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Trotz sensationeller Hinrunde will man bei den Bayern nichts von Meisterschafts-Entscheidung hören – im Gegenteil. Manager und Trainer reden den Spielern ins Gewissen.

Doha. Bayern Münchens Sport-Vorstand Matthias Sammer bremst nach einer beeindruckenden Hinrunde auch weiterhin die Euphorie beim Rekordmeister. Das Trainingslager in Katar sei ein „ganz kleiner Anfangsschritt“.

Anknüpfen an die Hinrunde

Matthias Sammer dürfte beim FC Bayern München so ziemlich der Einzige sein, der sich auf das winterliche München freut. „Ein bisschen Schmuddelwetter tut uns jetzt ganz gut. Unter diesen Bedingungen hier lauern gewisse Gefahren. Das ist gefährlich“, sagte der Sport-Vorstand von Bayern München vor dem Rückflug aus Doha am Mittwoch. Überhaupt präsentierte sich der 45-Jährige am Dienstag im Trainingslager des Fußball-Rekordmeisters in Katar wieder einmal als einsamer Mahner in der Wüste.

„Bis hierher können wir zufrieden sein. Wir sind aber nicht weiter, als dass wir körperliche Grundlagen gelegt haben“, betonte Sammer. Die Botschaft sei vielmehr: „Es ist ein ganz kleiner Anfangsschritt getan auf dem Weg Richtung Fürth. Es liegt noch ganz viel vor uns. Die Botschaft kann nicht sein: Es ist alles gut. Der Anfang ist gut, aber nicht mehr.“

Sammer will sich von einer gelungenen Trainingswoche in der Sonne von Doha und von einer beeindruckenden Hinrunde nicht blenden lassen. „Wir müssen zu dem, was wir in der ersten Halbserie gespielt haben, in aller Konsequenz zurückkehren. Das muss die Orientierung sein“, forderte er.

Barcelona als Vorbild

Als leuchtendes Beispiel für den souveränen Herbstmeister führte er den FC Barcelona an, der zuletzt in der Primera Divison im Stadtderby gegen Espanyol schon nach 29 Minuten 4:0 geführt hatte. Der FC Bayern sei dagegen noch in „einer Entwicklung“. Der Maßstab sei „europäische Spitze“. In der Hinrunde habe man „lange Zeit fast in Perfektion“ agiert, aber wenn dann eben mal „zwei, drei Prozent fehlen, dürfen wir das nicht ignorieren. Da weisen wir eben immer wieder dezent darauf hin.“

Auch Trainer Jupp Heynckes habe deshalb der Mannschaft bewusst gemacht, „dass sie zwar Selbstbewusstsein an Tag legen darf, aber wir unbeirrbar unseren Weg gehen müssen. Diesen Nachweis haben wir zu bringen. Wir spüren alle, dass wir diesen Schritt gehen müssen.“



Keine Trainerdiskussion

Noch gehen die Bayern diese Schritte mit Heynckes. Doch die Zukunft des 67-Jährigen bleibt auch weiter unklar. „Wir haben einen super Trainer. Die Entscheidung wird so sein, dass diese Superlösung bleibt oder wir eine neue Superlösung präsentieren werden. Das ist die Aussage“, sagte Sammer.

Es seien „alle Zeitfenster, alle inhaltlichen Themen besprochen. Lassen Sie uns arbeiten, warten Sie ab. Es ist alles klar festgelegt.“ Die Spekulationen um Heynckes würden den FC Bayern in der Rückrunde nicht daran hindern, unterstrich der Sport-Vorstand, „weltklasse zu arbeiten“.



Kommt der „Wunschspieler“ im Winter schon?

Möglicherweise erhalten die Bayern zur Realisierung ihrer Ziele sogar noch Verstärkung. Einen Wechsel des Mainzer Abwehrspielers Jan Kirchhoff schon im Winter wollte Sammer nämlich nicht ausschließen. „Der Ball liegt bei Mainz. Ich habe gelesen, dass der Mainzer Trainer den Spieler nicht abgeben will, der Manager aber vielleicht unter gewissen Umständen. Solange wir keine Signale bekommen, sehen wir das entspannt. Wir haben den Spieler ab Sommer unter Vertrag“, sagte er.

Der FC Bayern hat den 22 Jahre alten Innenverteidiger ab 1. Juli ablösefrei bis 2016 verpflichtet. In den vergangenen Tagen waren aber immer wieder Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang des U21-Nationalspielers nach München aufgekommen. Kirchhoff, von Sammer als „Wunschspieler“ und „Rohdiamant“ bezeichnet, hatte selbst von einer Option gesprochen. Als mögliche Ablöse waren drei Millionen genannt worden.

Sollte Kirchhoff noch im Januar wechseln, würde dies den ohnehin großen Konkurrenzkampf bei den Bayern zusätzlich verschärfen. Aber über „Eventualitäten“ wolle er nicht reden, meinte Sammer, „wir müssen Inhalte in den Mittelpunkt stellen“. Immerhin habe er „wohlwollend registriert“, dass die Führungsspieler Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer zuletzt schon betont hätten, „dass Egoismen bei uns keine Rolle spielen dürfen“. Sollte es beim einen oder anderen Spieler, der nicht so zum Zuge kommt, dennoch „brodeln, so sehe ich das nicht negativ“. Wie auch die Rückkehr nach München.

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