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KOMMENTAR - Nach dem 1:1 bei Borussia Dortmund verbot Fortuna Düsseldorfs Manager Wolf Werner seinen Spielern, Interviews gegenüber „Sky“ zu geben. Eine unkluge Aktion.

Düsseldorf. Menschlich kann man Wolf Werner sehr gut verstehen. Der Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf ist sauer, er hat das Gefühl, dass sein Verein vom Pay-TV-Sender Sky diffamiert wird. Es ist sein gutes Recht, diese Ansicht zu vertreten. Und es ist auch nachvollziehbar, dass sich Emotionen in ihm aufstauten, als ihm am Dienstagabend beim 1:1 in Dortmund jemand steckte, erneut habe ein Sky-Kommentator schlecht über die Fortuna geredet.

Und manchmal müssen Emotionen einfach raus. Das Problem: Die Aktion, während laufender Kamera Kapitän Andreas Lambertz ein Interview bei Sky zu verbieten, war ein Eigentor. Werner hätte seinem Unmut selbst im Interview Luft machen können, er hätte das Gespräch mit dem Sender suchen können. So aber hat er den sensationellen Punktgewinn beim Deutschen Meister aus dem Fokus gerückt und einen Nebenkriegsschauplatz eröffnet, der – gerechtfertigte oder ungerechtfertigte Wut hin oder her – ein schlechtes Licht auf den Klub wirft.

Es entsteht der Eindruck, als hätte Fortuna Düsseldorf ein Glaskinn. Werner selbst sieht das anders, er sagt, er müsse den Verein schützen. Aber wovor? Vor den Kommentaren eines Reporters? Und vor allem: Auf welche Art und Weise?

„Heute geben wir Sky kein Interview, die haben uns vorher nur niedergemacht.“

- Wolf Werner zu Andreas Lambertz

Soll nun jeder Verein Sky mit Interview-Verboten belegen, wenn die Berichterstattung nicht gefällt? Das wäre eine traurige Entwicklung – und sie ist auch gar nicht möglich. Jeder Profiverein ist vertraglich verpflichtet, nach Schlusspfiff mehrere Spieler für Gespräche vor der Kamera zur Verfügung zu stellen, ob er will oder nicht. Dafür zahlt der Sender hunderte Millionen Euro.

Am Freitag spielt Düsseldorf gegen Frankfurt. Angesichts seiner Pflichten sollte der Verein schnell zur Vernunft kommen, um nicht Gefahr zu laufen, bestraft zu werden - und sich überlegen, wie er die Kritik an den Berichterstattern etwas cleverer vortragen kann.

EURE MEINUNG: Hat Wolf Werner Recht?

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