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In der Liste der einkommensstärksten Klubs der Welt rückt der BVB langsam wieder in Richtung Spitzengruppe. Der sportliche Erfolg macht sich auch finanziell bemerkbar.

Dortmund. Zum fünften Mal hintereinander führen dieselben sechs Vereine die „Deloitte Money Football League“ an, die Liste der einkommensstärksten Fußballklubs der Welt. Die Spitzenpositionen sind damit fest verteilt, doch auf den hinteren Plätzen gibt es einige Bewegung.

Aus deutscher Sicht ist wie immer Bayern München ganz vorne mit dabei, doch hinter dem Rekordmeister pirscht sich wieder der alte schwarz-gelbe Rivale heran, der in den vergangenen zwei Spielzeiten drei der vier zu vergebenden nationalen Titel holen konnte: Borussia Dortmund ist ein Aufsteiger des Jahres in der Liste – und kletterte vom 16. auf den 11. Platz.

In die richtige Richtung

Die Bayern, die den vierten Platz belegen, haben zwar immer noch mit 368,4 Millionen Euro fast doppelt so hohe Einnahmen wie der BVB mit 189,1 Millionen Euro, doch es ist die Entwicklung, die bei der Borussia in die richtige Richtung zeigt. Mit den Dortmundern lässt sich wieder richtig Geld machen – und das muss vor dem Hintergrund der Beinahe-Pleite im Jahr 2003 als kleines Wunder gesehen werden.

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Vor rund zehn Jahren stand der Verein „einen Millimeter vor der Insolvenz“, wie BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Interview mit der FAZ berichtete. Inzwischen sind die Schwarz-Gelben gleich mehrere Riesenschritte weitergekommen – allerdings in die andere Richtung, zurück in die Erfolgsspur.

Amoroso als Symbol

Die bedrohliche Situation in den Jahren 2003 und 2004 hatte zum einen mit Fehlkalkulationen beim Stadion-Umbau zu tun. Zunächst wurde die Arena 2002 an einen Investmentfonds verkauft, doch nachdem klar war, dass rund 17 Millionen Euro Miete pro Jahr zu zahlen waren, entschied sich der Klub zum Rückkauf 2004 zu deutlich besseren Konditionen. Zum anderen waren aber auch der allzu riskante und großzügige Umgang mit Ablösesummen und Spielergehältern für den Absturz verantwortlich. Beispielhaft für die Geschäftspolitik zur damaligen Zeit war die Verpflichtung von Marcio Amoroso. Der Brasilianer ist immer noch der drittteuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte: Er kam 2001 für umgerechnet 25 Millionen Euro vom AC Parma, half erst mit seinem Toren zum Meistertitel 2002, war dann oft verletzt und sein Vertrag wurde drei Jahre später von den Dortmunder aufgelöst, ohne eine Ablösesumme von irgendeinem Klub zu kassieren.

Kosten senken zum Überleben

Als für die Saison 2003/04 die Qualifikation zur lukrativen Champions League nicht gelang, bröckelte die Fassade des Klubs langsam ab. Sportlich ging es in Richtung der sechsten und siebten Plätze, die der Klub 2004 bis 2006 erreichte. Die alte sportliche Führung musste gehen und mit Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer versuchte der Verein einen Neuanfang. Die Kosten für den Bundesliga-Kader wurden radikal von 57 Millionen Euro im Jahr 2003 auf weniger als die Hälfte im Jahr 2006 gesenkt (25,8 Millionen Euro). Dass es danach deshalb sportlich noch weiter bergab auf die Plätze 9 und 13 ging, war fast zwangsläufig.

BORUSSIA DORTMUND IN ZAHLEN
Jahr Einnahmen in Mio. Euro Veränderung zum Vorjahr
2008 108  
2009 104 -3,7%
2010 105 +1,0%
2011 139 +32,4%
2012 189 +36,0%

Jung und erfolgreich

Die überraschende Wiederauferstehung folgte unter Trainer Jürgen Klopp: Mit der jüngsten Meistermannschaft der Bundesliga-Geschichte mit einem Durchschnittsalter von nur 24,2 Jahren holte der BVB in Klopps drittem Jahr in der Saison 2010/11 den Titel. Eine Saison später gelang nicht nur die Titelverteidigung, sondern sogar das Double. Mit jungen Spielern wie Mats Hummels, Marcel Schmelzer oder Mario Götze formte der Coach ein Team als eine echte Einheit und steigerte den Marktwert der schwarz-gelben Truppe. Und der Transfer von Marco Reus, der im vergangenen Sommer für 17 Millionen Euro aus Gladbach geholt wurde, zeigt, dass der Klub inzwischen finanziell wieder auf derart festen Füßen steht, dass auch wieder Beträge auf den Tisch gelegt werden können, die an die Zeiten vor zehn Jahren erinnern – auch wenn aktuell vieles beim BVB im Vergleich nicht nur anders, sondern vor allem besser ist.

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