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Mehmet Ekici sollte einmal der nächste Mesut Özil werden, doch daran mag nun kaum jemand denken. Innerhalb weniger Monate ging es bergab.

Bremen. Mehmet Ekici kam für mehr als fünf Millionen vom 1. FC Nürnberg. In der Bundesliga-Saison 2010/11 zauberte und wirbelte er in der Offensive, bei Werder Bremen sitzt er seit Monaten nur auf der Bank.

Platz sechs mit Nürnberg

Eine herausragende Saison! Brillante Spiele, ein Zauberfußballer und noch viel mehr Superlative gab es für Mehmet Ekici zu seiner Nürnberger Zeit. Damals, vor eineinhalb Jahren, führten er und Trainer Dieter Hecking den Club sensationell auf Platz sechs. Wie so oft für die Franken gingen die besten Spieler nach der Saison. So auch der türkische Nationalspieler. Er wechselte für rund fünf Millionen Euro zum Weserklub nach Bremen.

Mehmet Ekici: Erzielte für Nürnberg in 36 Partien vier Treffer und bereitete elf Tore vor

Demütigung bei Hoffenheim

In seinem ersten Jahr in Bremen lief er in 21 Partien auf, traf immerhin einmal in den Kasten des Gegners und bereitete vier Treffer vor. In der laufenden Saison kommt er auf fast die gleiche Zeit, aber in Minuten. Ganze 25 Minuten durfte er ran, wurde dreimal eingewechselt und schaffte es kaum in den 18-Mann-Kader für die Bundesliga-Partien. Bitterer geht es wohl kaum, mag man denken, doch es kam in Hoffenheim noch schlimmer für ihn.

Junuzovic und Hunt fehlten vor dem Spiel gegen die TSG, doch im Mittelfeld half Clemens Fritz aus und nicht die gelernte „Fachkraft“ Ekici. Die Demütigung schlechthin ereilte ihn kurz vor Abpfiff. Thomas Schaaf wechselte Fritz aus, brachte den Innenverteidiger Lukimya, wollte so „einen Kopfballspieler drin haben, damit bei hohen Bällen keine Unruhe entsteht“, wie er nach dem Spiel erklären sollte. Eine logische Begründung, ganz klar nachvollziehbar, doch es gab einen Haken: Der Wechsel fand fünf Minuten vor Abpfiff beim Stande von 4:1 für Bremen statt.

„Erwarten mehr von Memo“

Coach Schaaf machte gegenüber der Bild auch kein Geheimnis daraus, dass er mit den Leistungen und der Entwicklung des 22–Jährigen nicht zufrieden ist: „Wir haben ihn mit großen Erwartungen geholt. Wir erwarten mehr von Memo.“ Ekici schafft es nicht, an der Weser Fuß zu fassen, ist nach über einem Jahr noch weit weg. Bei den Trainingseinheiten wirkt er platt und redet kaum, schon gar nicht über seine Situation bei den Norddeutschen.

Dieter Hecking: „Memo du musst erst mal selber etwas anbieten.“

Mahnende Worte von Hecking

Am Sonntag kommt es zum Duell mit seinem ehemaligen Klub aus Nürnberg. Ganz klar ist auch Dieter Hecking mit von der Partie, der seinen ehemaligen Schützling nun sogar warnte. „Ich telefoniere noch regelmäßig mit Memo, erst vor kurzem haben wir miteinander gesprochen“, sagte Hecking. „Wie so oft bei Spielern, die nicht zum Zuge kommen, hat er die Schuld erst mal bei anderen gesucht. Ich habe ihm gesagt: Memo du musst erst mal selber etwas anbieten.“

Aber es gab auch wärmende Worte vom Club-Coach in dieser kalten Zeit: „Sicherlich, die Konkurrenz in Bremen ist höher als bei uns, aber deswegen könnte er sich dort trotzdem durchsetzen. Thomas Schaaf hält große Stücke auf ihn, sonst hätte er ihn ja nicht geholt.“

„Brauchen ihn und seine Qualitäten“

Dass Ekici auch weiterhin bei Thomas Schaaf im Kurs steht, zeigt sich ganz klar darin, dass es keine ernsthaften Wechselgedanken in der Chefetage von Werder gibt. Eine Ausleihe oder ein Verkauf im Winter zum Beispiel ist von Werder-Seite „nicht geplant“. Die Bosse haben „immer noch den festen Glauben“, dass er sich im Team „durchsetzen wird“, wie Klaus Filbry zuletzt bestätigte.

Auch der Übungsleiter hat „kein Interesse“, den Mittelfeldspieler abzugeben und sagte der Kreiszeitung Syke: „Wir brauchen ihn und seine Qualitäten, wollen gute Leistungen von ihm erleben.“ Thomas Schaaf holte ihn damals als kommender Özil-Ersatz und bekräftigte den Transfer zuletzt abermals: „Wir haben ihn mit einer Idee geholt. Das hat weiter Bestand. Ich bin sicher, dass wir Memo noch brauchen werden.“ Er lenkte aber zugleich auch ein: „Wenn einer sich überhaupt nicht mehr mit der Sache identifizieren kann, müssen wir sehen, wie es weitergeht.“ Ob sich Ekici noch „mit der Sache identifizieren“ kann? Die Frage kann nur er selbst beantworten. Am besten auf dem Rasen...

EURE MEINUNG: Kann Ekici bei Werder noch Fuß fassen?

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