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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Khalid Boulahrouz
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2006 & 2008 bis 2012

Vereine in Deutschland: Hamburger SV, VfB Stuttgart

Einsätze:
116

Tore:
3

Erfolge:
UI Cup Sieger 2005
Ein robuster Zweikämpfer

Khalid Boulahrouz ist ein Abräumer in der Abwehr, der kaum einen Zweikampf herschenkt. In der Bundesliga wurde er auch durch seine Härte bekannt, kassierte er doch in 116 Spielen 29 Gelbe Karten und zwei Gelb-Rote. Trotz seiner robusten Spielweise agierte er aber nicht unfair.


In den Niederlanden machte Khalid Boulahrouz seine ersten Erfahrungen in der Jugend von Ajax Amsterdam. Seine erste Profi-Station war aber der AZ Alkmaar. Dort fasste er Fuß, konnte sich allmählich in den Vordergrund spielen. Schließlich verschlug es ihn zu RKC Waalwijk, seine letzte Station in den Niederlanden. Denn 2004 verließ er den Klub und kickte fortan zum ersten Mal in der Bundesliga - beim Hamburger SV.

Für die Hanseaten sollte er zu einem echten Glücksgriff werden. Denn für etwa 1,5 Millionen Euro wechselte er an die Elbe. Mit starken Leistungen bot er sich für höhere Aufgaben an und wurde schließlich 2006 mit einem satten Gewinn an den FC Chelsea verkauft. Die Briten ließen sich die Dienste des Niederländers 13 Millionen Euo kosten.

Allerdings konnte sich der Innenverteidiger auf der Insel nie entscheidend durchsetzen, wurde deshalb von 2007 bis 2008 an den FC Sevilla verliehen. Nach diesem Jahr wechselte er schließlich für eine Ablöse von rund fünf Millionen Euro zum VfB Stuttgart. Die Bundesliga hatte einen nicht-vergessenen Abwehrspieler wieder, der seine Qualitäten längst bewiesen hatte.

Als Rechtsverteidiger konnte er sich dort in den Vordergrund spielen. 2012 war dann aber für ihn im Schwabenland Schluss. Aus finanziellen Gründen musste der VfB den Spieler abgeben. Fredi Bobic sagte damals: "Es fällt uns nicht einfach, denn er hat einen fantastischen Charakter. Khalid hat die Entscheidung aufgefasst wie ein Mann."

Er fand auch relativ schnell einen neuen Verein, spielt seither bei Sporting Lissabon in Portugal. Allzu rund läuft es aber für den mittlerweile 31-Jährigen nicht. Er kam in der Liga bisher nur neun Mal zum Einsatz, war oft verletzt und konnte sich deshalb noch nicht festspielen. Sportlich ist er etwas in den Hintergrund gerückt. Wer seinen Namen googelt findet vor allem Informationen zu seiner Frau, die eine Rolle beim Ehe-Aus von Sylvie und Rafael van der Vaart gespielt haben soll. Boulahrouz' Vertrag in Portugal läuft noch bis zum Ende der nächsten Saison. Es gibt eine Option auf ein weiteres Jahr.

Lincoln
In der Bundesliga: Von 2001 bis 2007

Vereine in Deutschland: 1. FC Kaiserslautern, FC Schalke 04

Einsätze:
136

Tore:
32

Erfolge:
Vizemeister 2005 und 2007, DFB-Pokalfinale 2003 und 2005, Ligapokal-Sieger 2006
Die geniale Diva

Lincoln galt in Deutschland immer gleichermaßen als schwer und genial. Fußballerisch konnte er jeder Mannschaft in der Bundesliga weiterhelfen. Charakterlich konnte er aber auch jedem Team schwer zusetzen. Wer den Brasilianer verpflichtete, hatte den Ärger mit unter Vertrag genommen. Aber eben auch die tollen Tore und genialen Pässe.


