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Das Spiel gegen den Deutschen Meister aus Dortmund könnte schon das letzte von Hoffenheims Interimscoach Kramer sein. Goal.com wirft einen Blick auf mögliche Trainerkandidaten.

Sinsheim. Am Sonntag endet für die TSG Hoffenheim mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund eine Hinrunde, die durch Markus Babbel mit selbstbewusst formulierten Europa-Ambitionen begann. Unabhängig davon, wie sich die seit sechs Spieltagen sieglose TSG gegen den deutschen Meister präsentieren wird, steht aber fest: Die Hinrunde ist die schwächste seit Liga-Zugehörigkeit.

Das Hauptaugenmerk in der Winterpause wird der Suche nach einem Trainer gelten, auf den nicht wenig Arbeit wartet. Manager Müller kündigte bereits eine baldige Lösung an. „Der Verein hat turbulente Monate, fast eineinhalb Jahre hinter sich. Es tut dem Team nicht gut, wenn ständig Trainer gewechselt werden und man immer wieder neue Aufgaben bekommt. Das merkt man in der Mannschaft“, fasste Daniel Wiliams die momentane Situation nach der Niederlage beim Hamburger SV zusammen. Ein Plädoyer für den derzeitigen Interimsvoach Frank Kramer?  Seit seinem Wechsel im August 2011 aus Freiburg hat Wiliams bereits das Kommen und Gehen von drei Trainern miterlebt.


Hoffenheims Trainerkandidaten

Frank Kramer: Bevor Kramer 2011 in den Kraichgau kam, war der studierte Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch bei Greuther Fürth als Trainer für die U19- und U23 tätig. Er besitzt als U23-Trainer auch in Hoffenheim einen Vertrag bis 2014. Seine erste Maßnahme, von einem 4-2-3-1- auf ein 4-3-3-System mit drei defensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern umzustellen, zeigte in Hamburg noch keine Wirkung. Mit seiner Einschätzung des Status quo bewies der gebürtige Schwabe aber schon mal Gespür für die Situation: „Jeder kann doch die Tabelle lesen - das ist Abstiegskampf pur. Wir brauchen realistische Ziele, alles andere führt sehr schnell zur Überforderung. Jetzt sind einfache Mittel wie Teamgeist und Leidenschaft gefragt, individuelle Klasse allein hilft uns nicht wirklich weiter“, so Kramer im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Gegen Kramer spricht jedoch, dass er mitten im Abschluss einer Trainerausbildung steckt, die im März endet - im Abstiegskampf eine unvorteilhafte Doppelbelastung.

Marco Kurz: Der gebürtige Stuttgarter begann seine Profi-Karriere beim VfB und gelangte über Dortmund 1995 nach Schalke, wo er an der Seite des heutigen 1899-Manager Andreas Müller zwei Jahre später den UEFA-Cup gewann. Als Trainer verdiente sich der 43-Jährige bei 1860 München seine ersten Lorbeeren und stieg danach mit dem 1. FC Kaiserslautern in die erste Liga auf. Platz sieben im Aufstiegsjahr war Kurz' bisher größter Erfolg als Trainer. Nach 16 sieglosen Spielen in der zweiten Saison wurde er im März 2012 entlassen. Der frühere Abwehrspieler ist laut diverser Medienberichte der heißeste Favorit auf den vakanten Trainerposten. Kurz gilt als mannschaftsnaher und überaus ambitionierter Übungsleiter, der gut mit Spielern umgehen kann und den richtigen Ton trifft. Ende September erteilte er dem FC St. Pauli eine Absage.

Bert van Marwijk:  Der 50-jährige Niederländer wurde in der Bundesliga durch sein Engagement bei Borussia Dortmund bekannt, wo er von 2004 bis 2006 die Zügel in der Hand hielt, allerdings ohne größere Erfolge blieb und mit dem BVB zweimal Siebter wurde. Größere Erfolge erzielte er mit Feyenoord Rotterdam (Uefa-Pokal 2002) und der holländischen Nationalelf, die er 2010 in Südafrika ins WM-Finale führte. Oranje zeigte unter dem Offensivverfechter aber neben pragmatischem Sicherheitsfussball nur selten den gewünschten Angriffswirbel. Bei der EM 2012 drängte sich der Eindruck auf, dass van Marwijk seine Truppe aus Diven und Einzelgängern nicht im Griff hatte. Genau darauf könnte es im Kraichgau aber ankommen. Statt um den Titel mitzuspielen, schied Holland mit drei Niederlagen und vielen internen Querelen in der Vorrunde aus.

Felix Magath: Begann seine Trainerkarriere einst als Feuerwehrmann und kennt den Abstiegskampf auch von seiner letzten Station Wolfsburg. Und nicht wenige Anhänger halten den teeschlürfenden Schleifer für geeignet, die Gruppe von hochtalentierten aber möglicherweise untrainierbaren Spielern in die richtige Spur zu kriegen. In einer Umfrage von 1899aktuell.de schneidet Magath von allen hier vorgestellten Kandidaten noch am besten ab (16%). Magath müsste am Rande des beschaulichen Odenwalds nicht mal einen neuen „Hügel der Leiden“ aufschütten lassen. Andererseits: Dass „Quälix'“ Menschenführung nicht unbedingt zeitgemäß ist, hat sein jüngstes Engagement in Wolfsburg gezeigt.

Weitere gehandelte Namen sind neben dem Ex-Coach des FC Basel, Heiko Vogel, auch Stuttgarts früherer schweizer Trainer Christian Gross.

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