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Für den Titan ist Schweinsteiger wichtig für die Nationalmannschaft – trotzdem sieht er Nachholbedarf. In Sachen Lewandowski ist er skeptisch.

München. Oliver Kahn hat Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger von Bayern München gegen die Kritik von Olaf Thon verteidigt: Es gebe Gründe für Schweinsteigers zurückhaltende Spielweise, so der frühere Bayern-Torwart, der selbst aber auch nicht ganz zufrieden mit dem Nationalspieler ist. Die Diskussion um eine Verpflichtung von Lewandowski findet er überflüssig – vor allem angesichts der neuen Entwicklungen im Fußball.

Nachdem Ex-Nationalspieler Olaf Thon Bastian Schweinsteiger in der Nationalelf indirekt als Auslaufmodell bezeichnet hatte („er hat die Schnelligkeit einfach nicht mehr“), hat sich Oliver Kahn nun auf die Seite seines ehemaligen Mitspielers geschlagen. „Es ist völlig normal, dass du irgendwann ökonomischer Fußball spielst - was auch sinnvoll ist“, erklärte Kahn im Interview mit der AZ. Ein Grund dafür sei auch die derzeitige starke Form des Rekordmeisters, die Schweinsteiger nicht alles abverlangen würde.

Kein Zug zum Tor

Das fehlende Spiel nach vorn sei vor allem im früheren Trainer Louis van Gaal begründet. „Vor allem unter van Gaal hat er begonnen, sein Spiel mehr in die Breite und weniger vertikal, also direkt zum Tor, auszurichten.“ Diese Entwicklung sieht Kahn auch problematisch: „Manchmal würde man sich mehr Zug zum Tor wünschen.“ Trotzdem sei er für die DFB-Elf immer noch unverzichtbar: „Eine gewisse Erfahrung halte ich immer noch für unentbehrlich.“

Neuer Stürmer nicht notwendig

Der Wechsel von Robert Lewandowski zu den Bayern ist nach Meinung einiger Experten bereits beschlossene Sache. Für Kahn ist der Transfer aber angesichts der Kaderbreite im Sturm nicht zwingend: „Bei dem jetzigen Personal müsste man meiner Meinung nach nicht unbedingt drüber nachdenken, noch einen Stürmer zu verpflichten.“

Vor dem Hintergrund, dass viele Topteams mittlerweile ohne Stürmer bzw. mit einer „falschen Neun“ auflaufen, müsse die Personalie Lewandowski gut überlegt sein. Schließlich wird „diskutiert, ob man überhaupt noch Stürmer braucht“, so der 43-Jährige. Nichtsdestotrotz sei der Pole in Diensten von Borussia Dortmund „ein absoluter Weltklassestürmer“, dessen Transfer nicht ohne Folgen bleiben würde. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bayern mit vier Stürmern in die Saison gehen.“

EURE MEINUNG: Ist Bastian Schweinsteiger ein Auslaufmodell?

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