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Mit dem Aufpreis sollen die Zuschauer von Fußballspielen in Zukunft einen Teil der Kosten für ihre Sicherheit tragen, so die Idee des Politikers.

Wiesbaden. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich für eine Beteiligung der Stadionbesucher an den Polizei-Einsatzkosten bei Bundesligaspielen ausgesprochen. Durch einen Sicherheits-Euro pro Karte könnten 13 Millionen Euro der 100 Millionen Euro Einsatzkosten gedeckt werden, die der Staat bislang allein bezahlt, so der CDU-Politiker.

Vereine sollen Fans in die Verantwortung nehmen

„Der Eigenanteil kann sicher nicht geringer ausfallen als bisher. Ich empfehle die Einführung eines Sicherheits-Euro durch die Vereine“, sagte Bouffier der Bild. Demnach sollte jeder Bundesliga-Verein den Ticketpreis um einen Euro anheben. Dieser Betrag ginge dann in die Gewalt-Prävention oder würde „als Unterstützung von Maßnahmen der Polizei“ eingesetzt, so der Politiker weiter.

Bouffier hofft auf Solidarisierung der Vereine und Zuschauer

Die Vereine würden nach dem Vorschlag des 60-Jährigen nicht belastet, und auch die Zuschauer würden seiner Ansicht nach vom Sicherheits-Euro profitieren:  „Fans, die den Euro extra bezahlen, legen dann auch großen Wert darauf, dass Sicherheit im Stadion gewährleistet wird.“ Bouffier erhofft sich durch diese Maßnahme eine Solidarisierung der Vereine mit den Zuschauern gegen Gewalt.  

„Bankrotterklärung, wenn die Liga zu keinem Ergebnis kommt“

Mit Blick auf die DFL-Sitzung am 12. Dezember, auf der die 36 Bundesliga-Vereine über das DFL-Sicherheitskonzept entscheiden, gegen das viele Anhänger aktuell im Rahmen der Initiative „12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung“ protestieren, erklärte Bouffier: „Es wäre eine Bankrotterklärung, wenn die Liga am 12.12. nicht zu einem Ergebnis kommt.“ Er sei aber zuversichtlich, dass das Konzept angenommen wird: „Eine Totalverweigerung der Vereine kann ich mir nicht vorstellen und wäre auch nicht klug.“ Nur so könnten die Vereine deutlich machen, dass für Gewalt in den Stadien kein Platz sei, führte der Politiker aus.

Politischer Druck als Triebfeder – Gewalttäter ausgrenzen

In der Frage der Stadionsicherheit sieht Bouffier die Politik keineswegs als Feind der Fußballkultur in Deutschland, sondern als Triebfeder für mehr Sicherheit: „Die Liga wäre ohne den politischen Druck längst nicht so weit.“ Es gehe vor allem darum, zu handeln, „bevor etwas Schlimmes passiert“. Ohne die Zuschauer gehe es dabei nicht: „Wir müssen versuchen, die Fans zu Sicherheitspartnern zu machen“, erläuterte Bouffier. Gewalttäter müssten dabei konsequent ausgegrenzt werden. „Oder würden Sie jemanden zu Ihrer Party einladen, wenn dieser Gast jedes Mal die Wohnung zerstört?“

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