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Pleiten, Pech und Pannen: Beim 1:2 in Mönchengladbach macht Fortuna Düsseldorf erneut etliche Fehler. "Wir sind trotzdem absolut im Soll", sagt Trainer Norbert Meier.

Mönchengladbach. Es gibt vermutlich keinen Bundesliga-Spieler, der bei Interviews nach dem Spiel so laut und deutlich spricht wie Dani Schahin. Weil sich der Stürmer auch im Anschluss an das Derby bei Borussia Mönchengladbach an seine üblichen Usancen hielt, bekam wirklich jeder Besucher des überfüllten Interview-Bereichs mit, warum die Düsseldorfer Fortuna als Verlierer den Platz verlassen musste. Es war eine knappe, aber treffende Analyse, auf weitere Stellungnahmen hätte man am Samstagabend eigentlich verzichten können.

Schahin schimpfte: „Mir fehlen ein bisschen die Worte. Wir wollten wach und präsent sein, haben aber wieder die erste Halbzeit verschlafen. Das war überflüssig, schade und ärgerlich!“ Der Düsseldorfer verriet dann noch eine weise Erkenntnis aus den 90 Minuten zuvor: „45 Minuten reichen in der Bundesliga nicht. Fehler können passieren, aber wir waren nicht wach.“

Tatsächlich wäre die Niederlage vermeidbar gewesen, wenn die Mannschaft von Norbert Meier nicht erst Mitte der ersten Halbzeit langsam mit dem Fußballspielen begonnen hätte.

Schahin schafft nur den Anschluss

So aber kamen die Gastgeber vor 50.315 Zuschauern durch Juanan (6./Eigentor) und Patrick Hermann (14.) zum schnellen 2:0 und hatten danach einige Möglichkeiten,  die Partie vorzeitig zu entscheiden. Schahin gelang per Handelfmeter noch der Anschluss (50.), aber am Ende hatte die Niederlage Bestand.

Die Performance der Düsseldorfer Fußballer in den ersten Minuten war der Aufgabe nicht würdig. Beim 0:1 spitzelte Innenverteidiger Juanan den Ball nach einer Hereingabe von Oscar Wendt ins eigene Netz, obwohl Torhüter Fabian Giefer den Ball wohl sicher abgefangen hätte. Beim 0:2 passte Linksverteidiger Johannes van den Bergh nicht auf, Luuk de Jong spielte den Ball in die Mitte, Herrmann vollendete problemlos.

Erst nach dem Wechsel spielten die Gäste besser – begünstigt durch ein überflüssiges Handspiel von de Jong im Strafraum, das zum 1:2 durch Schahin per Elfmeter führte und der Fortuna neuen Mut machte. Weil die Mannschaft im Anschluss 20 Minuten lang Druck auf das gegnerische Tor entfachen konnte, hätte das Spiel in dieser Phase kippen können.

Klare Torchancen blieben allerdings aus, auf der anderen Seite hatten die Gastgeber mehrfach die Gelegenheit, per Konter für die Entscheidung zu sorgen. Düsseldorf-Keeper Giefer parierte zweimal glänzend gegen den eingewechselten Mike Hanke und Arango.

"Wir sind absolut im Soll"

„So wie in den ersten 20 Minuten nach der Pause hätten wir über die gesamte Spieldauer spielen müssen. Dann ist es möglich, ein Spiel zu gewinnen“, sagte Giefer später. Sein Chef, Trainer Meier, kritisierte zwar die Fehler seiner Elf, wollte die Niederlage aber nicht überbewerten: „Wir haben 21 Punkte und sind absolut im Soll. Wir haben jetzt zwar zweimal verloren, aber wir haben ein anderes Ziel, als Deutscher Meister zu werden.“

Nach dem Pokal-Aus in Düsseldorf im Oktober kam der Sieg am Samstag für die Gladbacher genau richtig. Es gebe noch viel zu tun, sagte Trainer Lucien Favre, lobte aber auch: „Der Anfang war gut, und auch nach der Pause wollten wir aktiv sein. Aber mit Ballverlusten geht das nicht. Es ist gut, dass wir dann die Ruhe behalten haben und am Ende weitere gute Aktionen hatten.“

Von der erneuten Europapokal-Qualifikation sprach am Abend niemand mehr, aber dass die Gladbacher nun punktgleich mit dem Tabellen-Sechster Schalke Siebter sind, wird niemandem entgangen sein.

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