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Mit einem 3:2-Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf stieg der FC Augsburg in die Bundesliga-Rückrunde ein und verkürzte den Abstand auf die Nicht-Abstiegsplätze. Dank Sascha Mölders.

Düsseldorf. Sascha Mölders vom FC Augsburg vergeudete keine Zeit. Erst um 4.00 Uhr morgens war er in seine schmucke Doppelhaushälfte in Kissing zurückgekehrt, fünf Kilometer südlich von Augsburg - „MÜÜÜDE!“, wie er seinen 4355 Fans bei Facebook bereits um 9.29 Uhr schrieb. Doch das war nicht das Einzige, was der Stürmer des FC Augsburg auf seine Seite stellte: Darunter stand eine Statistik, die den 27-Jährigen als Nummer eins der Bundesliga ausweist. Sechs Tore in acht Spielen, 0,75 Tore pro Spiel, mehr als Stefan Kießling oder Mario Mandzukic.

Der Po brannte noch etwas

Und ein Souvenir hatte sich der Matchwinner nach dem 3:2 (2:0) beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf auch noch mitgebracht. „Etwas A....-Aua“, ein Schmerz am Allerwertesten, mit dem er das kuriose 3:0 erzielt hatte. Fortunas Torhüter Fabian Giefer hatte ihn angeschossen - und dem Torjäger zuvor bereits das 1:0 mundgerecht serviert. „Tor. Tor ist Tor“, sagte Mölders, als er mit den dick getapten Füßen in Badelatschen aus der Kabine kam.

Es passte zu Sascha Mölders, dass er den Doppelpack mit einem reichlich verunglückten Salto gefeiert hatte. Sonderlich filigran ist er nicht, aber ein Mann mit Tor-Instinkt, dem egal ist, ob er im Champions-League-Endspiel steht oder auf dem Ascheplatz des Vogelheimer SV Essen, wo er mit dreieinhalb Jahren erstmals zum Training ging. Er ist kein Produkt der Nachwuchsleistungszentren, er spielte mit 19 noch für Wacker Bergeborbeck. „Wer auf Asche groß wird, kann mehr ab als andere. Es macht mich krank, dass auf meinem ersten Platz jetzt Kunstrasen liegt“, hat Mölders einmal gesagt.

Spätestens seit Sonntag ist er die personifizierte Hoffnung der Augsburger auf einen erfolgreichen Abstiegskampf. Das ist normalerweise eine Last, jedoch nicht für Sascha Mölders. Der weiß, was Verantwortung bedeutet: Mit seiner Frau Ivonne hat er vier Kinder, Lio, Renne, Joy und Noah. Das älteste ist 13. Sascha Mölders ist 27. „Meine Frau und ich lieben halt Kinder“, sagt er, doch er könne eines versichern: Seine Familienplanung sei jetzt abgeschlossen.

Dreier, wir brauchen Dreier

Mit der Saisonplanung sieht es anders aus. „Wir kennen die Tabelle. Wir brauchen dringend Dreier“, sagte er, und Tore, egal, ob „mit dem Hinterteil“ oder sonst was. Zu den Toren in Düsseldorf kam er jedenfalls wie die Jungfrau zum Kinde. Trainer Markus Weinzierl sagte, Mölders habe die Fehler des Torwarts provoziert: „So kann er weitermachen.“ In der Chronik des Vereins steht Mölders ohnehin unauslöschlich mit den ersten Treffern in der Bundesliga-Geschichte der Schwaben. Seine Facebook-Begrüßung: „Alles für den Klassenerhalt!!!!“

Er wird genauso weitermachen, wie es sein Trainer fordert. Aggressiv, laufstark. Und ruhig. Als seine Frau in den Wehen lag, stürmte er noch eine Halbzeit für Rot-Weiss Essen, danach fuhr er ins Krankenhaus und erlebte die Geburt seiner Tochter noch im Trikot. Wieder Zuwachs für sein Glückstattoo auf dem Unterarm. Sascha Mölders vergeudet eben keine Zeit.

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