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Von einem Endspiel für Thomas Schaaf zu sprechen, wäre übertrieben vor dem Bremer Duell mit Augsburg. Allerdings steht der Werder-Trainer mehr unter Druck als je zuvor. Zurecht.

Bremen. Am Samstag um 15.30 Uhr trifft Werder Bremen in der Bundesliga auf den FC Augsburg. Es wäre nicht vermessen, zu behaupten, dass dieses Spiel aus Sicht der Hanseaten das heikelste in dieser Saison ist – erst recht für Thomas Schaaf. Nach den Enttäuschungen der jüngeren Vergangenheit und dem 1:6 zuletzt in München ist der Druck enorm.

Bislang war es so, dass Werder in derlei Situationen einen Erfolg eingefahren und damit den Kopf aus der Schlinge gezogen hat. Auch für die Partie gegen den Abstiegskandidaten Augsburg ist dieses Szenario vorstellbar. Die Proteste, die bislang fast ausschließlich im Internet Wellen schlagen, dürften sich im Falle eines Erfolgs wieder ein wenig glätten. Schaaf würde wieder aus dem Kreuzfeuer der Kritik verschwinden.

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Aber wäre Werder Bremen damit geholfen? Oder würde dem Klub ein Neuanfang auf der Trainer-Position gut tun? Es ist nicht einfach, diese Fragen zu beantworten. Aber Tatsache ist, dass unter Schaafs Regie kein Fortschritt zu erkennen ist – und zwar nicht erst seit gestern. Seit bald drei Jahren befindet sich der ruhmreiche Klub im Niemandsland der Tabelle, und auch in dieser Saison wird er aller Voraussicht nach das europäische Geschäft verpassen.

47 Gegentore sind ein wahnsinniger Wert

Der wichtigste Grund für den Absturz ist die Anzahl der Gegentore der Bremer. 47 Gegentore hat die Mannschaft in den bisherigen 23 Spielen kassiert, das ist ein wahnsinniger Wert. Früher war es so, dass die starken Bremer Offensivkräfte besser nach hinten mitarbeiteten und gleichzeitig für Tore sorgten. Das ist heute nicht mehr der Fall, und Trainer Schaaf bekommt das Problem nicht gelöst.

Er baute im Sommer sogar das System um und lässt nun noch offensiver spielen. Mit Zlatko Junuzovic ist der einzige Sechser ein gelernter offensiver Mittelfeldspieler. Überhaupt hatten bis auf den Torwart und die Vierer-Abwehrkette die Bremer Akteure keine Erfahrung als Defensivspieler. Viele vogelwilde Szenen bei Angriffen des Gegners waren und sind die Folge.



Dazu fehlte zuletzt oftmals das glückliche Händchen bei Transfers. Jüngster Flop ist Eljero Elia, der immerhin fünf Millionen Euro kostete. Auch andere Millionen-Transfers, etwa die von Carlos Alberto, Wesley und Denni Avdic, gingen daneben. Auf der anderen Seite stehen Neuzugänge wie Sokratis und Kevin de Bruyne, die der Mannschaft zwar helfen, aber nicht zu vergleichen sind mit jenen in Bremen zu Superstars gereiften Spielern wie Mesut Özil, Diego und Johan Micoud.

So ist aus dem großen Klub Werder Bremen ein Verein jenseits von Gut und Böse geworden. Und in der derzeitigen Konstellation mit Thomas Schaaf als Cheftrainer sind große Zweifel angebracht, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern könnte.

EURE MEINUNG: Ist Schaaf noch der Richtige für Werder?

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