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Schweigen gegen Sippenhaft: Das steckt hinter „12:12“, dem Protest gegen das DFL-Sicherheitskonzept „Sicheres Stadionerlebnis“
Heute startet die „12:12“-Aktion, mit der Fans bundesweit gegen das geplante DFL-Sicherheitskonzept protestieren. Chaoten haben vorher neues Öl ins Feuer gegossen.
Düsseldorf. Das DFL-Sicherheitskonzept „Sicheres Stadionerlebnis“ erhitzt seit Wochen die Gemüter. Die ursprüngliche Fassung wurde von zahlreichen Profiklubs abgelehnt, und auch die überarbeitete sorgt für Zoff. Zweitligist FC St. Pauli hat bereits erklärt, er sei auch damit nicht einverstanden.Für Zoff sorgt vor allem die Idee der DFL, sogenannte „Vollkontrollen“ vor den Stadiontoren einzuführen, bei denen sich als „gefährdend“ eingestufte Fans in extra bereitgestellten Containern teilweise entkleiden müssen und durchsucht werden. Kritiker sind der Meinung, dabei würden Persönlichkeitsrechte verletzt.
Schweigen zu Spielbeginn
Darüber hinaus fürchten sich viele Fans vor Kollektivstrafen, von denen auch die mehr als 99 Prozent friedlichen Stadionbesucher betroffen wären. So debattieren Politik, Polizei und Verbände seit geraumer Zeit über die Reduzierung von Eintrittskartenkontingenten für Gästefans und die Abschaffung von Stehplätzen. Wenn es nach einigen Politikern und Polizeigewerkschaftern geht, sollen friedliche Fans für die Aktionen von einigen Querköpfen in Sippenhaft genommen werden.
Das geht gar nicht, meinen zahlreiche Fangruppierungen in ganz Deutschland und starten nun eine Protestaktion mit dem Titel „12:12“. Bis zum 12. Dezember – dann soll das Sicherheitskonzept bei der DFL-Vollversammlung verabschiedet werden – wollen sie in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden der Spiele ihrer Klubs schweigen – und damit erreichen, dass das Konzept eingestampft wird.
„Die Fans sind nicht das Problem“
Die Initiatoren sehen die deutsche Fankultur bedroht, sie sagen: „Die Fans sind nicht das Problem, sondern Bestandteil der Lösung.“ So steht es auf der Internetseite von „12:12“.

Dass viele Fans nur ins Stadion gehen, um Ärger zu machen, wissen auch die Initiatoren. Auch sie wollen, dass diese Chaoten ermittelt und bestraft werden – aber nicht die gesamte Kurve.
Bengalo-Ärger am Wochenende
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigte das vergangene Wochenende. Sowohl Hamburger Fans (in Düsseldorf), als auch Schalke-Anhänger (im eigenen Stadion) brannten bengalische Feuer ab und steckten so Transparente und Fahnen in Brand. Nur durch Glück wurde niemand verletzt. Beim Auswärtsspiel in Erfurt griffen Rostocker Fans Polizisten an und stürmten einen Stadioneingang, mehrere Beamten wurden verletzt.
| „Die Fans sind nicht das Problem, sondern Bestandteil der Lösung.“ - Die Initiative „12:12“
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Es war die hässliche Fratze des Fußballs, für die Chaoten sorgen, die ohnehin kein Interesse an einem Dialog haben. Sie haben jenen Fans, die sich vernünftig und ernsthaft mit dem DFL-Papier auseinandersetzen und ihre Ablehnung begründen können, einen Bärendienst erwiesen.
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