1997 begann die Karriere von Spielmacher Lincoln in seiner brasilianischen Heimat. Für Atletico Mineiro spielte er auf - und sich in den Vordergrund. Deshalb wurden auch andere europäische Klubs auf das Talent aufmerksam. Den Zuschlag sicherte sich schließlich 2001 ein deutscher Verein. Der 1. FC Kaiserslautern nahm Lincoln unter Vertrag. In der Pfalz spielte er drei Jahre. Bis 2004 deutete er dort seine Klasse bereits an, aber auch seine menschlichen Probleme wurden deutlich.

Den FC Fchalke 04 hielt das nicht ab, den Spieler unter Vertrag zu nehmen. Drei Jahre lang spielte er in Gelsenkirchen, pendelte auch dort zwischen Genialität und Problemen. Erst 2007 verließ er wieder die Bundesliga - mit einer verdammt starken Bilanz.

In 136 Spielen gelangen im 32 Tore und 34 Vorlagen. Zwei Mal stand er im Endspiel des DFB-Pokals, zwei Mal war er zudem Vizemeister. Als er sich 2007 Galatasaray Istanbul anschloss, war ihm ein großer Titel in Deutschland verwehrt geblieben.

In der Türkei spielte er bis 2011, dann ging er zurück in seine Heimat, wo er bis heute spielt. Erst Palmeiras Sao Paulo, dann eine Leihe bei Avai Futebol Clube. Im Januar 2012 wechselte er ablösfrei zum FC Coritiba. Dort lässt der mittlerweile 34-Jährige seine Karriere ausklingen. Seine genialen Momente vermisst Deutschland in jedem Fall. Seine Eskapaden aber wünschen sich die Trainer und Manager der Bundesliga sicher nicht zurück.

Jonathan Pitroipa
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2011

Vereine in Deutschland: SC Freiburg, Hamburger SV

Einsätze:
78

Tore:
6

Erfolge:
keine
Der talentierte Flügelflitzer

Jonathan Pitroipa war eine der besten Entdeckungen, die Volker Finke während seiner langen Karriere beim SC Freiburg an Land zog. Der Mann aus Burkina Faso wurde in der Bundesliga von nahezu jedem Verein umworben.


Jonathan Pitroipa hat in seiner Karriere bisher nicht allzu viele Vereine in seiner Vita aufgelistet. 2004 lotste ihn Volker Finke aus Burkina Faso in den Breisgau. Pitroipa konnte sich auf dem Flügel direkt einen Namen machen. Auffällig: seine sehr gute Ballbehandlungen vor allem wenn er Tempo aufnahmen. Den ein oder anderen Abwehrspieler konnte er damit zur Verzweiflung bringen. Auch deshalb wurden andere Vereine auf ihn aufmerksam.

Umso bitterer für den Sportclub, dass es 2008 keine Ablöse mehr gab, als der gereifte Mittelfeldspieler sich dem Hamburger SV anschloss. Für den SC Freiburg hatte er unter anderem auch 76 Spiele in der 2. Liga absolviert. Beim Hamburger SV spielte Pitroipa in den folgenden Jahren durchaus eine Rolle, den ganz großen Durchbruch schaffte er aber nicht.

Wohl auch deshalb entschied er sich 2011 für einen Wechsel. Für etwa 3,5 Millionen Euro wechselte er nach Frankreich zum FC Stade Rennes. In seiner ersten Saison kam er nur in zwei Ligaspielen nicht zum Einsatz, erzielte in 36 Spielen sieben Tore und bereitete zehn vor. Er war von Beginn an ein Leistungsträger in seinem neuen Team.

In der laufenden Saison kam er 23 Mal in der Liga zum Einsatz (sechs Tore, fünf Vorlagen). Er spielt noch immer eine wichtige Rolle in der Mannschaft uind gilt als Leistungsträger. Sein Marktwert ist laut transfermarkt.de auf rund 6,5 Millionen Euro gestiegen. Der Vertrag des 26-Jährigen läuft noch bis 2015, womöglich sehen wir ihn danach in Deutschland wieder...

EURE MEINUNG: Boulahrouz, Lincoln, Pitroipa - Wer hat Euch in der Bundesliga am meisten überzeugt?

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