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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt das Zwischenzeugnis der Hinrunde aus. Heute ist Borussia Mönchengladbach dran!

Verein: Borussia Mönchengladbach
Bundesliga: Platz 8
DFB-Pokal: 2. Runde
Europa League: Runde der letzten 32

Zielsetzung: Nach dem Verlust des Gerüsts um Dante, Reus und Neustädter gaben die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach vorsichtige Saisonziele aus. So wollte man die Spielzeit auf einem einstelligen Tabellenplatz mit Kontakt zum internationalen Geschäft abschließen, im DFB-Pokal möglichst weit kommen und in der Europa League eine gute Figur abgeben. Diese vage Formulierung war natürlich dem personellen Umbruch geschuldet, konnte man doch nicht wissen, wie schnell die Neuzugänge integriert und etwaige Taktikumstellungen greifen würden. Zudem musste sich erst zeigen, wie die Mannschaft die ungewohnte Mehrbelastung durch die Europa League wegstecken würde.

LIGA & POKAL: befriedigend (3)

Die nach Platz vier in der Vorsaison gestiegenen Erwartung konnte die Borussia nur teilweise erfüllen. Die Hinrunde glich zunächst einer Achterbahnfahrt und man konnte der Mannschaft ob des personellen Umbruchs zunächst ihre Verunsicherung anmerken. Mit zunehmender Dauer der Spielzeit stabilisierte sich das Team jedoch, zeigte vor allem in den Auswärtsspielen gute Leistungen und so bleiben die Saisonziele im Blick.

Im DFB-Pokal blieb Borussia Mönchengladbach hinter den Erwartungen zurück. Zwar gewann man das Derby gegen Drittligist Alemannia Aachen souverän, musste dann jedoch beim nächsten Nachbarschaftsduell in der zweiten Runde gegen Fortuna Düsseldorf die Segel streichen. Allerdings kann man auswärts bei einem Bundesligisten in der Verlängerung schon mal verlieren. Überdies präsentierte sich der Aufsteiger aus Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt noch in starker Form und stand vor allem defensiv stabil.

In der Europa League schaffte das Team um Lucien Favre dann allerdings die Überraschung und überwintert als Tabellenzweiter in einer starken Gruppe, die auch der Champions League zur Ehre gereicht hätte. Den Grundstein hierfür legt die Borussia mit zwei starken Partien und dem daraus resultierenden Sieg im direkten Vergleich gegen Olympique Marseille. Nun folgt im Februar das „Bonus-Spiel“ gegen Kloses Lazio Rom.



UNTERHALTUNG: ausreichend (4)

In puncto Spektakel hat Borussia Mönchengladbach im Vergleich zur Vorsaison deutlich Luft nach oben gelassen und kämpfte vor allem im Borussia-Park mit den enormen Erwartungen der Fans. Gerade in den Heimspielen ließ man einige Punkte gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen und musste sich vereinzelt Pfiffe für dürftige Darbietungen gefallen lassen. Der ehemalige Borusse und heutige Coach der Eintracht, Armin Veh, ließ sich nach einer Niederlage in Gladbach vor der Kamera zu den Worten hinreißen: „Das ist ja kein Fußball, was die spielen. Wenn man als Tabellenvierter des Vorjahres mit zehn Mann im eigenen Stadion hinten drin steht, egal, in welcher Lage ich bin, dann hat das mit Fußball nichts zu tun.“ Wenn diese Kritik auch überzogen scheint, so blieben echte Sternstunden des Fußballs in der Hinrunde dennoch aus.

TRANSFERMARKT: befriedigend (3)

Die Transferperiode des letzten Sommers brachte einen gewaltigen Umbruch mit sich. Nach den Abgängen von Dante, Marco Reus und Roman Neustädter misteten Max Eberl und Lucien Favre den Kader weiter aus. Mit Yuki Otsu, Anderson, Tobias Levels und Logan Bailly verließen einige Akteure, die ohne Chance auf einen Stammplatz waren, die Borussia endgültig. Matthew Leckie und Elias Kachunga wurden in die Zweite Bundesliga verliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln.

Die Einnahmen aus den Transfers wurden komplett in die Mannschaft reinvestiert und so sollten Alvaro Dominguez, Granit Xhaka und Luuk de Jong die abgewanderten Leistungsträger ersetzen. Dies gelang bislang jedoch nicht in vollem Umfang und wird auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Während Dominguez inzwischen überzeugen kann und eine feste Größe in Gladbachs Abwehr geworden ist, hat sich Granit Xhaka noch nicht so recht an die Bundesliga gewöhnen können und verlor nach dem siebten Spieltag seinen Platz in der Startelf. De Jong verletzte sich gerade, als er so richtig in Schwung kam, er bleibt aber der Hoffnungsträger für die Rückrunde. Die Nachwuchsstürmer Peniel Mlapa und Branimir Hrgota traten bisher selten in Erscheinung, konnten ihr Potenzial in Ansätzen aber bereits andeuten und bleiben Optionen für die Zukunft.



TRAINER & UMFELD: befriedigend (3)

Sportdirektor Max Eberl erledigte seine Mammutaufgabe in der Sommertransferperiode ansprechend. Aufgrund der Startschwierigkeiten Xhakas und der schweren Verletzung de Jongs lässt sich seine Arbeit jedoch nicht abschließend bewerten. Allerdings befindet sich die Borussia auf Kurs und eine gewisse Eingewöhnungszeit sei den Neuzugängen gestattet.

Trainer Lucien Favre gilt indes nicht mehr als uneingeschränkter Held bei der Anhängerschaft von Borussia Mönchengladbach. Er hat Schwierigkeiten bei der Integration der Neuen, was vor allem daran liegt, dass der Coach starr an der „Reus-Taktik“ festhält und sein Team lieber durch die Mitte kombinieren lässt, anstatt 12,5-Millionen-Mann de Jong mit Flanken füttern zu lassen. Die Vorbereitungszeit blieb nahezu ungenutzt, konnte Favre den Fohlen doch weder taktisch noch personell den letzten Schliff geben. Beim Europa-League-Debüt in Limassol verschenkte man vermeintlich wichtige Punkte, weil der Trainer mit der Rotation begann, bevor sich eine Stammelf einspielen konnte. Unter dem Strich bleibt die Hoffnung, dass der schlaue Schweizer im Wintertrainingslager seine Linie wiederfindet und sein taktisches Konzept nachrüstet.

DER UNZUFRIEDENE
DER AUFSTEIGER
DER HOFFNUNGSTRÄGER


GESAMTNOTE: befriedigend (3)

Dass sich die Fohlenelf fußballerisch ähnlich überragend wie in der Spielzeit 2011/2012 darstellt, war angesichts der Abgänge nicht zu erwarten. Die Borussia spielte eine befriedigende Hinrunde, hat aber das Potenzial, die Saison mit einem Platz abzuschießen, der für die erneute Teilnahme im Europapokal reichen könnte.

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