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Nach der Büskens-Entlassung: Fürths Suche nach dem „Neuen“

Die Spielvereinigung Greuther Fürth hat Mike Büskens nach der Niederlage in Düsseldorf entlassen. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger läuft.

Fürth. Am Ende schien die SpVgg Greuther Fürth selbst von der Tragweite des Trainerwechsels überrascht. „Ob fahrlässig, ob nachlässig: Wir haben bis zum Sonntag nicht mal einen Anruf bei einem anderen Trainer gemacht“, betonte Präsident Helmut Hack, „für uns war klar, wir möchten nicht hinter dem Rücken vom Trainer mit möglichen neuen Coaches sprechen, für den Fall, dass wir gegen Leverkusen wieder verlieren.“

Hasenhüttl als mögliche Lösung

Die Entlassung des Aufstiegshelden Mike Büskens beim Bundesliga-Tabellenletzten überraschte vom Zeitpunkt her. Und auch die Tatsache, dass der 44-Jährige trotz der Trennung noch das Nachmittagstraining leitete und sich danach von der Mannschaft verabschiedete - eher ungewöhnlich im harten Bundesliga-Geschäft. Als mögliche langfristige Lösung gilt in Fürth der Österreicher Ralph Hasenhüttl (45), der derzeit noch beim Zweitligisten VfR Aalen amtiert und einst als Profi für das Kleeblatt aufgelaufen war.

Gelassenheit in Aalen

In Aalen bleibt Sportdirektor Markus Schupp noch gelassen. „Es ist bisher niemand an uns herangetreten, und Ralph hat bei uns ja ohnehin einen Vertrag bis 2014. Ich beschäftige mich im Moment nicht damit und mache mir erst Gedanken, wenn es soweit ist“, sagte der Ex-Profi dem SID: „Mit dem Auftreten der Mannschaft weckt Ralph Begehrlichkeiten, das ist so im Fußball. Das wird von anderen auch gesehen.“

Preis und Schröder übernehmen

Zunächst schließt Fürth die Büskens-Lücke aus den eigenen Reihen. U23-Trainer Ludwig Preis wird interimsweise die Mannschaft übernehmen, als Assistent steht ihm am Sonntag gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen Sportdirektor Rouven Schröder zur Seite. „Wir glauben ganz einfach, dass wir diese positiven Impulse setzen müssen, einfach eine andere Ansprache, möglicherweise ein paar andere Maßnahmen, damit das Glück nach Fürth zurückkommen kann“, sagte Hack.



„Herz und Leidenschaft“

Preis, der übrigens in einer Firma angestellt ist, in der Hack einer der Geschäftsführer ist, und erstmal zwei Tage Urlaub nahm, will vor allem eines: den Spaß zurückbringen. „Wichtig wird sein, dass man die Leichtigkeit wieder ins Spiel bringt“, sagte Preis, „du kannst nicht alles auf den Kopf stellen, dazu ist die Zeit zu kurz.“ Schröder erwartet, „Herz und Leidenschaft“ zu sehen, vermied es aber, Büskens Fehler anzuheften. „Es sind Kleinigkeiten, die man oft nicht beschreiben kann, dann wendet sich das Blatt“, sagte er.

Neue Wege werden gesucht

Vier Punkte beträgt der Rückstand des Tabellenschlusslichts auf Relegationsplatz 16 - kein Ding der Unmöglichkeit, noch nach oben zu klettern. Doch beim 0:1 am vergangenen Samstag in Düsseldorf ließen die Franken leistungsmäßig viele Wünsche offen und spielten zum wiederholten Male wie ein Absteiger. Dieses Spiel hat die Verantwortlichen letztlich dazu bewogen, die Trennung zu vollziehen. Hack: „Es geht nicht darum, dass Mike Büskens ein Schuldiger ist, oder dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht, sondern, dass wir einfach noch einmal einen neuen Weg suchen müssen.“

Kein Feuerwehrmann

Der Neue soll kein Feuerwehrmann sein, sondern eine langfristige Lösung. Denn das Thema Abstieg lässt sich in Fürth nicht negieren. Mit dem neuen Coach soll - im Falle des Abstiegs - auch der mögliche Wiederaufstieg in Angriff genommen werden. Kontakt sei schon aufgenommen worden, sagte Schröder. Ob zu Hasenhüttl oder jemand anderem, wollte er nicht kommentieren: „Da wäre ich schlecht beraten. Es ist aber noch nichts spruchreif.“ Hasenhüttls Sympathie für die Fürther ist aber kein Geheimnis.

Neue Impulse

Schröder lobte zu guter Letzt nochmals die Arbeit, die Büskens während seiner mehr als dreijährigen Tätigkeit in Fürth geleistet hat. „Der Trainer hat bis zum letzten Tag alles gegeben. Mike Büskens ist ein hervorragender Mensch und Trainer.“ Er hofft auf entscheidende neue Impulse, um den Bock vielleicht doch noch umzustoßen: „Wir sind Tabellenletzter, mit uns rechnet wirklich keiner, wir haben noch nicht ein Heimspiel gewonnen und dementsprechend können wir eigentlich nur gewinnen.“ Das allerdings hatte auch Büskens schon seit Wochen vergeblich gepredigt.

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