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Es war ein hartes Stück Arbeit, das die 96er beim Sieg gegen den VfL Wolfsburg zu verrichten hatten. Nach einer Abwehrschlacht konnte endlich wieder ein Dreier eingefahren werden.

Hannover. Drei Spiele in Folge hatte das Team von Hannover 96 zuletzt verloren, die Europa-League-Ränge so aus den Augen verloren. Da brauchte es vermutlich eine Partie wie das Niedersachsenduell gegen den VfL Wolfsburg, um sich für die vergangenen Wochen zu rehabilitieren. Die Mannschaft aus der VW-Stadt war im Gegensatz zum Rivalen von der Leine auf dem aufsteigenden Ast und in der Bundesliga bis auf einen Punkt an 96 rangerückt, die „Roten“ aber ließen die „Wölfe“ am Samstag nicht vorbeziehen - 2:1 siegte Hannover in der AWD-Arena nach 90 umkämpften Minuten.

Für den so dringend benötigten Dreier war allerdings ein hartes Stück Arbeit nötig - und eine Portion Glück: „Ein Unentschieden wäre auch verdient gewesen“, erklärte 96-Rechtsverteidiger Sofian Chahed nach der Partie, die Hannover ab der 34. Minute mit zehn Mann bestreiten musste. Neuzugang Sebastien Pocognoli war mit gestrecktem Bein in Gegenspieler Fagner gegangen und traf ihn am Bauch - Platzverweis.

Schlaudraff verteidigt Pocognoli

Jan Schlaudraff verteidigte seinen Mannschaftskollegen: „Das sah sehr unglücklich aus, weil er ihn mit gestrecktem Bein relativ weit oben trifft. Man kann aber auch erkennen, dass er das gar nicht wollte - er denkt, dass der Ball vorspringt und will dann den Ball mit der Fußspitze wegspitzeln, dadurch hat er das gestreckte Bein. Deshalb ist es eine vertretbare Entscheidung, aber kein böswilliges Foulspiel.“

Zu diesem Zeitpunkt führte die Elf von Mirko Slomka bereits mit 1:0, Mohammed Abdellaoue hatte bereits nach drei Minuten getroffen, als Gegenspieler Simon Kjaer geschlafen hatte und den Ball bereits im Aus wähnte. Dafür gab’s Lob von Schlaudraff: „Moa spekuliert, dass der Ball nicht aus ist, nimmt ihn mit - und seine Qualitäten im Abschluss kennen wir ja, die hat er dann eindrucksvoll gezeigt.“

Diouf erhöht

Auch nach der Roten Karte lief es zunächst bestens für 96, Mame Diouf drückte wenig später eine Hereingabe von Chahed in bester Knipser-Manier zum 2:0 über die Linie. Fortan beschränkte 96 sich hauptsächlich auf die Defensive: „Es ging vor allem ums Verteidigen und nicht darum, schön zu spielen“, betonte Johan Djourou, die Innenverteidiger-Leihgabe vom FC Arsenal.

Das gelang nicht immer, kurz nach dem Seitenwechsel griff Keeper Ron-Robert Zieler nach einer Ecke von Diego daneben, der eingewechselte Alexander Madlung netzte zum Anschlusstreffer ein. Wolfsburg machte in der Folge mächtig Druck, kam selten zu großen Chancen, und wenn, dann wurden diese liegengelassen - so konnte 96 die knappe Führung in Unterzahl über die Zeit retten.

Schlaudraff grätscht nicht gerne

„Wenn man 55 Minuten in Unterzahl so kämpft wie wir, hat man sich am Ende auch die drei Punkte verdient“, befand Schlaudraff. Auch der Freigeist in Hannovers Reihen war sich nicht zu schade, immer mal wieder die Grätsche auszupacken - obwohl so etwas sonst so gar nicht seine Sache ist: „Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn wir in Überzahl ein bisschen Tocka-Tocka hätten spielen können. Aber es war nun mal so, dass wir einer weniger waren, und wie der Rest auch habe ich versucht, alles zu geben.“

So lag der Schlüssel zum Erfolg in der kollektiven Defensivarbeit: „Insgesamt haben wir sehr gut verteidigt, jeder hat für den anderen gefightet“, so Schlaudraff weiter. Zwar waren hier und da in der 96-Defensive durchaus Unsicherheiten zu erkennen - bestraft wurde jedoch nur eine. Chahed traf mit seiner Einschätzung wohl ins Schwarze: „Das ist abgehakt und morgen fragt keiner mehr danach - drei Punkte und gut ist.“

EURE MEINUNG: Kann 96 nun eine Erfolgsserie starten?

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