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Nachdem der Bayern-Präsident den Schweizer Funktionär attackierte, schaltet sich nun sein Amtsvorgänger in die Diskussion ein und nimmt Blatter in Schutz.

München. Franz Beckenbauer hat FIFA-Präsident Sepp Blatter gegen die Kritik von Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß verteidigt. Hoeneß' harsche Worte an die Mannschaft des Rekordmeisters hält der „Kaiser“ hingegen für angemessen.

„Also lasst ihn arbeiten“

„Uli Hoeneß kennt die Strukturen wenig. Die Vorwürfe, die man Sepp Blatter oder der FIFA manchmal macht, die sind nicht gerechtfertigt. Mir ist das zu viel Populismus“, erklärte Beckenbauer bei Sky Sport News HD. Es gebe keinen besseren Präsidenten als Blatter, betonte der 67-Jährige: „Also lasst ihn arbeiten.“

SCHWEINSTEIGER ZUR SAISON
Dabei räumte Beckenbauer ein, dass die Außendarstellung des Weltverbandes nicht optimal sei: „Die FIFA ist durch die Korruptionsvorwürfe etwas in Schieflage geraten. Wenn aus so vielen Ländern Menschen zusammenkommen, ist es schwer, unsaubere Machenschaften zu verhindern.“

Hoeneß hatte den möglichen Rücktritt Blatters im Kicker als „eine der besten Botschaften, die er in den letzten drei Jahren in die Welt sandte“ bezeichnet und angefügt: „Wenn ich für diese FIFA, in der jeden Tag etwas anderes ist, verantwortlich wäre, würde ich verrückt werden. Wenn zehn Prozent davon bei Bayern München passieren würden, würde ich sofort abtreten.“

Beckenbauer fordert Champions-League-Titel

Hoeneß solle sich laut Beckenbauer mit seiner Kritik auf Bereiche beschränken, in denen er sich auskennt - wie etwas dem Bayern-Team: „Es ist vollkommen richtig, dass Uli Hoeneß die Mannschaft kritisiert hat. Er ist der Chef im Ring. Beim FC Bayern hat sich der Schlendrian eingeschlichen. Das Team spielt eindeutig schlechter als in der Hinrunde“, sagte der Kaiser über Hoeneß' harschen Worte nach Bayerns 0:2-Niederlage gegen den FC Arsenal.

Bayern-Ehrenpräsident Beckenbauer setzte der Mannschaft zudem hohe Ziele für die laufende Saison: „Wenn man das Team als den besten FC Bayern aller Zeiten bezeichnen will, muss man auch schauen, was hat die Mannschaft erreicht: Die Deutsche Meisterschaft ist für den FC Bayern sicher. Im Pokal ist man auch auf einem guten Weg. Aber man muss die Champions League gewinnen. Wenn man in die Geschichte eingehen will, dann muss man ein paar Mal hintereinander die Champions League gewinnen.“

Das Kunststück, den Champions-League-Titel zu verteidigen, ist bislang noch keiner Mannschaft gelungen. Zuletzt verteidigte der AC Mailand in der Saison 1989/90 erfolgreich den Europapokal der Landesmeister, der als Vorgängerwettbewerb gilt. Der FC Bayern München gewann diesen Titel von 1974 bis 1976 unter Kapitän Franz Beckenbauer drei Mal in Folge.

„Juve ist eine Spitzenmannschaft“

Im Viertelfinale der diesjährigen Champions League treffen die Bayern auf Juventus Turin. Beckenbauer warnte vor dem italienischen Meister: „Juve ist eine Spitzenmannschaft und international absolut konkurrenzfähig. Die Vize-Europameisterschaft hat dem italienischen Fußball sehr gut getan, sie sind hungrig.“

Besonders freut sich der Weltmeistertrainer von 1990 auf das System der Italiener, die mit dem 3-5-2 die gleiche taktische Formation wählen, wie die deutsche Nationalmannschaft beim letzten Titelgewinn. „Deutschland ist mit diesem System 1990 Weltmeister geworden. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie Juve diese Taktik gegen den FC Bayern umsetzt“, so Beckenbauer.

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