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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist der Hamburger SV dran!

Verein: Hamburger SV
Bundesliga: Platz 10
DFB-Pokal: 1. Runde

Zielsetzung: Nachdem der Hamburger SV in der vergangenen Spielzeit kanpp dem Super-GAU entkommen konnte, hielt sich die Vereinsführung in Sachen Zielsetzung hanseatisch zurückhaltend. Der selbst auferlegte Sparkurs stellte Manager Frank Arnesen erneut vor große Probleme. Mit Mladen Petric, David Jarolim, Paolo Guerrero und Gökhan Töre trennte sich der HSV von vier Stammkräften, die zunächst nicht adäquat ersetzt werden konnten. Erst nach dem frühen Pokal-Aus und dem Fehlstart in der Liga korrigierten die Hamburger ihre Politik und investierten letztlich mehr als 20 Millionen Euro in neue Spieler. Am Ziel gesichertes Mittelfeld hat sich dadurch - zumindest in der Außendarstellung - nichts verändert.

LIGA & POKAL: noch befriedigend (3-)

Mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 24 Jahren schickte Thorsten Fink eines der jüngsten Teams der Geschichte in den Pokal-Fight gegen den Drittligisten Karlsruher SC. Nach 90 Minuten war man nicht nur um die Erkenntnis reicher, dass man die nächsten Spiele im DFB-Pokal gemütlich von der Couch verfolgen konnte, sondern auch, dass es in der Liga ähnlich schwierig wird, wie in der vergangenen Spielzeit. Spätestens nach dem Fehlstart vor heimischem Publikum gegen den 1. FC Nürnberg und nach einem öffentlichen Schreiben von Investor Klaus-Michael Kühne sahen sich die Verantwortlichen des Hamburger SV gezwungen, tief in ihren Geldbeutel zu greifen. Da dieser allerdings nach eignen Angaben ziemlich leer zu sein schien, durfte sich der Milliardär mit der Unterstützung beim van der Vaart-Transfer ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk machen. Der 29-Jährige brachte nicht nur die Hoffnung zurück in die Hansestadt, sondern verbesserte sogleich das Punktekonto der in Schockstarre verfallenen Hamburger. Fortan fuhr der HSV wichtige Siege ein, ohne dabei zu glänzen. So langsam scheint der Dino aus seinem Tiefschlaf zu erwachen.



UNTERHALTUNG: gut (2)

Langweilig wird es in Hamburg nie. Der HSV schüttelt - mal gewollt, mal eher unabsichtlich - immer wieder ein Ass aus dem Ärmel, wenn man glaubt, dass es nichts mehr zu berichten gibt. Hervorheben muss man dabei die Einladung zur Pressekonferenz wegen des neuen Nachwuchsleistungszentrums, die, ohne Vorwarnung, erst gegen Mitternacht bei den Medienvertretern ankam und für große Spekulationen sorgte. Auch das Jubiläumsspiel gegen den FC Barcelona gehört sicherlich zu den Highlights des Sommers. Trotz vertraglicher Vereinbarung ließen die Katalenen Lionel Messi am Flughafen in Barcelona stehen - ein Hämatom an der Wade verhinderte seinen Einsatz. Dem HSV blieb ein lauer Sommerkick und jede Menge frustrierter Fans, die nicht wegen des 125-jährigen Jubiläums ins Stadion gekommen waren. Die Gala nach dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 stimmte jedoch auch den letzten Zweifler optimistisch, dass sich der HSV zumindest sportlich auf einem guten Weg zurück in die Spitzengruppe der Bundesliga befindet.

TRANSFERMARKT: befriedigend  (3)

Nur der FC Bayern (70 Mio Euro) gab in diesem Sommer mehr Geld aus, als der Hamburger SV (27 Mio Euro). Der sportliche Ertrag hält sich derzeit zwar noch in Grenzen, mit van der Vaart, Adler, Badelj und Jiracek hat Thorsten Fink jedoch viel Qualität in seiner Mannschaft dazugewonnen. Besonders in der Torhüterfrage ist Frank Arnesen ein Volltreffer gelungen: René Adler hat sich bei den Hamburger durch überragende Leistungen wieder in die deutsche Nationalmannschaft gekämpft. Einzig Paul Scharner trat von den Neuverpflichtungen bisher noch nicht wirklich in Erscheinung. Wegen des großen finanziellen Risikos steigt der Druck auf die Verantwortlichen des HSV. Der Kader ist nach wie vor zu groß und zu teuer, das Ausmisten soll in der Winterwechselperiode folgen. Gojko Kacar könnte mit einem Wechsel zu Hannover 96 den Anfang machen.



TRAINER & UMFELD: gut (2)

Auch als die Ergebnisse ausblieben, zweifelte in Hamburg niemand am Trainer. Zumindest in der Außendarstellung hat der HSV die Ruhe bewahrt. Größtenteils ist das der charmanten Art Frank Arnesens zu vedanken, der die Angriffe des Boulevards überlebte und seinen Posten nicht aufgeben musste. Dennoch glauben die Experten, dass der Däne nach dem van der Vaart-Wechsel nur noch "enteiert" durch die Gegend läuft. Sein Lächeln konnte ihm trotzdem keiner nehmen.

Spielerisch hat sich der HSV im Vergleich zur Vorsaison gesteigert. Die Defensive ist mit nur 21 Gegentoren die viertbeste der Liga, einzig im Sturm hapert es noch ein wenig. Neuzugang Artjoms Rudnevs steht nach anfänglichen Schwierigkeiten gemeinsam mit Heung-Min Son bei sechs Saisontoren und hat jetzt schon so viele erzielt, wie seine Vorgänger in der vergangenen letzten Spielzeit. Mit Milan Badelj haben sich die Hamburger zudem einen feinen Technicker geangelt, der die Rolle der Schaltzentrale im Mittelfeld perfekt ausfüllt.

DER HOFFNUNGSTRÄGER
DER BUNDESADLER
DER KNIPSER


GESAMTNOTE: befriedigend (3)

Trotz der 0:3-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen am vergangenen Wochenende hält der HSV Anschluss an das obere Tabellendrittel. Nach anfänglichen Turbulenzen haben die Norddeutschen in ihre Spur gefunden und dürften mit der Rückkehr von Rafael van der Vaart, Petr Jiracek und Marcell Jansen, die zuletzt nicht einsatzfähig waren, einen Angriff auf die internationalen Plätze starten. Mit 24 Punkten nach der Hinrunde kann man selbst in Hamburg durchaus zufrieden sein, auch wenn es viel zu verbessern gibt.

EURE MEINUNG: Was traut ihr dem HSV in dieser Saison noch zu?

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