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Das Kollektiv kommt zuerst - die neue Qualität des FC Bayern?

Gegen den FC Arsenal war es keine Einzelleistung, die herausragte. Bei den Bayern gibt es neue Werte, die wichtiger sind - und erfolgreicher.

London. Es war ein taktisch hochinteressantes Spiel zwischen dem FC Arsenal und dem FC Bayern München (1:3). Es gab Zeiten, da hätte ein schwacher Franck Ribery oder ein Fehler in der Abwehr den Sieg des Rekordmeisters vielleicht noch in Gefahr gebracht. Doch nicht am Dienstag, da kam das Kollektiv zuerst. Keine Selbstverständlichkeit bei den Bayern.

Dominanz pur

Die erste Hälfte war schlichtweg beeindruckend. Die Elf von Trainer Jupp Heynckes stand sehr hoch, was Arsenal überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließ. Das frühe Tor von Toni Kroos spielte den Gästen in die Karten, doch die Spielweise änderte sich nicht. Die auffälligsten Akteure im ersten Durchgang waren Kroos, Müller und Martinez. Der Spanier strahlte eine unheimliche Ruhe aus und zeigte ein exzellentes Stellungsspiel. Allerdings sollte man sich nicht auf die Einzelleistungen der Spieler konzentrieren, viel wichtiger war die Leistung als Team.
Statistik
ARSENAL 1-3 BAYERN

 Schüsse
 Torschüsse
 Freistöße
 Fouls
 Abseits
 Gelbe Karten
ARSENAL
5
4
21
14
3
5
BAYERN
14
6
17
19
2
3


Geschlossen übte man starkes Pressing aus, jeder noch so kleine Fehlpass wurde sofort von einem Mitspieler ausgebessert. Im zweiten Durchgang kommen die Bayern teilweise stark ins Wackeln, fallen aber nicht, im Gegenteil. Durch das Gegentor, welches völlig unnötig war, lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen. Klar, der Ausgleich hätte noch fallen können, das gab auch Bastian Schweinsteiger nach dem Spiel zu. Doch stattdessen schließt Mandzukic zum 3:1 ab.

Ausfall kompensiert

Dabei fiel kaum auf, dass ein gewisser Franck Ribery völlig blass blieb. Der Spieler, über den nahezu jede Offensivaktion läuft. Der Spieler, der am meisten gesucht wird und der eine Gefahr ausstrahlt wie kein anderer. Ribery erwischte keinen guten Tag, aber kein Problem, denn Kroos und Müller sprangen in die Bresche. Am Ende durfte auch Robben jubeln, womit die letzte Unruhe im Verein im Keim erstickt war, zumindest vorerst. Müller wurde, nebenbei bemerkt, von der UEFA zum Man of the Match erklärt, was ihn sogar „sprachlos“ machte. Nimmermüde und goldrichtig stehend kompensierte auch er den schwachen Auftritt von Ribery. Das konnte man sich 2010 zum Beispiel überhaupt nicht vorstellen, als Robben den Rekordmeister quasi im Alleingang ins Finale schoss.

Zu dem Zeitpunkt, als die Bayern in Bedrängnis kamen, waren nochmal alte Bedenken spürbar, doch das lösten die Münchner mit dem Treffer zum richtigen Zeitpunkt, und der wurde erzielt von Mandzukic, von dem nach dem Seitenwechsel nichts zu sehen war. Der Sieg war nicht ganz so überzeugend, auch weil man die Gunners kurzzeitig zurück ins Spiel brachte, trotzdem behielten die Bayern die Oberhand.

Welche Erkenntnis bleibt? Nun, um den FC Bayern zu schlagen, muss man derzeit nicht nur einen Franck Ribery oder Thomas Müller ausschalten, man muss das gesamte Team taktisch aushebeln, denn in dieser Mannschaft ist - überraschenderweise - das Kollektiv der Star in dieser Saison.

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