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Hamburg tritt auf die Europapokalbremse – „Das Wort nehmen wir nicht den Mund“

Durch den 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach klettert der Hamburger SV auf den sechsten Tabellenplatz. Von Europa möchte Thorsten Fink trotzdem nichts wissen.

Hamburg. Mit nunmehr zehn Saisonsiegen und 34 Punkten steht der Hamburger SV in Reichweite zum europäischen Geschäft. Durch den Sieg gegen Gladbach vor heimischem Publikum sicherten sich die Rothosen drei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten. In der aktuellen Spielzeit hat die Mannschaft von Thorsten Fink bereits mehr Siege eingefahren als in der gesamten vergangenen Saison. Trotzdem möchte der 45-jährige Cheftrainer öffentlich nicht von Europa sprechen, wie er im Interview klarstellt.

Herr Fink, 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Ein Arbeitssieg ohne großen spielerischen Glanz, oder?

Thorsten Fink: Ich denke, dass wir kämpferisch eine gute Leistung gezeigt haben. Den Sieg haben wir uns nicht gestohlen. Das war auch kein Glücksschuss, Rafael van der Vaart hat schon häufiger solche Tore erzielt. Dass wir dabei den Ball im Mittelfeld erkämpft haben, war symptomatisch für die erste Hälfte. Spielerisch geht es natürlich besser, deswegen nehme ich eines gleich vorweg: Wir spielen nicht um die Europapokalplätze. Wir müssen besser spielen, den Gegner besser unter Druck setzen und das zweite Tor machen.

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Sie haben schon vor Wochen angekündigt, dass van der Vaart immer besser in Form findet. Die letzten beiden Auftritte von ihm geben Ihnen Recht.

Fink: Er hat zwar in Dortmund das Spiel nicht entschieden, aber er hat ein Tor vorbereitet und wirkte viel agiler. Mit dem Tor gegen Gladbach hat er das erfüllt, was er selbst von sich erwartet. Das hat er vor dem Spiel prophezeit und so etwas kann man nur sagen, wenn man absolut davon überzeugt ist. Ich brauche Spieler, die mutig eine solche Aussage treffen und das Spiel dann entscheiden.

Sie sprechen zwar nicht gern über Europa, bei dem Punktestand und der derzeitigen Platzierung kann man durchaus davon sprechen, dass der HSV ein Anwärter ist.

Fink: Wir nehmen das Wort Europapokal nicht in den Mund. Wir wollen nächste Woche einfach das Spiel wieder gewinnen. Es ist doch auch schön, wenn man sich eine Woche auf diesen Moment vorbereiten kann. Schauen wir doch, was am Ende dabei herausspringt.

Haben Sie von Rajkovic erwartet, dass er so gut in die Mannschaft findet?

Fink: Zu erwarten war das sicherlich nicht. Ich wusste, dass er seine Leistung bringen kann. Er hat in den letzten Wochen schon angedeutet, wie heiß er auf einen Einsatz ist. Diese Chance wollte er unbedingt nehmen. Mental war das ein schwieriges Spiel für ihn, er hätte viel verlieren können. Er hat aber gezeigt, dass er ein Mann ist.

Mussten Sie im Vorfeld noch großartig Gespräche mit ihm führen?

Fink: Man hat im Training gemerkt, dass er bereit ist. Zu viel Input führt nicht immer zum Ziel. Ich habe klare Sachen angesagt, dann war das in Ordnung. Wenn jeder auf ihn einprasselt, denkt er zu viel nach. Das wollten wir vermeiden.

Dann haben Sie nach der Rückkehr von Michael Mancienne und Jeffrey Bruma ein Luxus-Problem auf der Innenverteidigerposition.

Fink: Ich werde von Spiel zu Spiel schauen. Nächste Woche ist Rajkovic gesetzt. Wenn die Abwehr steht, gibt es auch keinen Anlass, etwas zu wechseln.

Wird René Adler in dieser Woche wieder einsteigen können?

Fink: Er sagte, dass es reicht. Spätestens am Mittwoch sollte er wieder voll dabei sein.

Drobny hatte zwar keine große Aktion, um sich auszuzeichnen – trotzdem eine solide Partie von ihm?

Fink: Wir haben nicht viel zugelassen. Unsere Abwehr stand hervorragend. Deshalb hat er seine Sache ordentlich gemacht. Insgesamt haben wir uns den Sieg verdient, obwohl man die Leistung der Gladbacher anerkennen muss.

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