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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist Werder Bremen dran!

Verein: Werder Bremen
Bundesliga: Platz 12
DFB-Pokal: 1. Runde


Zielsetzung: In erster Linie will Werder Bremen endlich wieder ins internationale Geschäft, nachdem man zwei Jahre dort nicht vertreten war, doch man ist sich der Tatsache bewusst, dass dies die Zielsetzung vieler Vereine auf ähnlichem Niveau ist. Das Mittelfeld ist erneut gewachsen und zusammengerückt, sodass es hart wird, einen der begehrten Plätze zu ergattern.

LIGA & POKAL: voll ausreichend (4+)

Das Aus in der ersten Pokalrunde bei Preußen Münster war gleich ein herber Dämpfer, zwar gegen ein starkes und entfesseltes Heimteam, doch gegen ein Drittligateam an sich unwürdig für Werder. Nach dem totalen Umbruch besonders im Angriff waren die Erwartungen selbstverständlich nicht in den Himmel gewachsen, doch nach der Hinrunde sind schlicht zu wenig Punkte auf dem Konto – das Thema ist die mangelnde Konstanz, wie die letzten vier Ergebnisse beispielhaft zeigen: 1:4, 4:1, 1:4, 1:1 – das wird für die Europaränge nicht reichen.

UNTERHALTUNG: voll befriedigend (3+)

Wenn es läuft, ist auch mal eine Gala wie gegen Hoffenheim oder Gladbach drin, die andern Siege waren allesamt auf des Messers Schneide – eine Führung gibt selten Sicherheit, oft genug brachte man einen Vorsprung nicht über die Zeit. Ein Spieler wie Kevin De Bruyne sorgte für den Spaßfaktor und war eine erfrischende Bereicherung, doch die Abwehr ist nach wie vor nicht sattelfest, auch wenn  auf den Außen mit Neuzugang Gebre Selassie und Lukas Schmitz endlich Fixpunkte gefunden wurden, denen man zutraut, dauerhafte Lösungen sein zu können.

TRANSFERMARKT: noch gut (2-)

Königstransfer Eljero Elia wartet noch auf seinen Durchbruch und den ersten Bundesligatreffer, machte aber praktisch alle Spiele – von Enttäuschung muss man nicht zwingend sprechen, doch Luft nach oben bleibt definitiv. Nils Petersen hingegen hat die Erwartungen durchaus erfüllt, sieben Treffer plus vier Assists sind für die Bayern-Leihgabe ein guter Wert und rechtfertigen die derzeitige Tendenz einer festen Verpflichtung. Chelsea-Leihe De Bruyne schlug trotz missverständlicher Aussagen des Belgiers in den Medien seines Heimatlandes absolut ein; ihn, der nach der Saison nahezu sicher nach London zurückkehren wird, würde man sehr vermissen. Dazu erfüllt Rechtsverteidiger Gebre Selassie die Erwartungen, Lukimya deutete in der Inenverteidigung seine Fähigkeiten an, während man bei Joker Akpala noch auf die großen Glanzlichter wartet – doch Allofs hat vor seinem überraschenden Abschied nach Wolfsburg noch einmal gute Arbeit geleistet und eine Perspektive geschaffen.

TRAINER & UMFELD: befriedigend (3)

Bis auf den erwähnten Allofs-Abgang war es ruhig wie eh und je in Bremen, doch der Abschied des langjährigen Sportdirektors und Geschäftsführers hat einen Einblick in die Grabenkämpfe an der Weser offenbart – besonders im Verhältnis zum Aufsichtsratsvorsitzenden Lemke, das für Allofs in seinen Überlegungen sicher eine große Rolle gespielt haben mag. Die Suche nach einem Sportdirektor dauert indes an; wie auch schon früher zeichnet sich eine interne Lösung mit Ex-Spieler und Neu-Aufsichtsratsmitglied Marco Bode ab, nachdem bereits Frank Baumann integriert wurde.

DIE STURMHOFFNUNG: Niclas Füllkrug

Schwer, hier jemanden zu benennen: Vorbereitungsgewinner Niclas Füllkrug bekam wenig Spielzeit, doch dürfte am ehesten dieser Beschreibung gerecht werden. Akpala machte bisher den Eindruck eines Stürmers, der guten Durchschnitt darstellt, aber nicht zwingend die Zukunft im Bremer Angriff ist.

MUSS BESSER WERDEN

Konstanz, Konstanz, Konstanz! Mit viel zu vielen Gegentreffern machte sich Grün-Weiß oft das Erfolgserlebnis kaputt und hatte daher trotz viel Lob für couragierte Auftritte am Ende oft das Nachsehen. Höhere Konzentration, bessere Rückwärtsbewegung sollten daher die Schlüsselbegriffe sein, wenn es darum geht, sich in der Rückrunde auch mal zu belohnen und die Effektivität zu steigern.

DER TRAINER: Gut (2)

Schaaf ist und bleibt in Bremen der Mann, die ewige Konstante auf der Bank. Zu Saisonbeginn hörte man im Umfeld viel von neuer Milde des Brummbären aus dem Norden, dem man mehr Kommunikation und Geduld mit seinen Spielern attestierte. Auch, nachdem das Traumduo „KATS“ (Klaus Allofs und Thomas Schaaf) nun gesprengt ist, wird der ruhige Trainerfuchs, dem die Systemumstellung von der Raute zum 4-3-3 oder auch mal 4-1-4-1 gelungen ist, weiter die Richtung vorgeben, und die meisten Werderfans würden einem Rentenvertrag für Schaaf wahrscheinlich zustimmen.

DIE ÜBERRASCHUNG

Zlatko Junuzovic hat sich nach toller Vorbereitung in die Herzen der Fans gespielt, den Österreicher hatten viele bei seiner Ankunft als Mitläufer gesehen, doch im defensiven Mittelfeld spielt der Dauerläufer eine ganz wichtige Rolle und macht der „Ösi-Fraktion“ mit Arnautovic und Prödl plus Nachwuchskeeper Strebinger alle Ehren.


DER DAUERLÄUFER
DER STRATEGE
DAS TOPDUO



GESAMTNOTE: noch befriedigend (3-)

Die Negativtendenz sollte nicht zu sehr betont werden, scheint doch wieder etwas zu entstehen in der Hansestadt, doch wenn man die tatsächlichen Leistungen und insbesondere die Ergebnisse bewertet, kann man nicht umhin, hier Strenge walten zu lassen. Die Perspektive und streckenweise starke Spiele bewahren Grün-Weiß vor der vier, doch das frühe Pokalaus hätte diese Note durchaus gerechtfertigt. Fakt ist: Will man im Kampf um Europa mitmischen, muss man sich in 2013 steigern.


EURE MEINUNG: Wo seht Ihr Werder Bremen – im Aufschwung oder auf lange Sicht in der Mittelklasse?

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