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Tim Wiese wollte international spielen und ging zur TSG Hoffenheim. Hier wollte der Keeper zusammen mit Markus Babbel etwas erreichen, nun steht er mit fast leeren Händen da.

Sinsheim. 1899 Hoffenheim und Tim Wiese. Das passt (noch) nicht ganz zusammen. Markus Babbel wackelt vor der Partie gegen Werder Bremen und sogar ein Abgang des Kapitäns im Winter ist nicht mehr undenkbar.

Wiese wollte „international spielen“

Im Sommer verließ er jenen Klub, der ihn zum Nationalkeeper machte. Tim Wiese und Werder Bremen gingen nach sieben Jahren getrennte Wege. Lange wurde gerätselt, bei welchem Verein er unter kommt. Schalke, Mailand und sogar Real Madrid waren im Gespräch. Wiese wollte nicht mehr „unten rumkrebsen“, sondern „oben mitspielen“. Stand heute krebst er unten rum, bei dem Klub, mit dem er „international spielen“ wollte.

Wiese unterschrieb bei Hoffenheim und einige lachten doch etwas über diese Entscheidung, doch die Kraichgauer stellten sich durchaus ambitioniert dar und ihm war die Nummer eins auf dem Rücken sicher. Anders wäre es bei Milan oder Madrid gewesen.

Wiese schon ausgemustert?

Viele sehen in der Person des Hoffenheimer Mannschaftsführer den Schuldigen für den Absturz der TSG. Zusammen mit Babbel wollte er ganz nach oben und taumelt nun in Richtung ganz unten. Nur einmal konnte sich Wiese in alter Form zeigen und sich wirklich beweisen. Gegen Schalke machte er eine unglaublich starke Partie, sicherte seinem Team den Sieg. Es schien die Wende, doch davon kann keine Rede mehr sein, glaubt man diesen Worten von Markus Babbel: „Ich habe unter der Woche darüber nachgedacht, einen Torwartwechsel vorzunehmen. Ich hätte mich aber höchstwahrscheinlich für Koen Casteels entschieden.“ Ganz anders klang dies vor einigen Wochen: „Ich hätte Tim gerne im Tor gehabt. Wenn er wieder fit ist, spielt er auch wieder. Er ist schließlich unser Kapitän.“

Wohin führt der Weg des Tim Wiese?

Wiese kam schon als „Ungewollter“

Aber woran liegt der Absturz des Tim Wiese beziehungsweise der TSG wirklich? Es nur an der Person Wiese fest zu machen wäre falsch. Betrachtet mach sich die Spiele, so kann man sehen, welch eklatante Fehler die Hintermannschaft macht. Kaum zweikampfstark, kein Selbstbewusstsein und ein Keeper, der nicht immer Schuld daran ist, sich aber auch einige Patzer leistete. Nur ist das nichts Neues bei Wiese. Unvergessen sein Fehler in der Champions League gegen Turin, der Bremen damals den Einzug ins Viertelfinale kostete. In den zwei Spielzeiten vor seinem Wechsel hielt er nicht mehr überragend, gut, aber eben nicht überragend. Immer im Ligaschnitt der Keeper. Sein Vorgänger in Sinsheim war gut, auch nicht überragend, doch er war vor allem eins, was Wiese nicht ist. Tom Starke war enorm beliebt bei den Fans.

Tim Wiese kam schon als „Ungewollter“ in den Kraichgau. Starke war Identifikationsfigur der Anhänger, der exzentrische Ex-Bremer ist es keinesfalls. Auch Markus Babbel war nicht klug beraten, gerade ihn zum Kapitän zu machen. Sicher kann er Leader werden, doch mit einer Fanmauer gegen sich, passiert es nicht automatisch.

Sebastian Rudy verzweifelt

Versagt die Mannschaft?

Bei den Fans hätte er mit richtig starken Paraden für Liebe sorgen können, doch es misslang bisweilen. Aber was soll er auch machen, wenn seine Abwehr versagt? Wenn die Mannschaft keinen Willen zeigt? Kein Selbstbewusstsein hat? Trainer Babbel brachte es unter der Woche auf den Punkt: „Sie denken: Das machen wir jetzt so, wie wir meinen. Und wenn‘s nicht funktioniert, hören wir wieder auf den Trainer. Das langweilt langsam.“ Diese Worte zeigen es, der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr, kann sie nicht mehr motivieren.

Babbel ist kein schlechter Trainer, ebenso wenig wie Tim Wiese kein schlechter Schlussmann ist, doch es beschleicht einem immer mehr das Gefühl, dass Wiese/Babbel und Hoffenheim einfach nicht zusammen passen wollen. Babbel auf dem Abstellgleis und Wiese Nummer zwei. Vielleicht denkt sich Wiese in diesen Tagen der besinnlichen Zeit auch, ‚Mensch, bei Real Nummer zwei wäre doch besser gewesen als bei Hoffenheim’. Recht hätte er.

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