken.

Heynckes und Sammer gehen davon aus, dass die Spieler volles Verständnis für die Partybremse haben werden. Viel zu groß sei der Hunger nach Titeln, „die Gier“, wie es Sammer nennt. „Verbote gibt es nicht“, sagte der Coach, „weil ich weiß, dass meine Mannschaft sehr diszipliniert ist.“ Javi Martínez zum Beispiel, denkt gar nicht ans Feiern. „Wir haben gar keine Zeit dafür, wir sind noch in drei Wettbewerben“, sagt der Spanier, „aber wenn wir Zeit haben, holen wir es gebührend nach.“

Frankfurter „Vehemenz“ erwartet

Bevor aber überhaupt über das eine oder andere Bierchen nachgedacht werden kann, sollte sich der FC Bayern bei der Eintracht durchsetzen. Ein Team, dass nicht nur die Münchner mit ihren starken Leistungen überrascht hat und im Rennen um die internationale Plätze voll mitmischt. „Mit Vehemenz“ werde die Elf von Armin Veh agieren, glaubt Heynckes, der daher „keinen Spaziergang“ erwartet. Aber der Ligakrösus will natürlich weiterhin ohne Auswärtsniederlage bleiben und „das Werk vollenden“, wie der Coach sagt.

Schützenhilfe braucht es dazu nicht mehr - aber wenn Borussia Dortmund gegen Augsburg Federn lassen sollte, können die Bayern sich sogar eine Pleite erlauben. Darauf wollen die Münchner es aber nicht ankommen lassen. „Wir müssen uns daran messen lassen, wie wir gegen Juve gespielt haben“, sagte Sammer.



Shaqiri ersetzt wohl Kroos

Xherdan Shaqiri wird dabei wohl den bis Saisonende ausfallenden Toni Kroos ersetzen. Heynckes kündigte jedenfalls an, dass der kleine Schweizer nun „mehr Einsatzmöglichkeiten“ bekommen werde. „Das ist gut für den Jungen, er ist ein außergewöhnlicher Spieler“. Shaqiri wil in Frankfurt „unbedingt Meister werden“ und hofft mit einem Sieg auch auf einen „Schub für Turin“.

Rekorde am Fließband

Im Erfolgsfalle wäre der FC Bayern am Samstag zwei Runden früher Meister als beim eigenen Rekord 1973 und 2003. Das früheste Meister-Datum würde er um 12 Tage unterbieten (1. FC Köln am 18. April 1964). Und der elfte Sieg innerhalb einer Saison in Serie würde die Bestmarke von Gladbach und Wolfsburg überbieten. Rekorde, die die Bayern derzeit nur am Rande interessieren. So wie die Bierduschen, aber die gibt es sicher auch irgednwann noch.

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