thumbnail Hallo,

Trainersuche bei Schalke 04: Horst Heldt traf sich mit Thomas Tuchel

Rund um S04 geistern die Namen der potenziellen Trainerkandidaten umher wie die Gespenster in der Geisterbahn bei sämtlichen Jahrmärkten. Den Schreck haben aber die Fans.

Gelsenkirchen. Der bitter schmeckende Abgang von Ex-Trainer Huub Stevens hat beim FC Schalke 04 eine Lawine an Spekulationen und Gerüchten ausgelöst. Wie ein unaufhaltsames Schneebrett rast sie ins Tal. Horst Heldt scheint dabei aber weder bemüht noch gewillt zu sein das Ganze zu stoppen. Armin Veh, Roberto di Matteo, Michael Büskens, David Moyes, Stefan Effenberg und neuerdings auch wieder Thomas Tuchel gelten als potenzielle Nachfolger des aktuellen Amtsträgers Jens Keller. Jeder genannte Name birgt Chance und Risiko zugleich.

Ja, nein - vielleicht?

Ein solch vehementes Dementi wie das vom 1. FSV Mainz 05 zu den Gerüchten um Trainer Thomas Tuchel gab es schon lange nicht mehr in der Bundesliga. „Völlig ausgeschlossen! Mainz 05 wird Thomas Tuchel nicht abgeben. Egal, welche Summe gezahlt wird. Nicht für 30 oder 60 Millionen Euro. Auch wenn ein Russe angefahren kommt - oder irgend so ein Scheich. Wir sind nicht gesprächsbereit“, empörte sich Mainz-Manager Christian Heidel im Dezember letzten Jahres. Auch Thomas Tuchel stritt Kontakte zu Schalke ab. Überhaupt ein Weggang vom „Karnevalsverein“ sollte als ‚nicht besprechbar‘ in der Medienlandschaft verankert werden.

Nun kam aber heraus, dass sich Horst Heldt vor einigen Wochen mit Thomas Tuchel in einem Vier-Augen-Gespräch über eine mögliche Tätigkeit bei dem Revierklub getroffen hat. Es war ein erstes Sondierungsgespräch. Inhalt war die sportliche Perspektive. Dies berichtete am Montagnachmittag der Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD. Tuchel leitet nun seit dreieinhalb Jahren die Geschicke in Mainz und ihm wird nachgesagt, dass er nun reif genug ist, den nächsten Schritt in seiner noch jungen Laufbahn zu machen. Ein Wechsel zum DFB-Pokalsieger von 2011 wäre ein solcher Schritt.

Ist Armin Veh Wunschkandidat Nummer 1?

Seit ein paar Tagen rätselt ganz Fußball-Deutschland: Bleibt Armin Veh in Frankfurt? Sein Zögern und ja, auch sein Rumgeeiere, verleitet dazu, dass man den Eindruck gewinnt, es sei längst entschieden. Zu Schalke 04 hat der Augsburger einen guten Draht, denn dort ist Horst Heldt Sportvorstand. Ein Weggefährte alter (erfolgreicher) Tage beim VfB Stuttgart. Schalke sucht einen Trainer und Armin Veh scheint auf der Wunschliste weit oben zu stehen.

Der 52-Jährige hat in der Bundesliga schon so gut wie alles erlebt. Er kennt das Geschäft und die Mechanismen in sämtlichen Situationen. Veh hat große Erfahrung und durchlief bereits einige Täler beim VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV. Schalke 04 bekäme in Armin Veh einen Routinier. Sein Umgang mit den Medien spricht für sich. Den Fußball, den er bei Eintracht Frankfurt spielen lässt, ist der, den Schalke 04 sich für die Zukunft wünscht. Kontinuität wäre für den schnelllebigen Revierklub wichtig, vor allem auf der so wichtigen Position des Cheftrainers, und diese scheint bei Jens Keller nicht möglich zu sein. Deshalb ist das Interesse an Veh keine Überraschung.

Champions-League-Sieger auf der Schalker Bank?

Sensationell und extrem überraschend gewann der FC Chelsea London 2012 die Champions League. Die taktische Spielweise empfanden viele Beobachter allerdings als Anti-Fußball. Verantwortlich für diesen großen Erfolg war Roberto di Matteo. Mit ihm soll es, wie berichtet wurde, bereits mehrere Treffen gegeben haben. Allerdings wäre Di Matteo wohl nur bei einer erneuten Qualifikation für die Königsklasse zu haben.

