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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist der 1. FC Nürnberg dran!

Verein: 1. FC Nürnberg
Bundesliga: Platz 14
DFB-Pokal: Erstrundenaus gegen Havelse (2:3 n.V.)

Zielsetzung: Nachdem in den ersten beiden Spielzeiten der Klassenerhalt unter Trainer Dieter Hecking sehr früh realisiert werden konnte, peilte man das auch in diesem Jahr wieder an. Mit schnellem Umschaltspiel und spielstarken Offensivspielern sollten den Gegnern das Fürchten gelehrt werden. Weniger in den Köpfen der Macher als mehr in den Vorstellungen der Fans gab es zudem das Ziel, vor Rivale Greuther Fürth zu landen.

LIGA & POKAL: befriedigend (3)

Das schnelle Pokalaus in Havelse war nicht nur ein früher Schock in der FCN-Saison, sondern auch ein Dämpfer für alle Erwartungen. Nach einem anfänglichen Hoch, bei dem man nach vier Spieltagen sogar die Möglichkeit auf die Tabellenspitze hatte, folgte das Tief. Niederlagen gegen Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Freiburg und Schalke, nur ein Zähler aus sechs Spielen. Doch der FCN arbeitete weiter mit Ruhe und Sachlichkeit, holte sich selbst aus seiner Krise heraus. Heimerfolge gegen die direkte Konkurrenz aus Wolfsburg, Hoffenheim und Düsseldorf, dazu Punktgewinne gegen Bayern und Bremen lassen den FCN auf eine befriedigende Hinserie blicken.



UNTERHALTUNG: ausreichend (4)

Der Unterhaltungsfaktor war in dieser Hinrunde wohl am ehesten der, der ein wenig auf der Strecke blieb. In den ersten acht Spielen erzielte der 1. FC Nürnberg gerade mal zwei Tore aus dem Spiel. Oft agierte man mit langen und weiten Bällen auf die Stoßspitzen Polter und Pekhart. Schneller und präziser Kombinationsfußball wurde nur selten geboten. Die traurigen Höhepunkte der spielerischen Armut waren die torlosen Unentschieden gegen Augsburg und in Fürth. Gegen Ende der Hinrunde wurde es allerdings besser. In den letzten drei Heimspielen (1:1 gegen Bayern, 4:2 gegen Hoffenheim, 2:0 gegen Düsseldorf) war nicht nur im Hinblick auf das Resultat eine Steigerung zu erkennen.

TRANSFERMARKT: befriedigend (3)

Hiroshi Kiyotake war der Mann, der das Team in den ersten Saisonwochen über Wasser hielt. Starker Auftritt in Hamburg, gegen Dortmund, dann eine Gala mit drei Scorerpunkten in Gladbach. Dass Kiyotake im Verlauf der Hinrunde schwächer wurde, konnte man abfangen, weil weitere Neuzugänge nach und nach ihre Qualitäten zeigten. Die anfangs als Ersatzspieler gehandelten Sebastian Polter und Timo Gebhart erkämpften sich Plätze in der Startformation, erzielten wichtige Tore und gelten vor der Winterpause als klar gesetzte Stammspieler. Die Transfers von Kiyotake, Polter und Gebhart sind allesamt positiv zu bewerten. Der einzige Fehlgriff war Innenverteidiger Marcos Antonio. Der Brasilianer patzte erst beim 2:3 in Havelse, wurde dann zeitweise rausgenommen, bevor er beim 0:2 gegen Stuttgart zurückkam und erneut verheerende Fehler machte. Wohl das Ende seiner Zeit.



TRAINER & UMFELD: befriedigend (3)

Ohne die jüngsten Turbulenzen wäre dieser Aspekt sicherlich um eine Note besser bewertet worden. Ganz plötzlich und unerwartet kam am vergangenen Samstag die Nachricht, dass Trainer Dieter Hecking den Verein in Richtung VfL Wolfsburg verlassen wird. Hecking, der auf dem Weg zum Rekordtrainer und im Frankenland unumstritten war, sollte mit sofortiger Wirkung die Wölfe übernehmen. Ein Schock für die Spieler, Verantwortlichen und Fans des 1. FC Nürnberg.

Mit Ruhe, Kompetenz und Erfahrung hatte Hecking den FCN in ruhige Fahrwasser gebracht, zunächst den Abstieg gerettet, dann zweimal verhindert, dass es überhaupt knapp wird. Der FCN war unter dem niedersächsischen Trainer mehr ein solider Bundesligist als ein permanenter Abstiegskandidat. Doch nun wird es ohne ihn weitergehen. Die Nachfolge wird ein Duo aus den eigenen Reihen übernehmen. Bisheriger U23-Coach Michael Wiesinger wird gemeinsam mit Armin Reutershahn, bisheriger Hecking-Assistent, das Zepter am Valznerweiher übernehmen.

Der Wechsel kommt plötzlich und trübt das Bild, ist aber kein Weltuntergang. Der FCN befindet sich weiter in einem ruhigen Umfeld, der schnelle und reibungslose Trainerwechsel mit Übernahme aus den eigenen Reihen beweist dies. Man lässt sich auf keinerlei riskante Harakiri-Lösungen ein, sondern setzt auf Bewährtes und gibt einem Trainer-Neuling die Chance. Die Ausgangsposition ist dafür keine allzu schlechte.

DER FELS
DER PROBLEMFALL
DER ZAUBERFUSS


GESAMTNOTE: befriedigend (3)

Das schnelle Pokalaus konnte das Team mit Siegen in Hamburg und Gladbach schnell vergessen machen. Mit 20 Zählern ist man absolut im Soll, was die Ausbeute in der Bundesliga angeht. Auf dem Transfermarkt gelangen mit Kiyotake, Gebhart und Polter solide bis gute Verpflichtungen, der Kader ist tief und vielseitig bestückt. Sehr plötzlich kam der Abgang von Trainer Dieter Hecking. Trotz der schnell gefundenen Lösung trübt dieser Abschied das Gesamtbild der Hinrunde. Genauso wie der Unterhaltungsfaktor. Nur in ganz wenigen Spielen konnte der Club spielerisch überzeugen.

EURE MEINUNG: 20 Punkte, aber ein Trainerwechsel - wie geht es weiter?

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