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Schalke besiegt Düsseldorf 2:1 und macht den nächsten Schritt aus der Krise. Joel Matip schießt beide Tore für die Königsblauen, die vom Top-Niveau aber noch weit entfernt sind.

Gelsenkirchen. Zu Beginn der Pressekonferenz, die traditionell mit dem Wortbeitrag des Gästetrainers beginnt, hatte Jens Keller Zeit, sich einen Kaffee einzuschütten. Er führte die weiße Tasse danach zum Mund, nippte daran und kniff dann plötzlich die Augen zusammen. Offensichtlich hatte er sich die Lippen verbrannt.

Der FC Schalke 04 ist ein heißes Pflaster, und da macht nicht einmal der Kaffee eine Ausnahme. Für Keller schien dieser Verein sogar ein zu heißes Pflaster zu sein, aber nach den jüngsten drei Darbietungen seiner Mannschaft besteht Hoffnung, dass sich der 42-Jährige doch noch in die Herzen der Fans trainieren kann.

Erst gab es ein 2:2 in Mainz, dann ein 1:1 in Istanbul, schließlich setzten sich die Königsblauen am Samstagabend gegen Fortuna Düsseldorf mit 2:1 durch. Die Mannschaft rückte damit wieder bis auf einen Punkt an die Europapokalplätze heran, durch die Schalker Arena wehte ein Hauch von Aufbruchstimmung.

„Wir müssen in kleinen Schritten wieder nach vorne kommen“, sagte Manager Horst Heldt nach dem Schlusspfiff: „Die letzten Auftritte haben mir gut gefallen.“ Gegen Aufsteiger Düsseldorf ließen die Schalker immerhin eine Halbzeit lang erahnen, zu was sie eigentlich in der Lage sind. Es war die erste, und Fortuna musste froh sein, dass es beim Gang in die Katakomben nur 1:0 für die Gastgeber stand.

Joel Matip war es, der einen Kopfball von Jermaine Jones ins Tor verlängert hatte (29.), Jefferson Farfan hatte zwei weitere gute Möglichkeiten. Wie im Hinspiel, als Düsseldorf aus einem 0:2 ein 2:2 machte, kam die Mannschaft von Norbert Meier aber zurück. Axel Bellinghausen erzielte in der 56. Minute das 1:1, danach waren die Gäste drauf und dran, einen Treffer nachzulegen.

Schalke bejubelt den nächsten Erfolg

Die Krise war wieder allgegenwärtig in dieser Phase der Partie, aber Matip vertrieb mit seinem zweiten Tor zehn Minuten vor Schluss alle schlechten Gedanken. Die Fortuna war endgültig geschlagen, Schalke ergötzte sich an der ersten sehr guten Woche seit langem.

„Es war nicht schön, aber in unserer Situation zählen nur die drei Punkte“, sagte Torschütze Matip und übte Selbstkritik: Wir müssen uns hinterfragen, wieso Düsseldorf noch mal zurückkommen konnte.“

Von dem Niveau der vergangenen Saison ist Schalke noch ein ganzes Stück entfernt – was gegen Düsseldorf auch daran lag, dass die Akteure ungewöhnlich wenig liefen und wenig aggressiv in die Zweikämpfe gingen. So konnten sich die Gäste, die die Niederlage angesichts der Tabellensituation verschmerzen werden können, in der zweiten Halbzeit immer wieder aus der Schalker Umklammerung befreien.

Auch Trainer Keller, der nach ein paar Schlücken Kaffee schließlich noch sprechen durfte, sah einen deutlichen Kontrast zwischen den beiden Hälften. „Die erste Halbzeit war sehr gut von uns. Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Uns sind frühe Balleroberungen gelungen, wir haben aggressiv gespielt“, sagte er. Nach dem Wechsel habe sein Team dann aber verpasst, nachzulegen: „Wir sind froh, dass wir das Tor noch gemacht und dadurch gewonnen haben.“

Ob derartige Leistungen auch für Gegner reichen, die zu mehr imstande sind als ein Aufsteiger, werden indes die nächsten Wochen zeigen.

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