Der Italo-Schweizer spricht fließend die deutsche Sprache, kennt aber die Bundesliga und Schalke 04 nicht wirklich von innen. Somit wäre seine Verpflichtung ein gewisses Risiko. Der 42-Jährige ist derzeit ohne Job. Den Defensiv-Fußball, den ihm viele Experten nachsagen, lässt Di Matteo eigentlich nicht spielen. Mit dem FC Chelsea war dies nicht anders möglich, um den Henkelpott nach London zu holen – wie sein sportlicher Ziehvater Rolf Fringer Goal.com bereits wissen ließ. Roberto di Matteo ist nicht die Nummer 1 auf der Wunschliste der Schalker.

Schalke mit dem Tiger im Tank?

Eine Meldung, die ebenfalls in den letzten Wochen für Schlagzeilen sorgte: Schalke sprach mit Stefan Effenberg. Der ehemalige Spieler des FC Bayern München hat einen Trainerschein, allerdings erst seit März 2012. Effenberg hat noch keine Bundesligamannschaft trainiert, würde also komplett ohne Erfahrung als Trainer das Ruder beim S04 übernehmen.

Eine Verpflichtung wäre ein großes Wagnis und es gilt derzeit als ausgeschlossen, dass Schalke sich dieses antun wird. Ohne Referenzen ist dies kaum zu vermitteln. Der 44-Jährige wird in absehbarer Zeit höchstwahrscheinlich nicht Trainer des Revierklubs.

Der schottische Stempel?

Mit David Moyes vom FC Everton brutzelt ein bisher relativ unbekannter Name in der Schalker Gerüchteküche, vor allem aus England schwappen immer wieder Meldungen dazu nach Deutschland. Moyes ist 49 Jahre alt und wurde in Glasgow (Schottland) geboren. Er trainiert den FC Everton mittlerweile seit satten elf Jahren und wurde während dieser Zeit dreimal zum Trainer des Jahres der englischen Premier League gewählt. Er wurde bereits als Coach des FC Chelsea und als Nachfolger vom großen Sir Alex Ferguson gehandelt. David Moyes gilt als Motivationskünstler. Besonderes Augenmerk legt der Trainer auch auf die physischen Aspekte seiner Mannschaft.

Moyes gilt in England als akribischer Arbeiter, der mit wenig Mitteln aus seiner Mannschaft oft das Maximum herausholte. Ein Engagement in Deutschland wäre für den Schotten ein Traum. „Ich wollte schon immer im Ausland arbeiten. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich nach Deutschland gehen. Die Mentalität der Leute dort ist meiner sehr ähnlich“, schwärmte Moyes noch letzten Dezember. Allerdings spricht der ehemalige Spieler von Celtic Glasgow kein Deutsch. Auch hier wäre eine Verpflichtung ein großes Risiko.

Kehrt der Sohn heim?

Michael Büskens hat mit dem FC Schalke 04 1997 Geschichte geschrieben. Als Teil der „Eurofighter“ gewann der Düsseldorfer den UEFA Cup. Der größte Erfolg der langjährigen Vereinshistorie. Bei den Fans der „Knappen“ hat Büskens einen Stein im Brett. „Bujo“ sprang auch schon als Interimstrainer zweimal ein, wurde in beiden Fällen von einem neuen Cheftrainer abgelöst. Vor einigen Wochen hat die SpVgg Greuther Fürth den 44-Jährigen entlassen, ein Dreivierteljahr nach dem sensationellen Aufstieg der Franken.

Der ehemalige linke Mittelfeldspieler des S04 ist ein Trainer der sogenannten „jungen Generation“. Taktisch auf dem neuesten Stand, zielstrebig und für Schalke ganz wichtig: heimatnah. Von allen genannten Trainerkandidaten kennt Büskens die Eigenheiten und das Umfeld auf Schalke am besten. Fraglich bleibt jedoch, ob Manager Horst Heldt sich einen Trainer ins Haus holt, der eine solch große Macht bei den Schalke-Fans hat.

Horst Heldt darf sich indes bequem zurücklehnen und die ganzen Spekulationen genießen. Schalke 04 sucht einen neuen Trainer für die neue Spielzeit. Dieser wird aller Voraussicht nach nicht Jens Keller sein. Es halten sich derweil auch hartnäckig die Gerüchte, dass Heldt und Keller von vornherein die Absprache haben, dass das Engagement des derzeitigen Cheftrainers nur bis Saisonende vorgesehen ist.

EURE MEINUNG: Welcher Trainer würde am besten zu S04 passen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig