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Die neue Arbeitswoche beginnt für Sky-Chef-Kommentator Marcel Reif mit einem Paukenschlag. Der 63-Jährige erhielt vom DFB eine Sperre, die es in dieser Form noch nie gab.

München. Aus der Fußballberichterstattung ist Kommentator Marcel Reif eigentlich kaum noch wegzudenken. Seit 1972 arbeitet der mittlerweile 63-Jährige beim Fernsehen. 1984 landete er in der ZDF-Sportredaktion, wurde 1996 zum Sportchef bei RTL, wo er zwischen 1994 und 1999 als Fußball-Chef-Kommentator fast wöchentlich in der Champions League im Einsatz war. Seit 1999 ist seine Stimme beim Pay-TV-Sender Premiere/Sky regelmäßig zu hören. Nun bekommt Reif einen Maulkorb verpasst - und das ausgerechnet vom deutschen Fußball-Bund. Der DFB sanktioniert den Sky-Chef-Kommentator, eine Sperre, die es in dieser Form bisher noch nie gab: Fünf Bayern-Spiele in Folge darf Reif keine Partie des Rekordmeisters kommentieren.

Droht Reif auch das Aus bei BVB-Spielen?

Ob es nach diesem „hartem Urteil“, wie Sky Deutschland es in einer offiziellen Stellungnahme nennt, bleibt, ist allerdings fraglich, denn vor allem aus der Dortmunder Fanszene war zuletzt mehrfach zu hören, dass man Marcel Reif auch gerne bei den Spielen des Doublesiegers aus dem Verkehr nehmen würde. Bei den Fans des BVB hat Reif einen schweren Stand, kam zuletzt mehrfach bei den Spielen der Dortmunder zum Einsatz und wurde danach stets mit Kritik überzogen. Das „Bayern-Urteil“ dürfte die BVB-Fans darin bekräftigen, einen dementsprechenden Antrag an den DFB zu richten.

„Bayern-Faktor“ stürzt Sky-Chef-Kommentator

Der populärste Fußball-Kommentator Deutschlands ist gleichzeitig auch der umstrittenste in seiner Branche und das bekommt er nun auch deutlich zu spüren. Längst formieren sich im Internet Gruppierungen, die für ein Kommentar-Verbot des 63-Jährigen sind. Beim sozialen Netzwerk Facebook hat die unter dem Namen „Marcel Reif - Kommentarverbot!“ gegründete Gruppe noch immer über 62.000 Fürsprecher, obwohl diese am 18. November 2012 geschlossen wurde.

„Ich kann mit dieser Gefällt mir / Gefällt mir nicht-Sache nichts anfangen“, erklärte der mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Fußball-Kommentator im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem Kabelanbieter unitymedia. Längst gibt es auch bei Facebook weitere Gruppen, die schon fast 10.000 Fürsprecher haben. Reif weiter: „Was soll ich tun? Ich kann mich jetzt und hier mit Ihnen auseinandersetzen, aber auf diese Weise geht das nicht. Der eine hält mich dort für eine 'Bayern-Sau', andere denken genau das Gegenteil. Was soll ich damit anfangen? Verstehen Sie mich nicht falsch, die Fans dürfen das, und ich kenne das auch [...] Aber ich habe auch so viel Selbstbewusstsein, dass ich glaube, dass es genauso 75.000 Menschen gibt, die mich gerne hören.“ Ein Sammel-Antrag für ein Kommentar-Verbot, bei dem vor allem vom sogenannten „Bayern-Faktor“ die Rede ist, hatte nun Erfolg, auch weil Marcel Reif darauf verzichtet, dagegen anzugehen.



Bayerns Bundesliga-Spieltage 28 bis 32 ohne Reif

Ob aus Schutz oder aus berechtigten Gründen, der DFB nimmt Reif für die Bundesliga-Spieltage 28 bis 32 aus der Schusslinie. In der Urteilbegründung des DFB heißt es:

„Herr Reif fiel in dieser Saison bei der Berichterstattung von Spielen des Bundesligisten FC Bayern München zunehmend mit seinem hoch lobenden Sprachgebrauch im Zusammenhang mit dem deutschen Rekordmeister auf. Zahlreiche Fans und Anhänger der deutschen Bundesliga formierten sich daraufhin im Internet und sprachen sich für ein Kommentar-Verbot für Herrn Reif aus. Dem Antrag dieser Gruppierungen wurde nach eingehender Prüfung stattgegeben. Herr Reif wurde daraufhin für fünf Spiele des FC Bayern gesperrt - auf einen Einspruch verzichtete sein Arbeitgeber Sky Deutschland, somit ist das Urteil rechtskräftig. Die Sperre greift nicht auf internationaler Ebene, in diesem Fall der Champions League. Betroffen sind somit nur die kommenden fünf Bundesliga-Spieltage. Beim Saisonfinale an den Spieltagen 33 und 34 darf Herr Reif wieder für Spiele des FC Bayern eingesetzt werden.“

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