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Eine aufgeblähte EM 2020 mit 24 Teams soll über ganz Europa verteilt werden und die Türkei so um den ihr zustehenden Event gebracht werden. Wie sehen das die Liga-Trainer?

Deutschland. Nachdem Michel Platini, seit 2007 Präsident der Uefa, bekannt gab, dass man sich darauf geeinigt habe, eine von 16 auf 24 Teams aufgeblasene Europameisterschaft paneuropäisch auszutragen, wird über Sinn und Unsinn der Maßnahme diskutiert. Natürlich auch in der Bundesliga. LIGA total!hat die Stimmen zusammengetragen, die von den Trainern der Bundesliga zu bekommen waren.

Stevens klar dafür und Klopp eher zurückhaltend

Huub Stevens, noch Trainer von Schalke 04, sagte zu dem Vorhaben: „Das ist eine gute Geschichte für das Europa, das wir immer vor Augen haben! Wenn sie es dann über mehrere Länder verteilen – warum nicht? Heutzutage sind die Entfernungen ja auch nicht mehr so groß.“ Dortmunds Trainer Klopp sah das mit der WM 2006 vor Augen etwas differenzierter: „Mein Highlight ist einfach die WM in Deutschland. Deswegen finde ich: Wenn man den richtigen Ort hat, finde ich es auch am Schönsten, es dort ablaufen zu lassen! Das Motto war ja damals auch ‚Die Welt zu Gast bei Freunden‘. Aber die Welt verändert sich auch ständig und etliche europäische Staaten haben massive finanzielle Probleme. Wenn es dieser Tatsache geschuldet ist, dass man es auf ein paar Schultern verteilt, finde ich das als einmalige Aktion nicht so schlecht.“

Klare Worte von Bruno Labbadia

Bruno Labbadia, Coach des VfB Stuttgart, steht der Aktion unter dem Strich skeptisch gegenüber: „Bis jetzt fand ich die Europameisterschaft immer Weltklasse, wenn sie in einem Land war – weil es für das Land natürlich etwas Besonderes ist. Was Europa betrifft, ist die Frage, ob so eine Aktion Europa ein Stück näher zusammen bringen kann.“ Und auch der Fußballfuchs Klaus Allofs, seit kurzer Zeit Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, sieht Licht und Schatten: „Es könnte auf der einen Seite dazu führen, dass es ein Fest für ganz Europa wird. Es kann aber auch sein, dass diese Begeisterung, die es in den Austragungsländern immer gibt, in diesem Fall gar nicht so groß ist. Aber vielleicht ist es auch einfach einen Versuch wert!“

Hecking tendiert ebenso eher zur „Einland-Lösung“

Dieter Hecking vom 1. FC Nürnberg ließ dazu verlauten: „Sicherlich ein Vorschlag, den man für eine EM mal ins Auge fassen kann. Ansonsten bin ich immer ein Freund davon, wenn ein Land den Zuspruch bekommt.“ Wie eine Umfrage bei LIGA total! mittels Fan Voting ergab, sehen nur 32 Prozent der Abstimmenden in der Platini-Lösung einen sinnvollen Weg.

Anmerkung als Kommentar des Autors

Man muss einfach sehen, wieso es notwendig erscheint, die EM 2020 zu splitten. Die Uefa will, dass die EM auf 24 Teams aufgebläht wird. Das absurde Unterfangen ist für ein Land alleine kaum noch zu stemmen. Und um nicht eingestehen zu müssen, dass die eigenen Erweiterungspläne, die natürlich dem Profit geschuldet sind, ein Griff ins Unangenehme waren, muss eine Lösung her. Da wird dann auch der Präsident der Uefa, Michel Platini, wortbrüchig gegenüber der Türkei, der diese EM fest versprochen war und deren Bewerbung Platini, so sein Wort, unterstützen wolle. Es ist ein Armutszeugnis für einen Verband, dass man einem Land einen solchen Event avisiert, dem Land diese Veranstaltung quasi verspricht und zusichert, um dann mit Taschenspielertricks eine solche Einlösung zu umgehen. Wie kann und soll man als Fan einem solchen Verband überhaupt noch vertrauen?


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