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Nationaltorhüter Manuel Neuer hat in einem Interview den Lernprozess der Bayern erläutert und erklärt, warum ihm trotz weniger Gegentore nie langweilig wird.

München. Für Torhüter Manuel Neuer hat der FC Bayern gerade wegen der traumatischen letzten Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht. In einem Interview spricht er außerdem über seine Aufgaben als wenig beschäftigter Torwart, Zu-Null-Spiele und die Vormachtstellung im deutschen Fußball.

„Umdenken bei Offensivspielern“

Mit dem 1:0-Sieg gegen den amtierenden Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund hat der FC Bayern München erstmals seit knapp drei Jahren wieder die Schwarz-Gelben in einem Pflichtspiel schlagen können. Für Manuel Neuer liegen die Gründe dafür in den Lektionen aus der letzten Saison. Im Interview mit 11 Freunde erklärte er: „Es hat ein Umdenken bei unseren Offensivspielern stattgefunden. Nach Ballverlusten schalten wir sofort auf Balleroberung um. Und jeder hat jetzt verstanden, dass er seinen Teil zur Defensivarbeit beitragen muss. Das ist der große Unterschied zum vergangenen Jahr.“

Vormachtstellung im deutschen Fußball zurückerlangt

Es sei „kein normales Spiel gewesen“, das über die Vormachtstellung im deutschen Fußball entschieden habe. Man habe die eigene Leistung endlich in ein positives Ergebnis ummünzen können: „Wir waren, wie im letzten Jahr auch, die bessere Mannschaft. Mit dem Unterschied, dass wir endlich mal wieder ein wichtiges Pflichtspiel gegen den BVB gewonnen haben.“

Aus dem verlorenen Champions-League-Finale in der eigenen Arenahabe man gelernt, doch Neuer gab zu: „Wir hatten da einen sehr unglücklichen Tag und dieses Spiel nagt an einem, keine Frage.“ Trotzdem könne das Spiel die Bayern stärker machen: „Denn das ist klar: So etwas wollen wir alle nicht noch einmal erleben.“

„Urteil anderer interessiert mich nicht sonderlich"

Er selbst erlebt in einer Saison, in der er nur acht Gegentore in der Liga hinnehmen musste, oft beschäftigungslose Spiele - langweilig sei ihm aber nicht. Neuer lässt sich mittlerweile oft während des Spiels warm schießen. Für ihn kein Audruck mangelnden Respekts: „Ich finde es normal, mich bestmöglich auf meinen Job vorzubereiten.“

Der Torwart macht auch die Intensität des Trainings als Verbesserung aus: „Das Training ist für mich derzeit körperlich natürlich anstrengender als so manches Spiel. Bei uns ist die Intensität immer sehr hoch, weil alle sich im Training anbieten wollen und auf das Spiel vorbereiten. Da können wir keinen Eiertanz veranstalten.“

Mit Kritik könne er generell gut umgehen. Vor allem deshalb, weil seine Kritiker oft wenig Ahnung von seinem Beruf hätten. „Wenn ich zum Beispiel lese, dass ich immer zu weit vor dem Tor stehe, dann kann ich nur kontern, dass ich so auch sehr viel gefährliche Eins-gegen-Eins-Situation vereitle. Das sind keine Paraden, die jeder sofort als klasse Aktion erkennt. Deswegen interessiert mich das Urteil anderer nicht so sonderlich.“

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