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Der BVB-Chef sieht in Werkvereinen eine Gefahr für den Fußball und möchte die Position der Traditionsklubs stärken. Eine Umverteilung der TV-Gelder sei daher zwingend notwendig.

Düsseldorf. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht in werksunterstützten Vereinen eine Gefahr für die Bundesliga. Auf dem Sportbusiness-Kongress SpoBIS regte er an, die TV-Gelder nicht allein nach sportlichen Kriterien zu verteilen.

„Da kollabiert das System“

„Wir können nicht noch drei Mannschaften gebrauchen, die vor 25.000 Zuschauern spielen und auswärts nur 500 Zuschauer mitbringen. Da kollabiert das System, da ist es vorbei mit der Roadshow im Ausland“, sagte der 53-Jährige während der SpoBIS-Diskussionsrunde „Clash der Kulturen: Was Werksklubs und Traditionsvereine eint und was sie auseinanderbringt“, an der auch Watzkes Kollegen Heribert Bruchhagen (Eintracht Frankfurt), Wolfgang Holzhäuser (Bayer Leverkusen) und Thomas Röttgermann (VfL Wolfsburg) beteiligt waren.

Bruchhagen schlug sich dabei auf die Seite Watzkes: „Traditionsvereine wie der 1. FC Köln oder der 1. FC Kaiserslautern, die immer ausverkaufte Stadien haben, werden durch die Werksklubs um drei Plätze zurückgeschoben – bis in die zweite Liga.“ Beide waren sich auch darin einig, dass nicht noch mehr Vereine eine Sonderrolle wie Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg einnehmen dürften.

Neuer Schlüssel bei der Verteilung der TV-Gelder

Watzke regte außerdem an, die Verteilung der TV-Gelder nicht nur nach dem sportlichen Erfolg, sondern auch nach der Zuschauerzahl, den TV-Quoten und der Popularität eines Vereins zu bemessen, um Traditionsklubs ohne einen finanzkräftigen Geldgeber zu stärken.

Holzhäuser kontert Watzke und Bruchhagen

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser reklamierte, dass die Zuwendungen des Bayer-Konzerns in Höhe von 25,2 Millionen Euro niedriger seien als die Beträge, die andere Vereine von ihren Hauptsponsoren kassieren würden.

Als konkretes Beispiel nannte er den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, der die Eintracht seit Jahren unterstützt und an dem auch die Stadt Frankfurt und das Land Hessen Anteile besäßen. Holzhäuser sprach in diesem Zusammenhang von „einer Art Finanzdoping durch die öffentliche Hand.“

EURE MEINUNG: Sind Werksvereine eine Gefahr für die Bundesliga?

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