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Mit seinem Engagement bei den Bayern erteilt der spanische Erfolgstrainer Guardiola dem Klub und besonders der ganzen Liga den Ritterschlag. Zudem war es eine Ohrfeige für die EPL.

München. Die Meldung des Jahres 2013 in Sachen Fußball gehört zweifelsfrei der Bundesliga: Pep Guardiola ist ab dem Sommer der neue Trainer des FC Bayern München. Der Mann, der mit dem FC Barcelona 14 Titel in vier Jahren holte, entscheidet sich gegen die sicherlich lukrativen Angebote aus der englischen Premier League und für die deutsche Bundesliga. Welchen Einfluss hat das auf die Liga, den deutschen Fußball und vor allen Dingen: Wie werden die Engländer diese fette Kröte schlucken, gegen den „Erzfeind auf dem Fußballfeld“ mal wieder den Kürzeren gezogen zu haben?

Pep Guardiola wird der Liga einen Boost geben

Es stand auch vor der Verpflichtung der Bayern von Pep Guardiola fest, die Bundesliga ist eine Top-Liga in Europa. Und doch ist dieser Coup der Bayern ein Fanal, welches den anderen Ligen in Europa signalisiert: Die Bundesliga ist nicht nur eine der Ligen Europas, sondern DIE Liga, für welche sich der weltweit am heftigsten umworbene Trainer entschieden hat. Damit wird auch der europäische Stellenwert der ganzen deutschen Liga beeinflusst und in ihrem Wert geboostet. Pep zieht das Medieninteresse auf sich. Nicht nur national in Spanien, sondern international. In Europa, auf der gesamten Welt. Mit Guardiola als Trainer des FC Bayern wird auch die Gesamtliga noch stärker als bisher in den internationalen Fokus rücken. Davon kann die Bundesliga nur profitieren und das wird sie. Darum wird diese Entscheidung auch die anderen Klubs der Liga mehr als freuen.

Die Türen für internationale Topstars werden geöffnet

Meinung von der Insel
Jonathan Birchall | Goal.com UK

Die Topklubs der Premier League werden torkeln, denn mit Pep Guardiola hat sich der begehrteste Trainer im Weltfußball gegen England und für Deutschland und die Bayern entschieden.

ManCity hat in den letzten zwölf Monaten bereits die Ex-Barca-Verantwortlichen Txiki Begiristain und Ferran Soriano verpflichtet. Für sie ist Peps Entscheidung ein echter Schlag. Denn der Katalane wurde von vielen bei City als perfekter Coach für das Langzeitprojekt des Premier-League-Champions angesehen. Auch Roman Abramovich wird ziemlich enttäuscht von Guardiolas Wechsel nach Bayern sein. Zwei Mal hatte er den 41-Jährigen zuletzt kontaktiert, um ihm ein Engagement an der „Stamford Bridge“ schmackhaft zu machen. Und auf der anderen Seite Londons, bei Arsenal (ein Klub, den Pep sehr verehrt), werden sie sich nach einem anderen Coach umsehen müssen, wenn Arsene Wengers Amtszeit zu Ende geht.

Jose Mourinho, der gemeinsam mit Guardiola von Sir Alex Ferguson als potenzieller Nachfolgekandidat bei Manchester United geadelt worden war, ist nun in England erste Wahl, falls er Real wie erwartet im Mai den Rücken kehrt.

Egal, was es mit „The Special Ones“ Rückkehrplänen auf sich hat, jeder der großen Fische in der Premier League wird nach Peps Äußerungen gegenüber der FA in dieser Woche gehofft haben, dass Guardiola nach England kommt. In Wirklichkeit ist die heutige Nachricht ein richtiger Schlag ins Gesicht der Liga, die sich in schöner Regelmäßigkeit als Beste der Welt bezeichnet.

Doch die Verpflichtung von Pep hat noch einen weiteren und sehr interessanten Seiteneffekt: Auch auf Spieler - und gerade die Topstars des internationalen Fußballs - wirkt diese Entscheidung des Erfolgs-Coaches sicher wie eine Bombe. Hatte die Bundesliga in Transferhinsicht bisher doch häufiger das Nachsehen und haben sich gefragte Spieler in etlichen Fällen für die englische Premier League oder die italienische Serie A entschieden, so zeigt dieser Toptransfer auf Trainerebene: Die Bundesliga ist (wieder) wer!

Geht der weltweit aktuell wohl beste Coach in die Bundesliga, ist das eine Hausnummer, eine Kampfansage an den europäischen Fußball und ein Brett mit entsprechender Außenwirkung – eben auch auf die Spieler. Über den Schritt des Trainers zum FC Bayern werden damit selbstverständlich auch für die anderen Klubs der Liga Türen und Tore geöffnet. Top-Coaches werden die Bundesliga genauer betrachten und Spieler die Angebote aus Deutschland, wo ein Pep Guardiola trainiert, weitaus wohlwollender prüfen.

Die Bundesliga dreht der Premier League eine Nase

Und auch in anderer Hinsicht ist die Pep-Entscheidung Balsam für die Seelen: Hatte die gesamte Insel, die großkopferten Geldgeber der EPL, die reichen Scheichs, die Fans und nicht zuletzt die Klubs selbst nur einen Wechsel von Pep auf die Insel auf dem Schirm, ist es nun an der Zeit für ein freudiges: In your face! Ihr, liebe Insulaner wolltet Pep? Er würde nur in die EPL gehen?

Schaut genau hin, wo er ist. Nicht im Londoner Nebel oder im Regen von Manchester oder gar im tristen Liverpool, sondern im mediterranen und weltoffenen München. Das wird inselweit für eine Schockstarre sorgen, denn da war nur noch zu klären, zu welchem Klub der EPL er geht. Hochmut kommt vor dem Fall!

Ihr wolltet ihn um jeden Preis, wir haben ihn! München bietet Pep all das, was der Rest Europas ihm nicht bieten konnte – er ist schnell in Mailand, kann dort wunderbar shoppen, es ist ein Katzensprung nach Spanien und er trainiert in der wohl stärksten Liga des Kontinents. Ja, stärkste Liga des Kontinents, denn die Bundesliga ist die Liga, welche noch sieben Klubs in den europäischen Wettbewerben hat. Verein top, Liga top, Stadt top, Land top – Trainerherz, was willst du mehr?

Ja, diese Verpflichtung ist ein Hammer und das, wie zu sehen ist, gleich in mehrerlei Hinsicht. Davon profitiert nicht nur der FC Bayern. Auch die ganze Liga und vor allen Dingen wir Fans können uns freuen, denn es gibt uns die Chance zu Jubel sowie auch etwas Häme in Richtung England.

So macht Fußball Spaß! Mir zumindest, denn es stärkt berechtigt das Ansehen des gesamten deutschen Fußballs. Konklusio: Der Wert der Bundesliga ist stärker als die Macht des Scheich-Geldes in England!

EURE MEINUNG: Wie seht Ihr die Außenwirkung dieser Verpflichtung auf den deutschen Fußball und Topspieler aus anderen Ländern? Wird die Bundesliga spannend für die Topstars?

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