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Am kommenden Mittwoch will die DFL das Sicherheitskonzept "Sicheres Stadionerlebnis" verabschieden. Es wäre gut für den deutschen Fußball, wenn es tatsächlich dazu kommt.

Düsseldorf. Die Initiatoren der „12:12“-Protestaktion haben auch das überarbeitete Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgelehnt und wollen die Verabschiedung des Papiers am kommenden Mittwoch verhindern. Sie sind der Meinung, dass es vorher zusätzlichen Gesprächsbedarf zwischen Verbänden, Vereinen und Fans gibt, kommen aber gleichzeitig Gesprächsanfragen seitens der DFL nicht nach. „Aus verschiedenen Gründen“, heißt es bezüglich einer Anfrage vielsagend in der entsprechenden Stellungnahme.

Die Protestler fordern, dass einzelne Punkte des Konzepts modifiziert werden. So wollen sie etwa erreichen, dass die DFL Ganzkörperkontrollen nicht nur nicht vorschreibt, sondern sie sogar ablehnt. Außerdem fordern sie – ungeachtet der Geschehnisse in den vergangenen Wochen in Düsseldorf und Gelsenkirchen - eine Debatte um die Legalisierung von Pyrotechnik.

Dabei ist mit Sicherheit nicht ganz Fußball-Deutschland positiv gegenüber Pyro eingestellt – im Gegenteil. Die „12:12“-Initiatoren wurden in den vergangenen Wochen zum Sprachrohr von hunderttausenden Fußball-Fans hochstilisiert, das ist nicht angemessen.

Bekenntnis zu Stehplätzen

Durch die jüngsten Proteste wurde zudem der Blick auf das Wesentliche verstellt: das Konzept selbst. Und das ist nach seiner Überarbeitung unterstützenswert. Die DFL hat sich zu Stehplätzen bekannt, sie will besser ausgebildete Sicherheitskräfte, sie will durch verschiedene Maßnahmen Straftäter einfacher ermitteln können, sie will stärkere Sicherheitsvorkehrungen bei Risikospielen. Außerdem sollen die Personenkontrollen verbessert werden, was ein wichtiger Punkt ist.

Unabhängig von der Aussagekraft der jüngst veröffentlichten Gewaltstatistiken können Chaoten viel zu einfach Pyrotechnik mit ins Stadion bringen und damit Unbeteiligte gefährden. Daran muss sich schnell etwas ändern. Das Geschrei wäre riesig, wenn jemand von einem bengalischen Feuer getroffen und schwer verletzt würde. Angesichts von Szenen in der Vergangenheit, als Fans Bengalos in benachbarte Blöcke und auf den Platz warfen, ist das kein unrealistisches Szenario.

Fernab vom Pyro-Ärger sorgen zudem – ungeachtet von „12:12“ - weiter Gewalttäter für Ärger rund um Fußballspiele, wie zuletzt etwa Frankfurt-Fans in Düsseldorf.

Diese Menschen, die sich für einen Dialog ohnehin nicht interessieren, wären die Gewinner eines Aufschubs in Sachen Sicherheitskonzept, nicht die normalen Fans, die einfach nur Fußball schauen wollen.


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