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Die Stimmung auf Schalke ist schlecht. Die Niederlage gegen Freiburg war der nächste Tiefschlag – und die Form-Krise der Mannschaft ist nicht die einzige Baustelle bei S04.

Gelsenkirchen. Es war ein seltsamer Abend in der Veltins-Arena, vielleicht sogar ein denkwürdiger. Der FC Schalke 04 verlor am Samstag in der Bundesliga mit 1:3 (1:2) gegen den SC Freiburg, doch das allein war nicht das Bemerkenswerte. Auch die Tatsache, dass die Gelsenkirchener nun schon seit sechs Spielen auf einen Sieg in der Liga warten, war nicht das Hauptthema. Die Diskussionen nach dem Schlusspfiff wurden vom möglichen Abschied von Trainer Huub Stevens und den Auseinandersetzungen auf den Rängen beherrscht.

Gegeneinander statt zusammen

Die Ultras, die immer in der S04-Nordkurve direkt hinter dem Tor stehen, verweigerten ihren Support aus Protest gegen das in der vergangenen Woche verabschiedete Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga DFL. Das führte zunächst dazu, dass es im Stadion deutlich ruhiger als sonst zuging. Die gute Schalker Anfangsphase beklatschten die anderen Fans noch, doch als die Ultras „Peters raus“ in Richtung des Schalker Geschäftsführers und DFL-Vizepräsident Peter Peters riefen, antworteten andere königsblaue Anhänger mit lauten Pfiffen. Eine Situation, die sich in der ersten Hälfte mehrfach wiederholte.

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„Schalke steht über allem“

„In einer schwierigen Situation sollte man zusammenstehen und den Fokus auf die Unterstützung legen, die die Mannschaft braucht. Es geht nicht um einzelne Personen, um Positionen. Schalke steht über allem“, sagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone. Die Unterstützung für die „Knappen“ bröckelte nach dem 1:1 in der ersten Halbzeit – und es kam wieder das aus den vergangenen Wochen gewohnte Murren auf den Tribünen auf, wenn einem Schalker etwas nicht gelang.

Zündstoff

Joel Matip bekam den Zorn in der 32. Minute nach einem verunglückten Steilpass zu spüren – und er leistete sich in der folgenden Szene sofort einen groben Patzer, der zum 1:2 durch Jonathan Schmid führte. Zuvor hatten die S04-Ultras bereits mit „Freiburg, Freiburg“-Sprechchören für weiteren Zündstoff im eigenen Block gesorgt. Den Rückstand zur Pause begleiteten sie dann mit höhnischem Applaus, während von den anderen Tribünen Pfiffe kamen.

Der Funke springt nicht über

Auch die Schalker Spieler hatten die Stimmungslage auf den Tribünen mitbekommen. „Wenn man tolle Ergebnisse liefert, springt der Funke auch auf das Publikum über“, stellte Christoph Metzelder hinterher richtigerweise fest. Das Ergebnis verbesserte sich aus S04-Sicht allerdings nach der Pause nicht – und auch nicht die Stimmung bei den Fans. Die erneuten „Peters raus“-Sprechchöre der Ultras beantworteten andere Schalker mit „Ultras raus“. Nach dem Abpfiff musste sogar die Polizei bei Auseinandersetzungen in der Nordkurve eingreifen.

Einiges verkehrt

Das Sportliche passte aus Schalker Sicht nicht, der Rahmen stimmte mit der Unterstützung der Fans nicht – das alles gab den Spielern und Verantwortlichen zu denken. „Das war kein Fußball“, fasste es Klaas-Jan Huntelaar in einem einfachen Satz zusammen. „Es geht schon länger so, dass das Spiel bei uns nicht gut ist. Wir spielen auf Glück“, fügte er hinzu. Auf Glück statt Glück auf: Bei Schalke läuft momentan Einiges verkehrt.

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