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In einem Interview hat sich Christoph Metzelder explizit zu seinen Zukunftsvorstellungen geäußert und auch gesagt, wieso er seine Unzufriedenheit bei Schalke so lange deckelte.

Gelsenkirchen. Am 30. Juni 2013 wird Christoph Metzelders Vertrag beim FC Schalke 04 auslaufen. Eine mögliche Verlängerung des Vertrags hat der Spieler von sich aus ausgeschlossen. In einem Interview gegenüber sportschau.de blickte der 32-jährige Abwehrspieler nun auf seine Karriere zurück. Dabei betrachtet die Situation auf Schalke und im Profifußball durchaus kritisch.

Unzufrieden als Reservist

Der ehemalige Nationalspieler wurde in dieser Saison im Ligabetrieb lediglich ein einziges Mal eingewechselt. Obwohl ihn mehrere Verletzungen immer wieder zurückwarfen, ist er mit seiner Reservistenrolle alles andere als zufrieden. „Es ist sicher eine Erkenntnis aus der Hinrunde, dass ich schon früher hätte spielen müssen, um anderen Spielern eine Ruhepause zu verschaffen“, sagte der Verteidiger.

„Aber klar ist, dass jemand, der sportlich eine andere Rolle als ich derzeit spielt, sicher mehr Einfluss nehmen kann. In gewissen Bereichen kann ich sicher nicht mehr so durchgreifen, wie das vielleicht mal der Fall war.“ Auf seine Unzufriedenheit angesprochen und warum er dies nicht bereits früher geäußert habe, erwiderte Metzelder: „Es bringt nichts, sich öffentlich auszuweinen.“ Er ergänzte: „Ich versuche, einen vernünftigen Abgang hinzubekommen.“

Bayern zeigt, wie es gemacht wird

Die Situation auf Schalke verglich er dabei mit der bei dem Ligakonkurrenten Bayern München. „Die Bayern zeigen seit Jahrzehnten, dass sie den Mut haben, viele Spieler einzusetzen. Unser Spielerkader wird nicht besser, wenn ich den Spielern 14 bis 25 kaum Spielpraxis gebe“, argumentierte der Abwehrspieler.

Besondere Verantwortung verspürt Metzelder, der sich nach seiner Zeit bei den „Knappen“ intensiver um seinen Heimatverein TuS Haltern kümmern möchte, im Bereich der Jugendarbeit. Er beonte den Wandel, den der Profifußball in den vergangenen Jahren erlebt hat. Den Jugendtrend bewertet Metzelder als durchaus normal, musste er sich doch zu Beginn seiner Profikarriere ebenfalls gegen einen großen Fußballer durchsetzen.

Mangel an Demut

„Als 19-Jähriger habe ich Jürgen Kohler den Platz im Team abgejagt, jetzt bin ich selber dran. So ist der Zyklus im Leistungssport“, gab Metzelder zu Protokoll. Besorgt zeigte er sich allerdings über den einziehenden Individualismus. „So gut, wie diese neue Generation auch Fußball spielt, wie gut sie auch ausgebildet ist, es mangelt ihr teilweise an Demut, den man im Mannschaftssport mitbringen muss.“

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