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Werder-Trainer Thomas Schaaf will zukünftig wieder vermehrt erfahrene Spieler verpflichten. Ein Umbruch im Verein erfordere aber auch Zeit und Geduld.

Bremen. Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf will in Zukunft wieder vermehrt erfahrene Spieler verpflichten und nicht nur auf die Jugend setzen. Besonders in Anbetracht der finanziellen Mittel warnt er aber vor zu hohen Erwartungen und fordert Geduld.

Erfahrung statt Talent

Mit einem Durchschnittsalter von nicht einmal 24 Jahren stellt Werder Bremen in dieser Saison die jüngste Mannschaft aller Bundesligisten. Der Erfolg lässt bislang jedoch auf sich warten, mit 31 Punkten stehen die Hanseaten auf Platz 14. Vom internationalen Geschäft kann im Moment an der Weser keine Rede sein, eher könnte noch der Abstiegskampf ein Thema werden.

Auch deshalb will Trainer Thomas Schaaf in Zukunft  des Öfteren von der bisherigen Taktik auf dem Transfermarkt abweichen. Im Interview mit Sport Bild erklärte er, „künftig nicht weiter nur auf junge Leute setzen“ zu wollen. „Wir müssen auch Spieler dazugewinnen, die eine gewisse Erfahrung haben und auch schon etwas nachgewiesen haben, um mehr Stabilität und Sicherheit reinzubekommen.“

„Erheblicher Schnitt“ zu Beginn der Saison

Einige Spieler, die dieser Beschreibung entsprechen, hatte Bremen zu Beginn der Saison abgeben müssen. Mit Tim Wiese (1899 Hoffenheim) und Torjäger Claudio Pizarro (Bayern München) verlor der Verein zwei seiner größten Leistungsträger und Führungsspieler.

„Wir mussten vor der Saison einen erheblichen Schnitt machen“, resümiert Schaaf, auch deshalb sei es nicht verwunderlich, dass das Team bislang noch viele Schwächen offenbart. Denn gerade ein Umbruch in dieser Größenordnung erfordere eine Menge Geduld: „Man muss schon lernen, dass gewisse Dinge nicht auf einmal zu realisieren sind.“

Trotz der derzeitigen Krise mahnt der Chefcoach daher zur Ruhe: „Man muss die Situation doch seriös bewerten. Sicher läuft nicht alles nach Plan. Aber es ist nicht alles schlecht.“

Weil Werder auch finanziell nicht unbedingt viel Spielraum hat, sind auch die Möglichkeiten des 51-Jährigen begrenzt. „Wir können nicht Millionen Euro in neue Spieler investieren, die wir nicht haben. Darum muss man die Ansprüche auch senken.“ Man habe die Champions League nie als Zielsetzung ausgegeben, nicht einmal vom unbedingten Erreichen der Europa League sei die Rede gewesen.

Einige Fans forderten einen Trainerwechsel

Von Seiten der Fans wurden zuletzt dennoch häufiger auch Stimmen laut, die die Entlassung des Bremer Urgesteins forderten. „Jeder kann seine Meinung sagen“, gibt sich Schaaf aber gelassen und weist Kritik an seiner Arbeit zurück.

Die Entscheidung läge letztendlich sowieso bei den Verantwortlichen im Verein. „Und wenn sie die Einschätzung haben, ich sei nicht mehr der Richtige, dann werden sie mir das sagen.“ Bislang aber beschäftigt sich der Trainer nicht mit einem Wechsel: „Ich habe meinen Vertrag, den versuche ich zu erfüllen. Und ich versuche hier, sinnvolle Arbeit zu leisten.“

Seit 1999 ist Thomas Schaaf als Trainer bei Werder Bremen tätig. Mit der Mannschaft gewann er 2004 die Deutsche Meisterschaft und insgesamt dreimal den DFB-Pokal (1999, 2004, 2009).

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