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Werder Bremen: Nicht spektakulär, aber endlich stabil

Werder Bremen holt ein 1:1-Unentschieden bei Borussia Mönchengladbach. Der Punktgewinn ist nicht zuletzt den Umstellungen von Trainer Thomas Schaaf zu verdanken.

Mönchengladbach. Zehn Minuten nach Abpfiff marschierte Lucien Favre im Stechschritt durch den Kabinengang. Als der Trainer von Borussia Mönchengladbach die wartende Journalistenschar sah, zog er die Augenbrauen hoch, schüttelte den Kopf und sagte im Vorbeigehen „Mein Gott. Mein Gott.“ Es war klar, was den Schweizer so aufwühlte: die große Chance von Peniel Mlapa Sekunden vor dem Abpfiff der Begegnung gegen Werder Bremen.

Der Stürmer war plötzlich alleine vor Gäste-Torhüter Sebastian Mielitz aufgetaucht, er umkurvte ihn, aber sein Schuss wurde von Mateo Pavlovic geblockt. Es war die letzte Gelegenheit, doch noch als Sieger vom Platz zu gehen. So aber stand am Ende ein 1:1 zu Buche – ein gerechtes Ergebnis.

Der eingewechselte Mlapa, der am Ende versagte, hatte in der 72. Minute per Kopf den Führungstreffer für die Borussia erzielt, Aleksander Ignjovski glich fünf Minuten später mit seinem ersten Bundesliga-Tor aus. Einem Treffer von Patrick Herrmann in der 18. Minute hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark zuvor nachträglich die Anerkennung verwehrt.

Der Stadionsprecher hatte schon den Torschützen ausgerufen und die Anzeigetafel das vermeintliche 1:0 angezeigt, als sich der Unparteiische noch einmal mit seinem Assistenten besprach. Der hatte eine Abseitsstellung gesehen, Stark nahm das Tor zurück. Trotz aller Unmutsbekundungen des Gladbacher Anhangs war es die richtige Entscheidung.

Radikale Umstellungen bei Werder

Es war der einzige Aufreger einer ansonsten fairen Partie, deren Resultat zumindest die Bremer zufrieden stellte. Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie mit 3:10 Toren konnte die Mannschaft von Thomas Schaaf den Abwärtstrend stoppen – was nicht zuletzt an den radikalen Umstellungen des Trainers lag.

Schaaf, der in den vergangenen Wochen ebenfalls stark in die Kritik geraten war, hatte anders als in der Vergangenheit zwei defensive Mittelfeldspieler aufgeboten, Clemens Fritz und Tom Trybull stellten vor der Vierer-Abwehrkette die Räume zu. Zlatko Junuzovic, der zuletzt als Abräumer agierte, wurde auf die rechte Mittelfeldseite beordert.

Es waren Maßnahmen, die der Mannschaft endlich wieder eine gewisse Sicherheit gaben. Das Bremer Spiel war in Gladbach weit weniger spektakulär, dafür aber viel stabiler – und schließlich zumindest von einem Teilerfolg gekrönt.

„Wir haben immer noch Fehler gemacht“, sagte Werder-Stürmer Nils Petersen: „Aber auf diese Leistung können wir aufbauen. Das Ergebnis wird für etwas Ruhe sorgen, aber wir müssen dafür sorgen, dass wir von da unten in der Tabelle wegkommen.“

Auch Schaaf lobte sein Team: „Ich bin insgesamt mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Wir haben uns im Vergleich zu den letzten Spielen verbessert, sehr diszipliniert und kompakt agiert und eine gute Ordnung gehalten. Einsatzwille und Bereitschaft waren vorhanden.“

Am kommenden Wochenende empfängt Werder Greuther Fürth. Klar ist: Trotz des Punktgewinns in Gladbach wird der Druck auf Spieler und Trainer nicht kleiner.

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