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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist der SC Freiburg dran!

Verein: SC Freiburg
Bundesliga: Platz 5
DFB-Pokal: Viertelfinale

Zielsetzung: Die famose Rückrunde seit Januar 2012 hat Erinnerungen an die 90er Jahre und die Zeit der „Breisgau Brasilianer“ geweckt. Am Ende brachte sie 27 Zähler und den Klassenerhalt. Auch in der Saison 2012/13 ist der Verbleib im Fußballoberhaus aber das einzige Saisonziel.

LIGA & POKAL: noch sehr gut (1-)

Angesichts dieser Zielsetzung ist man mit Tabellenplatz fünf also mehr als nur im Soll. Ganz nebenbei wurden auch in der Hinrunde 26 Zähler gesammelt. Gemeinsam mit den Rückrundenpunkten der Saison 2011/12 sind das 53 im Kalenderjahr 2012, dem erfolgreichsten der bisher 13 Bundesligajahre des Vereins. Fast noch höher zu bewerten als der momentane Platz im Tableau dürfte aber die Konstanz sein, welche die Breisgauer an den Tag legen (lediglich einmal gingen in der Hinrunde zwei Spiele am Stück verloren).

Zu erwähnen bleiben die Glanzpunkte der ersten Saisonhälfte: Neben den Auswärtssiegen in Hannover und auf Schalke vor allem der 3:0-Sieg beim Baden-Würtemberg-Derby gegen Stuttgart. Im DFB-Pokal-Achtelfinale gewann man im Badischen Derby mit 1:0 gegen den benachbarten KSC und zog damit zum vierten Mal in der Vereinshistorie in das Viertelfinale ein.



UNTERHALTUNG: gut (2)

Frühes kollektives Gegenpressing, schnelle Konter und ansehliche Flachpass-Kombinationen: Der SC fährt in fast jedem Spieleine klare Linie und sucht den Weg nach vorne. Die Breisgauer machen das Spiel gerne breit, mit hoch stehenden Außenverteidigern, die das Flügelspiel unterstützen, wodurch sich die Partie häufig in die gegnerische Hälfte verlagert. Das schnelle Umschalten nach Ballgewinn sorgt in der Regel für ein hohes Tempo. Alleine die Chancenverwertung ließ lange zu wünschen übrig und kostete den ein oder anderen Zähler. Vom frühen kräftefordernden Anlaufen der Stürmer profitiert letztlich aber das ganze Team (nur 18 Gegentore). Den größten Unterhaltungswert hatten unter anderem das spätsommerliche 5:3 gegen Hoffenheim und die beiden 3:0-Heimsiege gegen den VfB und Nürnberg.

TRANSFERMARKT: gut (2)

In Freiburg fallen die Einkaufsrunden des Sommers traditionell nicht groß aus. Der größte Transfer 2012 war bisher aber jeden Cent wert: Mittelfeldspieler Max Kruse hat sich als Volltreffer erwiesen, ist mit 4 Toren und 5 Vorlagen Topscorer an der Dreisam. Außenverteidiger Vegar Eggen Hedenstad hat seine Eingewöhnung allem Anschein nach hinter sich und konnte sich gegen Ende der Hinrunde immer besser einbringen (als Verteidiger und als Mittelfeldspieler). Der flexibel einsetzbare Norweger gilt als großes Talent und könnte in der zweiten Halbserie noch eine Rolle spielen. Betis-Ausleihe Ezequiel Calvente fiel verletzungsbedingt (Abszess-Operation) lange Zeit aus, soll die Wintervorbereitung aber wieder mitmachen und somit in der Rückrunde nocheinmal angreifen können. Fallou Diagne, im Januar schon aus Frankreichs zweiter Liga vom FC Metz gekommen, ist mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil der Innenverteidigung und Teil der zweitbesten Defensive ligaweit.



TRAINER & UMFELD: sehr gut (1)

Mit Christan Streich hat der SC Freiburg, der sich seit jeher gerne den „etwas anderen Verein“ nennt, den richtigen Mann an seiner Seitenlinie. Der gebürtige Südbadener hat viele der Nachwuchsspieler schon in der Jugend betreut, seit seiner Amtsübernahme an die erste Mannschaft herangeführt und erfolgreich integriert. Murren, Diven oder Extratouren sind generell rar im Breisgau, auch unter Streich herrscht Ruhe im Glied und die Mannschaft zeigt sich als geschlossene Einheit ohne Solisten, in der die Defensive bereits bei den Sturmspitzen beginnt. Freiburgs Nordtribüne ist bei Heimspielen ein erstklassiger Support.

DER JUNGSPUND
DIE STABILISATOREN
DER DAUERBRENNER


GESAMTNOTE: voll gut (2+)

Das Minimalziel Klassenerhalt könnte der SC bei anhaltender Form schon zur Mitte der Rückrunde erreichen. Was danach kommt, ist die Kür. Der Anhang träumt von der dritten Qualifikation für Europa (nach 1995 und 2001), sollte es dafür aber nicht reichen, wird das kaum für Stirnrunzeln sorgen. Der einzige Nachteil, den der sportliche Erfolg mit sich bringt: Freiburgs junge Mannschaft, die sich zum jetzigen Zeitpunkt aus zahlreichen Local Playern aus der eigenen Nachwuchsakademie rekrutiert, könnte Begehrlichkeiten wecken.

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