thumbnail Hallo,

2:1 gewinnt der FC Bayern bei Bayer Leverkusen und revanchiert sich für das 1:2 im Hinspiel. In einem ausgeglichenen Spiel sorgt ein deutscher Nationalspieler für den Unterschied.

Leverkusen. Als Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag dieser Woche die Nominierungen für die WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan bekanntgab, fehlte wie zuletzt ein Name: Stefan Kießling. Und trotz der guten Leistungen des Angreifers in der jüngeren Vergangenheit erteilte Löw auch allen Hoffnungen auf eine Einladung zu einer der kommenden DFB-Reisen eine Absage. Er sagte: „Wir haben vorne im Sturmzentrum genügend Qualität. Ich bin überzeugt, dass wir in der Offensive keine Probleme haben.“

Es war ein unausgesprochenes Lob für Miroslav Klose und Mario Gomez, der beim FC Bayern zwar keinen Stammplatz mehr besitzt, aber stets in der Lage ist, seine riesige Qualität unter Beweis zu stellen – so wie am Samstagabend im Topspiel des 26. Bundesliga-Spieltags bei Bayer Leverkusen, das der Rekordmeister mit 2:1 gewann.

36 Minuten waren gespielt, als Xherdan Shaqiri bei einem Konter einen hohen Ball in die Mitte des Spielfelds schlug. Auf Höhe der Mittellinie kam Gomez an den Ball, legte ihn mit der Brust vor, spitzelte ihn vorbei an Gonzalo Castro, umkurvte Sebastian Boenisch und schoss ihn gegen die Laufrichtung von Torhüter Bernd Leno ins Netz.

„Ein klasse Treffer“

Es war das 1:0 – und ein echtes Traumtor. Auch jene Zuschauer, deren Herz für Leverkusen und damit Kießling schlägt, mussten gestehen: Ja, dieser Gomez gehört zweifellos in die Nationalmannschaft. „Ein klasse Treffer“, freute sich später auch Trainer Jupp Heynckes, dessen Mannschaft es aber verpasste, nach der Führung nachzulegen.

Im Gegenteil: Die Gastgeber kamen nach der Halbzeitpause besser ins Spiel, der für André Schürrle eingewechselte Sidney Sam sorgte mit einem Schuss in der 53. Minute für Gefahr. 22 Minuten später erzielte Simon Rolfes den verdienten Ausgleich. Nach einer Castro-Ecke hatte Boenisch den Ball verlängert, Bayers Kapitän musste nur noch den Fuß hinhalten.

Das Unentschieden wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen, aber am Ende hatte die Bayern das Glück auf ihrer Seite. In der 87. Minute lenkte Bayers Abwehrspieler Philipp Wollscheid einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger mit der Schulter ins eigene Tor.

Gewinnt Borussia Dortmund nach der Länderspielpause nicht in Stuttgart, können die Bayern damit schon mit einem Sieg gegen Hamburg Meister werden. „Wir sind sehr zufrieden. Das war heute sehr schwer nach dem Champions-League-Abend am Mittwoch. Das hat man besonders in der zweiten Halbzeit gesehen“, sagte Heynckes. Und weiter: „In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht, wir waren läuferisch stark und fußballerisch sehr gut. Da haben wir den Takt bestimmt. Nach der Pause wurden die Beine schwer, aber die Mannschaft hat gebissen und ist letztendlich belohnt worden.“

„Das Siegtor war glücklich

Auch Torhüter Manuel Neuer, der nur einen Schuss von Boenisch nach einer halben Stunden parieren konnte und ansonsten beschäftigungslos war, freute sich. „Das Siegtor war schon etwas glücklich. Es hat sich ein bisschen vom Hinspiel ausgeglichen. Da haben wir kuriose Tore kassiert“, sagte Deutschlands Nummer eins.

Präsident Uli Hoeneß hatte die Mannschaft nach dem 0:2 in der Champions League gegen Arsenal London noch kritisiert und gemotzt, sie spiele „seit Wochen einen schönen Dreck“. Zwar war der Sieg in Leverkusen auch keine Gala-Vorstellung, aber auch angesichts der Tatsache, dass Heynckes fünf Stammspieler schonte (Müller, Lahm, Ribéry, Mandzukic, Kroos), dürfte Hoeneß am Samstagabend zufriedener gewesen sein.

Auf der anderen Seite herrschte bei Bayer Frust darüber, dass die Patzer der Konkurrenz nicht genutzt werden konnten. Mit einem Sieg, der zumindest nicht unmöglich war, hätte die Mannschaft den Vorsprung auf Tabellenplatz fünf auf neun Punkte vergrößern können. Stattdessen musste Unglücksrabe Wollscheid erklären: „Wir haben uns nicht für die gute zweite Halbzeit belohnt. Wir haben erst zu spät gemerkt, was heute eigentlich drin war. Wir hätten von Anfang an das Gesicht der zweiten Halbzeit zeigen müssen. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da.“

EURE MEINUNG: Schaffen die Gunners noch die Quali für die Champions League?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig