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Inside Bayern München: Was passiert im Winter in der Innenverteidigung?

Sportlich dominieren die Münchner die Bundesliga nach Belieben. Umso spannender ist ein Blick in die Zukunft. Für die Champions League fehlt der Mannschaft ein Innenverteidiger.

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BAYERN MÜNCHEN


LEWANDOWSKI WURDE DISKUTIERT, MANDZUKIC VERPFLICHTET

Der FC Bayern München degradiert in der laufenden Hinrunde die komplette Bundesliga zum Spielball der eigenen Überlegenheit. Eine vollauf gelungene Transferpolitik und der daraus entstehende Konkurrenzkampf treiben die Mannschaft zu Höchstleistungen. Doch die vergangene Saison hat bewiesen, dass man im Mai triumphieren muss. Und vor allem in der Champions League können Gelbsperren und Verletzungen entscheidend sein.

Die größte Qualitätssteigerung erzielten die Verantwortlichen des FC Bayern während der Sommer-Transferperiode im Angriff. Ivica Olic war nach seiner schweren Verletzung 2010 nicht mehr in der Lage, seine alte Form wieder zu erreichen und enttäuschte unter Jupp Heynckes überwiegend. Der frühere Cottbuser Nils Petersen konnte sich ebenfalls nicht gegen Mario Gomez durchsetzen und kam nur vereinzelt zu Kurzeinsätzen. So war es in der vergangenen Saison auf mehreren Positionen beim Rekordmeister. Das Stammpersonal spürte nicht den Druck von gleichwertigen Konkurrenten und in Notsituationen erwies sich der Kader als zu klein.

Nationalstürmer Gomez konnte am Ende der Saison erneut eine überragende Torquote vorweisen, doch es wurde offensichtlich, dass eine taktische Alternative fehlt. Ein technisch stärkerer Angreifer mit größerem Bewegungsradius und besserer Ballkontrolle war gesucht. Bereits im März, lange vor der offiziellen Verkündung, war die Rückkehr von Claudio Pizarro als Stürmer Nummer drei beschlossene Sache. Für den Posten des direkten Gomez-Herausforderers wurde der Name Robert Lewandowski diskutiert. Der Pole war im Sommer einem Abschied aus Dortmund nicht abgeneigt. Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke erklärten ihren Stürmer aufgrund des Abgangs von Shinji Kagawa jedoch kurzerhand für unverkäuflich.

Während der Europameisterschaft entschieden sich Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge anschließend, spontan für den Wolfsburger Mario Mandzukic, der sich in Polen und der Ukraine in einer guten Verfassung präsentierte. Erste Kontaktaufnahmen stießen auf Gegenliebe des Spielers und der VfL Wolfsburg stimmte einem Verkauf für 13 Millionen Euro zeitnah zu. Der Kroate erwies sich nach der Verletzung von Mario Gomez als absoluter Glücksgriff. Er machte das Angriffsspiel variabler und traf zudem in den ersten zwölf Bundesliga-Partien neun Mal.

DIE INNENVERTEIDIGUNG: BAUSTELLE ODER KEINE BAUSTELLE?

Die K.o.-Phase der letztjährigen Champions-League-Saison wird dem FC Bayern noch lange in Erinnerung bleiben. Doch neben dem tragischen Ergebnis bleibt vor allem die Situation des Kaders in den Köpfen von Fans und Verantwortlichen bestehen, welche durch die unzähligen Gelb-Sperren hervorgerufen wurde. Auch in dieser Saison bekamen die Spieler des Rekordmeisters in der Gruppenphase verhältnismäßig sehr viele Karten gegen sich. Holger Badstuber fällt mit einem Kreuzbandriss bis zum Saisonende aus. Jerome Boateng ist durch einen Platzverweis für das Achtelfinale gesperrt. Dante wäre bei einer weiteren Gelben Karte ebenfalls für ein Spiel gesperrt.

In diesem Fall verblieben dem Rekordmeister lediglich Daniel van Buyten sowie als Notlösungen Javier Martinez und Luiz Gustavo. Ist das allerdings eine Konstellation, mit der man bedenkenlos gegen Mannschaften wie Barcelona oder Madrid antreten könnte? Die Gefahr besteht nicht nur im Achtelfinale, sondern auch für alle folgenden K.o.-Runden. Auch Anatoli Timoshchuk, der im Finale von München als Innenverteidiger eine Weltklasse-Leistung ablieferte, ist kein Spieler, der einen gleichwertigen Ersatz für einen der Stammverteidiger garantiert.

Um sämtlichen Verlegenheitslösungen und Verschiebungen vom Mittelfeld in die Abwehr aus dem Weg zu gehen, müssten die Macher an der Säbener Straße einen neuen Innenverteidiger verpflichten. Hierbei wäre beispielsweise ein Vorgriff auf den Sommer denkbar, wenn Daniel van Buytens Vertrag ausläuft und der Belgier seine Karriere beenden könnte. Matthias Sammer und Trainer Jupp Heynckes werden die Situation genau analysieren und besprechen. Luiz Gustavo ist nach seiner Leisten-OP zum Start der Rückrunde zumindest wieder einsatzbereit.

PEP IN DER WARTESCHLEIFE

In seinem zweiten Jahr der laufenden Amtszeit hat der Bayern-Trainer etwas vollbracht, was ihm vor zwölf Monaten nur die wenigsten zugetraut hätten: eine spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft. War in der vergangenen Saison ein 0:1-Rückstand nahezu gleichbedeutend mit einer Niederlage, ist das Spiel der Bayern 2012/2013 ungemein variabler und das Pressing wird nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Bundesliga intensiv betrieben. Nachdem die Münchner in der Vorsaison bereits Gegner wie Neapel, Manchester City, Real Madrid und Chelsea haben hinterherlaufen lassen, bröseln in der laufenden Spielzeit sämtliche bestehende Punkte- und Torverhältnisrekorde.

Jupp Heynckes hat die Mannschaft hinter sich und seine Spieler im Griff. Durch Rotation wird die Unzufriedenheit minimiert und der Trainer hat bewiesen, dass er trotz seines Alters in der Sommerpause in der Lage war, auf die Spiele gegen Dortmund, Mönchengladbach und Chelsea zu reagieren und Lösungsansätze zu präsentieren. Intensiv zogen die Spieler trotz EM-Strapazen mit, wollten das statische Spiel, aus welchem sich gegen Chelsea zu wenige Torchancen ergaben, abstellen und sich verbessern. Die Früchte dieser Arbeit sind im Dezember bereits erkennbar.

Soll man diese erfolgreiche Zusammenarbeit im Sommer beenden? Hannovers Mirko Slomka ist nach seiner Vertragsverlängerung bei den Niedersachsen kein Thema mehr. Über eine Bayern-Klausel ist nichts bekannt. Der Wunschkandidat aller europäischen Topvereine ist Josep Guardiola. Der Titelsammler von Barcelona weilt derzeit mit seiner Familie in New York, wo er regenerieren möchte. Den Spanier zieht es nicht etwa zu den neureichen Vereinen FC Chelsea oder Manchester City - Guardiola bevorzugt seriös geführte Klubs und würde eher den FC Arsenal oder Bayern München wählen. Sollte sich diese Königslösung realisieren lassen, würde auch Jupp Heynckes seinem Freund Uli Hoeneß raten, die Chance beim Schopf zu packen.

EURE MEINUNG: Sollte Bayern personell nachlegen?

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