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Gewinner und Verlierer gab es in dieser turbulenten Bundesliga-Hinrunde reichlich. Goal.com stellt Euch die des SC Freiburg vor.

Verein: SC Freiburg
Bundesliga: Platz 5
DFB-Pokal: Viertelfinale

Zielsetzung: Schon nach der überragenden und den Klassenerhalt sichernden Rückrunde 2011/12 war SC-Trainer Christian Streich um Zurückhaltung bemüht und trat in den Wochen vor Saisonbeginn auf die Euphoriebremse. Sollte heißen: Einziges Ziel der Breisgauer war von Anfang an der Klassenerhalt. 17 Spiele und 26 Punkte später (doppelt so viele wie vor einem Jahr zum selben Zeitpunkt) steht der SC auf Tabellenplatz fünf und ist seinem Ziel einen ganzen Schritt näher gekommen. Im nationalen Pokalwettberb steht der Sportclub zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte unter den letzten acht.

Eher unwahrscheinlich, dass sich Freiburg noch einmal in Abstiegsnöte bringt. Denn: Sollte es Streichs Ziel gewesen sein, ein schlagkräftiges und spielstarkes Kollektiv zu formen, das eine klare taktische Linie fährt, lässt sich sagen: Auch das ist gelungen!

DER GEWINNER

Es ist alles andere als einfach, unter den Breisgauern den EINEN Gewinner auszumachen. Matthias Ginter und Oliver Sorg etablierten sich binnen weniger Monate von Nachwuchsspielern zu Stammkräften und formen gemeinsam mit Fallou Diagne, der aus der zweiten französischen Liga kam, die zweitbeste Defensive nach den Bayern (18 Gegentore). Jonathan Schmid und Daniel Caligiuri überzeugen nicht nur auf den Flügeln, sondern treffen mittlerweile auch regelmäßig. Wenn man einen der Kategorie halber herausheben möchte, wäre es aber wohl Max Kruse. Der Neuzugang von St. Pauli ist am Ende der Hinrunde der Topscorer und war unter Streich fast die gesamte Hinrunde gesetzt.

Max Kruse |SC Freiburg, OM, 24 JAHRE

SAISONSTATISTIKEN (PFLICHTSPIELE)
Einsätze 17
Tore 4
Assists 5
SPIELERAKTE
Vertrag bis 2015
Geschätzter Marktwert 2,5 Mio € (laut transfermarkt.de)
Länderspiele 0 (0 Treffer)

Für den laufstarken offensiven Mittelfeldspieler war im Freiburger Spielsystem immer ein Platz (16 Mal in der Startelf). Der 24-Jährige spielte meist und bevorzugt als hängende Spitze und „falscher Neuner“ im 4-4-2 neben den abwechselnden Sturmpartnern Guede, Freis, Jendrisek oder Rosenthal, konnte punktuell aber auch auf dem Flügel eingesetzt werden (Hoffenheim).

DER VERLIERER

Auch ein Verlierer im klassischen Sinn des Wortes ist in den Reihen des Überraschungsteams nur schwer auszumachen. Karim Guede hat zwar seinen Startelf-Platz, den er anfangs unter Streich sicher hatte, verloren. Und auch Sebastian Freis und Erik Jendrisek kommen als Stürmer eher sporadisch und nicht regelmäßig zum Einsatz. Aber wirklicher Unmut scheint sich deswegen kaum breit zu machen. Mit Garra Dembele, Ivan Santini, Beg Ferati oder Anton Putsila haben dafür vier Spieler signalisiert bekommen, dass sie sich neue Vereine suchen dürfen.

Noch mehr SC Freiburg: Zur Teamseite

Gekommen, um Cisse zu beerben - nun ein Bankangestellter und mit Wechselfreigabe. Für Garra Dembele lief es im Breisgau sicher nicht so, wie vorgestellt. In dieser Saison ist der Malier aber fast völlig außen vor, kam lediglich zu einigen Kurzeinsätzen (43 Liga-Minuten) und blieb ohne Treffer. Was auch daran liegt, dass für den bulligen Stürmer Marke Brecher kein Platz ist im Spielsystem von Streich, das eher einen sich fallen lassenden und kombinationsssicheren Angreifertyp verlangt.



DER COMEBACKER

Ende Oktober kehrte Jan Rosenthal, 2010 aus Hannover in den Süden der Republik gekommen, nach einem Sehnenanriss im Knie in das Mannschaftstraining zurück, den er sich zwei Monate zuvor im Pokalspiel gegen Victoria Hamburg zugezogen hatte. Der 26-jährige Rückkehrer erwies sich als perfekte Ergänzung für Streichs Team, dessen Manko in den ersten Spielen oft noch die Effizienz vor dem gegnerischen Tor gewesen war.

Gegen seinen Ex-Klub Hannover eroberte der gebürtige Niedersachse den Ball, initiierte den siegbringenden Angriff und schloss ihn zum 2:1 ab. Eine Woche später brachte er sein Team beim Baden-Würtemberg-Derby mit toller Schusstechnik und dem 1:0 auf die Siegerstraße (am Ende 3:0). Den Glanzpunkt gab es zum Hindrundenabschluss in Gelsenkirchen: Rosenthals Doppelpack durch zwei sehenswerte Volleyschüsse (1:1 und 3:1) garantierte den ersten Sieg auf Schalke seit 2009.

Jan Rosenthal | Daten 2012/13
    Einsätze   
Tore Vorlagen  Gelbe Karten
Platzverweise
 8 4  1 0 1

„Es ist nicht einfach, so schnell zurück zu kommen“, freute sich der in seiner Karriere oft Verletzungsgeplagte nach dem Spiel gegenüber der Badischen Zeitung. Einziger Wermutstropfen gegen die Knappen war die Gelb-Rote Karte, die Rosenthal beim Rückrundenauftakt in Mainz fehlen lässt. Acht Spiele, vier Tore: Rosenthal ist der effektivste Freiburger (122 Minuten für ein Tor) und hat das Offensivspiel zählbar bereichert. Er dürfte auch nach seiner Sperre wieder als zweite Spitze neben Max Kruse gesetzt sein.

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