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„Pärchenkrise“ bei Bayer: Hyypiä bleibt, Lewandowski denkt an Abschied

Bei Bayer Leverkusen dreht sich das Trainerkarussell. Coach Sascha Lewandowski springt möglicherweise ab, Teamchef Sami Hyypiä soll aber weitermachen.

Leverkusen. Selbst Sportchef Rudi Völler konnte in der vertrackten Trainersituation bei Bayer Leverkusen nur bedingt Licht ins Dunkel bringen. „Sami Hyypiä macht auf jeden Fall weiter. Sascha Lewandowski überlegt zurzeit, ob er weiterhin zur Verfügung steht. Er kommt ja aus dem Jugendbereich und stellt entsprechende Überlegungen an“, sagte der Weltmeister von 1990 nach dem 1:2 im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München. Die „Pärchen-Krise“ hat rund um das Bayer-Kreuz in den letzten Tagen mächtig viel Staub aufgewirbelt.

Heynckes zurück zur Werkself?

Und Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus brachte gar eine Rückkehr von Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes, der bis 2011 beim Werksklub gearbeitet hatte, ins Gespräch. „Er kennt das Umfeld. Hyypiä kann noch ein bisschen was von ihm lernen, hat ja noch keinen Trainerschein, und würde auch Heynckes ganz sicher als Nummer 1 akzeptieren. Peter Hermann (Co-Trainer FC Bayern. d.Red.) wäre dann für die Amateurmannschaft mit Lewandowski zuständig oder im Scouting tätig. Diese Konstellation gefällt mir wahnsinnig gut. Heynckes kann ab und zu auf seinen Bauernhof fahren und sich erholen. Es passt eigentlich alles“, sagte Sky-Experte Matthäus. Heynckes, der seine Zukunft ab 1. Juli offen gelassen hatte, wird beim FC Bayern zur neuen Saison durch Pep Guardiola beerbt.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser widersprach. „Das geht gar nicht, weil Sami Hyypiä Teamchef bleiben wird“, sagte Holzhäuser dem Kölner Stadt-Anzeiger. Völler will indes ohnehin nicht den „zweiten Schritt vor dem ersten“ machen. Natürlich wolle man liebsten mit beiden, Hyypiä und Lewandowski, weitermachen, betonte der Sportchef. Vor knapp einem Jahr hatte Leverkusen das Gespann mit der Nachfolge des erfolglosen Robin Dutt betraut. Lange Zeit schien alles reibungslos zu laufen, zuletzt wurden die Zweifel aber größer, ob ein Trainerduo wirklich der Weisheit letzter Schluss ist.

Lewandowski voller Zweifeld

„Es gibt keinen Stress, keinen Streit“, erklärte die Fußball-Ikone Völler zwar fast gebetsmühlenartig. Allerdings deuten die Aussagen des Trainers mit Lizenz, Lewandowski, auf Abschied hin. „Es muss passen, nicht nur intern, sondern auch nach außen. In den letzten Tagen ist viel passiert, das einen fragen lässt, ob es das Richtige ist“, sagte der 41-jährige Lewandowski im Aktuellen Sportstudio im ZDF.

Die Entscheidung liege bei ihm, betonte der einstige Jugendcoach, der die zuletzt „entstandene Dynamik“ offensichtlich deutlich unterschätzt hat: „Vor zwei Wochen war das alles noch kein Thema!“ Allerdings war es Lewandowski, der die dauerhafte Zusammenarbeit mit dem 39 Jahre alten Teamchef Hyypiä, der auch im Sommer noch nicht über die erforderliche Trainerlizenz verfügen wird, infrage gestellt hatte. 

Trainerkarussel beginnt sich zu drehen

Dass die unnötige und selbstverschuldete Trainerdiskussion im Saisonendspurt eventuell sogar den dritten Bundesliga-Tabellenplatz und die direkte Champions-League-Qualifikation gefährden könnte, ist den Bayer-Verantwortlichen noch nicht so ganz aufgegangen. Und das Trainerkarussell dreht sich bei Bayer immer schneller. Sollte Lewandowski nämlich am Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen, muss sich Bayer nach einem neuen  „Cheftrainer“ mit Lizenz umschauen.

Der derzeitige Co-Trainer von Bayern München München und langjährige Leverkusener Coach, Peter Hermann, ist zwar eine Alternative, aber wohl nicht mehr für die Profimannschaft. „Ich bin 61, eine Zusammenarbeit im Scoutingbereich ist möglich. Im Moment denke ich nicht an mehr“, sagte Hermann am Samstag. Und auch Völler stellte klar: „Peter könnte in den Scoutingbereich eingebunden werden, aber nicht in den Trainerbereich.“

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