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Die vermeintlich beeindruckendste Trainerleistung der Bundesliga im Jahr 2012 legte Freiburgs Christian Streich hin - und wurde dabei zu einer Kultfigur.

Freiburg. Noch vor einem Jahr war der SC Freiburg mit fünf Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz das Schlusslicht der Bundesliga. Nach der vergangenen Hinrunde findet man die Breisgauer nun auf Rang Fünf wieder. Vater des Erfolgs ist zweifelsohne Trainer Christian Streich.

Diese Aufstiegsstory, verbunden mit seiner unkonventionellen und kauzigen Art, hat um Streich einen großen Hype entstehen lassen. Auch seine scheinbare Bodenständigkeit und Bescheidenheit trugen dazu bei: „Das ruft bei den Menschen vielleicht irgendetwas hervor“, sagte er der dpa.

Streich braucht Anerkennung und Lob

Dabei sieht Streich sich selbst als relativ eitlen Zeitgenossen: „Eigentlich gilt das doch als etwas Negatives in unserer Gesellschaft. Komischerweise transportiert das aber kaum jemand in den Medien. Ich bin ein Mensch, der Anerkennung und Lob benötigt.“

Heimat in der Provinz

Streichs Heimat ist das kleine Eimeldingen bei Freiburg. Eine überschaubare Gemeinde im Landkreis Lörrach, mit gut 2000 Einwohnern, über die gesagt wird, der Kreisverkehr sei das Spannendste an ihr.

Streichs Vater besuchte die Spiele seines Sohnes in dessen Funktion als Freiburger Jugendtrainer jahrelang mit Jute-Beutel, Thermoskanne und Wurstbrot. Diese Zeit habe Christian Streich Bodenhaftung und Respekt eingetrichtert, bevor er auf die schillernde Bühne der Bundesliga kam.

Wesenszug Pessimismus

Zu Streichs auffallendsten Wesenszügen gehört auch ein gewisser Zweckpessimismus. So relativiert er selbst die beeindruckende Hinrundenbilanz seiner Mannschaft: „Wir wissen, was möglich ist. Wer weiß, wie es in einem Jahr aussieht, vielleicht sind die Leute dann nicht mehr so freundlich zu mir. Ich rechne schon mit dem Negativen, ich sehe den Schatten schon. Mit jedem Schulterklopfen und jeder Anerkennung steigt die Erwartung“, befürchtet er.

Freiburgs Verteidiger Matthias Ginter bestätigt Streichs kritische Art. Dem Offenburger Tagblatt sagte er: „Er kritisiert schon ziemlich viel. Am Anfang fällt es schwer, damit umzugehen. Man gewöhnt sich dran. Er lobt nicht so gern“.

Positiv sieht Streich dagegen die Menschen in Freiburg: „Die Leute sind völlig nett zu mir“, sagt er, aber nicht ohne direkt wieder zu relativieren: „Ich hoffe, das bleibt so.“

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