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Im Winter verpflichtete 96 den nicht einmal 20 Jahre alten Hoffmann aus der zweiten Liga. Immer mehr kristallisiert sich heraus: Der Junge ist ein echter Glücksgriff für Hannover.

Hannover.Andre Hoffmann ist ein Spieler mit großer Perspektive“, hatte Jörg Schmadtke im Winter nach der Verpflichtung des 19-Jährigen Jungspundes erklärt. Und nicht wenige waren der Meinung: Der vom Zweitligisten MSV Duisburg geholte Sechser kann Hannover 96 langfristig weiterhelfen, in der ersten Mannschaft aber wird er vorerst keine große Rolle spielen. Weit gefehlt.

Bereits im ersten Hinrundenspiel beim FC Schalke 04 kam Hoffmann zu einem Kurzeinsatz, eine Woche später gegen den VfL Wolfsburg durfte der defensive Mittelfeldspieler bereits über die vollen 90 Minuten ran - und half dabei, gegen Diego & Co. in Unterzahl eine Führung über die Zeit zu bringen

Slomka freut sich über Winter-Verpflichtung

96-Coach Mirko Slomka bescheinigte ihm anschließend „ein tolles Bundesliga-Debüt auf der Sechserposition. Ganz ruhig, mit großer Gelassenheit gespielt und die Kontrolle behalten. Das hat uns recht gegeben, die Verpflichtung schon in der Winterpause und nicht erst im Sommer zu tätigen.“

Die folgenden Wochen sollten diesen Eindruck bestätigen. Am 21. Spieltag bei der TSG Hoffenheim wurde Hoffmann in der Schlussphase eingewechselt, in den letzten zwei Bundesliga-Partien schließlich stand er jeweils nicht nur in der Startelf, sondern blieb auch über die volle Distanz auf dem Platz. Er machte seine Sache gut, auch und vor allem beim beeindruckenden 5:1-Sieg über den Hamburger SV am vergangenen Samstag.

Es läuft bestens für den gebürtigen Essener, der 2010 vom DFB mit der Fritz-Walter-Medaille als einer der besten Nachwuchsspieler seiner Altersklasse ausgezeichnet wurde. So gut, dass er es selbst kaum glauben kann.

„Das ist sensationell, wie im Traum“

„Das ist Wahnsinn, das ist wie im Film“, strahlte Hoffmann am Samstag nach getaner Arbeit. „An Weihnachten wusste ich gar nicht, ob der Transfer schon im Winter von statten geht und habe mich auf Duisburg und die zweite Liga konzentriert - jetzt spielt man auf einmal um die Europa-League-Plätze. Das ist sensationell, wie im Traum.“

So wirklich realisiert hat Hoffmann seinen Entwicklungssprung noch nicht. „Wirklich unglaublich. Ich denke, das wird mir erst im Sommer irgendwann mal bewusst, wenn ich am Strand im Urlaub bin und ein bisschen Zeit habe, darüber nachzudenken.“

Dass er so schnell bei 96 Fuß fassen würde, scheint ihn selbst am meisten zu überraschen: „Eigentlich sollte das halbe Jahr so ein bisschen eine Eingewöhnungsphase sein, dass ich im Sommer nicht mehr der Neue bin. Dass es jetzt schon so klappt und ich regelmäßig von Anfang an spielen darf - da bleibt mir nichts anderes übrig als einen riesen, riesen Dank an den Trainer auszusprechen, der mir das Vertrauen schenkt. Es macht mich unheimlich stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein.“

Klare Aufgabenverteilung

Als Abräumer im 96-Mittelfeld ist seine Aufgabe neben Sergio da Silva Pinto klar definiert: „Ich habe da den defensiveren Part, halte Sergio den Rücken frei.“ Wie gut das klappt, wurde im Spiel gegen den HSV eindrucksvoll verdeutlicht. „Sergio ist natürlich mit seiner Schusskraft enorm gefährlich. Mit seinen Sprints nach vorne reißt er immer wieder Löcher auf.“

Auch die Körpergröße des 1,90 Meter großen Abräumers kann Hannover gewinnbringend einsetzen. Auch gegen Hamburg war es „wichtig, dass wir die Kopfbälle im Zentrum gewinnen. Mame (Diouf, Anm. d. Red.) und Moa (Abdellaoue) haben vorne wirklich Riesen-Laufarbeit verrichtet, um lange Bälle zu provozieren - und die müssen natürlich auch abgefangen werden. Dafür war ich da, und zum Großteil haben wir das ordentlich gelöst.“

Erst Europa eintüten, dann Urlaub

Das haben sie in der Tat. Aber Hoffmann ist nicht nur für das Abräumen, sondern durchaus auch für das Ballverteilen und das Setzen offensiver Akzente zuständig: „Darüber hinaus soll ich mich auch das eine oder andere Mal vorne mit einschalten“, erklärte er.

Wie es weitergeht? Zunächst einmal peilt Hannovers Juwel die Qualifikation für die Euro League an. „Jetzt geht es darum, die nächsten Spiele so anzugehen, dass wir unser großes Ziel erreichen - und dann ab in den Urlaub fahren.“ Soweit ist es allerdings noch nicht, erst einmal stehen einige Wochen harte Arbeit für die 96er auf dem Programm. Aber damit hat Hoffmann kein Problem: „Ich versuche jeden Tag, an mir zu arbeiten. Ich denke, das gelingt mir im Moment ganz gut.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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