thumbnail Hallo,

Mangelndes Selbstvertrauen und individuelle Fehler – es gibt keine größeren Probleme für einen Bundesliga-Trainer. Die Spieler beschwören den Teamgeist, der es nun richten soll.

Stuttgart. Mit einer nicht ganz ernst gemeinten Aussage und einem leichten Lächeln im Gesicht in der Mixed-Zone der Mercedes-Benz Arena brachte Vedad Ibisevic die Lage beim VfB Stuttgart nach dem Spiel am Samstag gegen Werder Bremen auf den Punkt: „Jetzt kann es nur noch besser werden.“ Was zunächst zynisch und überzogen klingt, stimmt aber, blickt man auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle. Nun wird der Teamgeist bei den Schwaben beschworen, um aus dieser brenzligen Situation wieder herauszukommen.

Individuelle Fehler sorgen für Niederlage gegen Bremen

Selten gelingt es einem Spieler direkt nach einer Partie, das Spiel so präzise zusammenzufassen, wie Vedad Ibisevic vom VfB es am Samstag gegenüber Reportern tat: „Wir sind gut gestartet, so wie wir uns das vorgenommen hatten, nämlich, dass wir sie (Anm. d. Red.: die Bremer) gleich unter Druck setzen. Dann haben wir ca. zehn Minuten gepennt, als wir auch wieder das Tor kassiert haben. Eigentlich war es eine gute erste Halbzeit von uns. Wir kommen dann zurück aus der Halbzeit, machen dann das 1:1, weil wir eigentlich in der Phase auch besser waren, finde ich.“

Soweit so gut, doch dann kommt die interessante Passage: „Nach dem 2:1 war es schwer. Die individuellen Fehler haben uns sicher nicht geholfen, sagen wir mal so.“ Was der in der Hinrunde so treffsichere Angreifer der Schwaben am Samstag galant auszudrücken wusste, ist schon seit Wochen ein großes Problem der Schwaben: die individuellen Fehler und die damit einhergehende kollektive Unsicherheit auf dem Platz. Denn sind diese Fehler erst einmal passiert, dann wirkt das gesamte Team des VfB derzeit ratlos.

„Fehler können passieren, klar, aber nicht in jedem Spiel. Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich daraus lernen und im nächsten Spiel dann die Fehler nicht mehr machen.“


- Vedad Ibisevic

Für Bruno Labbadia ist das ein noch viel größeres Problem: Eigentlich ist es nun seine Aufgabe, die Mannschaft aus der Krise zu führen. Wo aber soll ein Trainer im Training ansetzen, wenn die Spieler am Wochenende immer wieder Fehler einer Jugendmannschaft machen, Dinge falsch machen, die man von einem Bundesliga-Profi als Basisfähigkeiten erwarten muss. Desweiteren kann Labbadia auch gegen das mangelnde Selbstvertrauen und das damit verbundene Zusammenbrechen nach Rückschlägen in einem Spiel wenig tun. Es ist ein Teufelskreis bei den Schwaben: Fehlendes Selbstvertrauen sorgt für individuelle Fehler, diese wiederum für Niederlagen. Und durch jede weitere Niederlage sinkt das Selbstvertrauen der Akteure nur noch mehr.

Spieler beschwören den Teamgeist

Die Spieler beschwören deshalb jetzt den Teamgeist, denn sie wissen: Nur gemeinsam können sie sich aus der Krise spielen. So sagte Christian Gentner am Samstag nach dem Spiel auf Nachfrage von Goal.com: „Es geht jetzt darum, dass wir zeigen, dass wir zusammenhalten, egal, ob der ein oder andere einen Fehler macht. Da darf keiner mit dem Finger auf andere zeigen.“

Stürmer Vedad Ibisevic ist der gleichen Meinung wie sein Teamkollege: „Egal wer die Fehler macht, wir sind eine Mannschaft. Auch wenn wir gewinnen, sind das nicht einzelne Spieler, sondern wir alle zusammen. Wir müssen aber jetzt so schnell wie möglich den negativen Trend stoppen. Fehler können passieren, klar, aber nicht in jedem Spiel. Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich daraus lernen und im nächsten Spiel dann die Fehler nicht mehr machen.“



Mittlerweile ist der VfB Stuttgart in einer echten Krise, der frühzeitige Klassenerhalt ist jetzt erst einmal das neue Ziel für die Schwaben. Dabei dürfte diese Fokussierung nicht allzu leicht sein, schließlich spielt der VfB Stuttgart auch noch in der Europa League und im DFB-Pokal mit. Daraus folgt, dass in den nächsten Wochen ein Spiel nach dem anderen auf die Stuttgarter zukommt, Zeit zum tief Luft holen bleibt da wenig.

Die Brisanz der aktuellen Situation ist Ibisevic, der am Samstag eines seiner schwächeren Spiele in dieser Saison machte, klar: „Wir haben in diesem Jahr alle Spiele verloren und es sieht nicht gut für uns aus, aber wir müssen einfach gemeinsam da rauskommen und nur so ist das möglich.“ Mit mannschaftlicher Geschlossenheit raus aus der Krise, das ist also das Motto für die nächsten Wochen beim VfB Stuttgart. Die Idee ist sicherlich nicht schlecht, doch nun müssen Resultate folgen. Aber nach den letzten Ergebnissen der Schwaben kann man sich der These von Ibisevic anschließen: Es kann nur besser werden.

EURE MEINUNG: Befreit sich der VfB zügig aus der Krise?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig