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Claudio Pizarro: Denn er wusste (nicht), was er tut

Hat sich Claudio Pizarro verwechselt? Sein Nachfolger in Bremen Nils Petersen sieht das so - und spendet Mitleid. Dabei darf man davon ausgehen, dass Pizarro wusste, was er tut.

Düsseldorf. Jetzt, da das Duell mit dem Ex-Verein ansteht, könnte man natürlich sagen, dass sich Claudio Pizarro, Stürmer des FC Bayern München, verwechselt hat. Und dass ein anderer, Werder Bremens Nils Petersen, mit seinem Wechsel in die andere Richtung alles richtig gemacht hat. Und auch Petersen selbst findet vor dem Spiel München gegen Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) Gefallen an dieser Interpretation, sah er sich unter der Woche doch dazu berufen, als Trostspender für Pizarro zu fungieren.

Der Bild-Zeitung sagte er: „Es ist schon ein bisschen schade, dass ein Stürmer mit seinen Qualitäten dort nicht zum Einsatz kommt. Jeder andere Bundesligist würde sich die Finger nach ihm lecken.“ Petersen hatte im Vorfeld offenbar sehr tief in Pizarros Seele geschaut, denn er wusste zu berichten: „Da hilft auch das ganze Geld nicht. Wenn man nicht spielt, ist das Geld nichts wert. Dann ist man unglücklich.“

Petersen, der noch auf Leihbasis in Bremen spielt, vergisst bei seinen Überlegungen allerdings einen entscheidenden Aspekt: Er selbst steht mit 24 Jahren noch am Anfang seiner Profi-Karriere, erst in dieser Saison ist ihm der Durchbruch in der Bundesliga gelungen. Demnach ist es normal, dass der Mann spielen will, um glücklich zu sein. Bei Claudio Pizarro hingegen verhalten sich die Dinge ein wenig anders: Der Peruaner war dreimal Meister, viermal DFB-Pokal- und zweimal Weltpokal-Sieger. Er ist 34 Jahre alt, er wird nicht mehr ewig Fußball spielen.

Pizarro konnte nicht damit rechnen, in München Stammspieler zu sein, die Konkurrenten heißen immerhin Mario Gomez und Mario Mandzukic. Vielmehr wird sein bei Werder beweinter Abschied nicht zuletzt in den Verdienstmöglichkeiten beim FC Bayern begründet gewesen sein.

Claudio Pizarro

Nils Petersen
vs
34 ALTER
24
LEISTUNGSDATEN 2012/13
16 EINSÄTZE 23
568 EINSATZMINUTEN
1809
10x EINGEWECHSELT 3x
4x AUSGEWECHSELT 8x
6 TORE 11
3 ASSISTS 5

In der Phase, als Pizarro seinen Wechsel zurück nach München perfekt machte, realisierten sie an der Weser endgültig, dass das Gehaltsniveau angesichts der Abstinenz vom internationalen Geschäft abgesenkt werden muss. Pizarro hätte Einbußen machen müssen, wäre er so alt wie Petersen, hätte er es möglicherweise auch getan.

So aber hält Pizarro im Spätherbst seiner Karriere noch einmal die Hand auf, und es ist ja auch nicht so, dass Bayerns Trainer Jupp Heynckes den Südamerikaner niemals spielen lassen würde. In immerhin 16 Pflichtspielen durfte Pizarro bislang ran, wenngleich es zu einem 90-minütigen Einsatz bislang nicht hat.

Pizarro heizt aber den Konkurrenzkampf an, und wenn es am Ende klappen sollte mit dem einen oder anderen Titel, dann wird Pizarro sehr glücklich sein, seine Schuhe noch einmal in München geschnürt zu haben.

Möglicherweise würde Petersen seinen Nachfolger auf der Bayern-Bank dann gerne beglückwünschen, aber zumindest persönlich dürfte nichts daraus werden. Petersen selbst, der für Werder schon elf Tore schoss und fünf vorlegte, hat zuletzt mehrfach gesagt, er würde gerne in Bremen bleiben („In Bremen fühle ich mich super wohl. Das ist mir wichtig. Darum würde ich gerne bleiben“).

Und dass Pep Guardiola überhaupt schon mal von ihm gehört hat oder ihn gar für einen Weltklasse-Stürmer hält, was eine Rückholaktion rechtfertigen würde, ist dann doch eher unwahrscheinlich. Petersen selbst hat das bereits erkannt, er ist Realist. Jüngst sagte der Spieler: „Ich denke, er (Guardiola, d. Red.) kennt mich nicht mal.“

Claudio Pizarro dürfte dem Spanier hingegen ein Begriff sein.

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