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Hoffenheims Manager glaubt, dass Tim Wiese auf absehbare Zeit nicht ins Tor der TSG zurückkehren wird – auch, um die Mannschaft stärker in die Pflicht zu nehmen.

Sinsheim. Andreas Müller, Manager des abstiegsbedrohten Bundesligisten TSG Hoffenheim, befürwortet eine größere Konstanz auf der Torwartposition. Er glaubt, dass die Diskussion um Tim Wiese der Mannschaft ein Alibi gegeben hat und beklagt die Überheblichkeit seiner Vorgänger.

Gomes ist der Favorit – Kapitel Wiese nicht zwangsläufig beendet

Gegenüber der Bild erklärt Müller, dass sich der zuletzt aus dem Kader gestrichene Keeper Tim Wiese im Training wieder anbieten könne, es aber derzeit keinen Anlass zu einem erneuten Torwartwechsel gebe: „Heurelho Gomes hat gegen Freiburg sehr ordentlich gespielt. Ich halte es auch für gefährlich, die Torhüter ständig zu wechseln.“

Solange der Brasilianer seinen Job mache, hätte Trainer Marco Kurz keinen Grund, Tim Wiese wieder ins Tor zu stellen, so Müller weiter. Das bedeute aber nicht, „dass das Kapitel Wiese in Hoffenheim im Sommer beendet ist“.

Enorme Eigendynamik um die Personalie Tim Wiese

Gegen den Vorwurf, den 31-jährigen Ex-Nationaltorhüter demontiert zu haben, wehrt sich Müller energisch: „Marco Kurz hat nach dem Spiel in Frankfurt gemerkt, dass sich alles nur auf Tim fokussiert. Da bestand auch die Gefahr, dass die Mitspieler sich ein Stück weit hinter Tim verstecken und ihn als Alibi benutzen könnten.“ Deshalb hätte man Wiese aus dem Tor nehmen müssen, schlussfolgert der 50-Jährige.

Müller glaubt zudem, eine Erleichterung bei Wiese nach dieser Entscheidung ausgemacht zu haben, „weil jetzt erst einmal der Druck von ihm abfällt und er sich nun auf seine Leistungen im Training konzentrieren kann“.



„Zahlen Preis für Überheblichkeit der Vergangenheit“

Weiterhin rechtfertigt der Manager die Transferpolitik des Tabellensechzehnten, der in der Winterpause rund zwölf Millionen Euro in neue Spieler investiert hat: „Ein Abstieg in die Zweite Liga würde uns wesentlich teurer zu stehen kommen.“

Dass ein Abstieg angesichts der individuellen Klasse vieler Spieler überhaupt im Bereich des Möglichen ist, sieht Müller in den Fehlern der Vergangenheit begründet. Neben der hohen Fluktuation auf dem Trainer- und Managerposten in den letzten fünf Jahren macht der Ex-Schalker vor allem die Überheblichkeit aus, die nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft in der Saison 2008/09 im Verein aufgekommen sei: „Damit fing alles an, da wurde der Eindruck geweckt: ,Jetzt heben die in Hoffenheim ab!‘“ Diese Vergangenheit dürfe man nicht glorifizieren, so Müller weiter, „denn wir bezahlen derzeit den Preis dafür.“

Für die Gegenwart und Zukunft fordert der Manager andere Werte ein: „Wir wollen wieder mehr für Bodenhaftung, Malochen und attraktiven Fußball stehen.“

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