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Ohne echten Stürmer, dafür mit einem umgebauten Mittelfeld hielten die Hessen den SC in Schach. Im zweiten Durchgang fehlte den Hausherren dann die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Freiburg. Kein Sieger im Spitzenspiel: Der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt trennten sich am Freitagabend 0:0. Statt des von einigen Beobachtern erwarteten Offensiv-Spektakels zweier angriffsfreudiger Teams gab es eine „auf taktischem Niveau sehr anspruchsvolle Leistung“, wie SC-Kapitän Julian Schuster später befand. Ein Taktik-Kniff von Eintracht-Trainer Armin Veh im ersten Durchgang sorgte für Frankfurter Überlegenheit, nach der Pause war es Freiburgs fehlende Konsequenz im Abschluss, die zum am Ende verdienten Remis führte.

Vehs Schachzug mit Celozzi


SC-Trainer Streich musste vor dem Spiel kurzfristig auf Hedenstad verzichten, Schmid rückte um eine Position nach hinten und Kruse auf den rechten Flügel. Guede rutschte auf den freigewordenen Platz in der Doppelspitze. Armin Veh musste seinerseits auf den gesperrten Inui und verletzungsbedingt auf Lakic verzichten. Statt ihn eins zu eins zu ersetzen, brachte Frankfurts Trainer aber Celozzi ins Spiel, der gemeinsam mit Schwegler, Rode und Meier eine Mittelfeldraute bildete und den SC bereits im Mittelfeld attackierte. Ein Schachzug, mit dem sich die Freiburger in der ersten Halbzeit sichtlich schwer taten.

Durch das frühe Pressing und Überzahl im Mittelfeld nahm die Eintracht dem Kombinationsspiel der Hausherren früh den Wind aus den Segeln und hielt Freiburgs Defensive durch schnelles Umschalten auf Trab. „Die Raute hat uns überrascht. Wir sind nicht reingekommen in unsere Raumaufteilung und haben zu viele Bälle verloren“, analysierte Jan Rosenthal später die Anfangsphase. Auch auf den Flügeln kam der Sportclub nicht wie gewohnt in Tritt, weil Caligiuri bei Jung gut aufgehoben war und Kruse oft in die Mitte zog.

Bezeichnend, dass vor allem die Innenverteidiger in dieser Partie eine gute Figur abgaben, Chancen blieben vorerst Mangelware. Hitzig wurde es vor der Pause nur noch als Meier sich bei einem Eckstoß einen Tick zu viel über Diagnes Manndeckung beschwerte und Matmour nach der folgenden Ecke Sorg von hinten umsenste. Die letzte Aktion des ansonsten glücklosen Ex-Freiburgers, für den zur Pause Occean kam. „Das hat Frankfurt sehr gut gemacht“, sagte SC-Kapitän Julian Schuster später über die Taktik des Gegners. „Wir wussten aber: Wenn wir die Ordnung halten, ergeben sich nach und nach mehr Räume.“ Was im zweiten Durchgang in der Tat der Fall war.



Heiße Schlussphase - Kruse scheitert an Trapp
 
Die erste Hälfte ging an Frankfurt, die zweite an Freiburg, das die Überraschung abgeschüttelt hatte und strukturierter und konsequenter nach vorne spielte - aber bis zur 63. Minute brauchte, um die Schlagzahl vor dem gegnerischen Tor zu erhöhen. Ob es dann Glück oder die nötige Kaltschnäuzigkeit im Abschluss war, die dem anschließenden Freiburger Sturm und Drang aus der Schlussphase der Partie fehlte, wussten die Protagonisten anschließend selbst nicht genau zu beantworten. Eines der wenigen Mankos von Christian Streichs Truppe bleibt aber die Chancenverwertung. „Schade, dass es mit dem Lucky Punch nicht geklappt hat“, so Oliver Baumann nach Abpfiff etwas, der zugab, „etwas enttäuscht zu sein“.

So hoffte Julian Schuster, dass man in der anstehenden Pokal-Partie gegen Mainz am Dienstag „einen Tick mehr den Willen hat und das Tor dann mal macht“. Nach Schusters Freistoß aus der 73. verpasste der eingewechselte Krmas knapp seinen zweiten Treffer innerhalb von drei Wochen. Die beste Chance vergab aber Kruse, der an Trapp (75.) scheiterte. Weitere gute Gelegenheiten hatten wieder Krmas, Ginter und Flum. Ein spätes Chancenplus, angesichts dessen die Breisgauer vor eigenem Publikum (23 400) dann doch „gerne als Sieger den Platz verlassen hätten“.

Am Ende überwog aber die zufrieden stellende Einsicht, mit der Eintracht „eine offensivstarke Mannschaft gut im Griff gehabt“ und erneut kein Gegentor kassiert zu haben. Darauf wird es auch am kommenden Dienstag wieder ankommen. Im DFB-Pokal-Viertelfinale in Mainz kann der SC zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Halbfinale erreichen.

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