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Der deutsche Rekordmeister kann wieder brillieren. Eine 5:0-Gala gegen schwache Niedersachsen bringt neues Selbstvertrauen und nimmt die Angst vor dem schwarzen November.

München. Die Herbstdepression hat wieder einmal in München zugeschlagen. Jedoch bei weitem nicht so heftig wie im letzten Jahr. Der wesentlich breiter aufgestellte FC Bayern München hat den schwarzen November halbwegs unversehrt überstanden – wenn da nicht noch das unangenehme Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg wäre. Gegen Hannover 96 schossen sich die Münchner zu einer 5:0-Gala und sammelten bereits erstes Selbstbewusstsein für den kommenden Samstag. Aus München berichtet Maximilian Bensinger.

Sechs Minuten hat es gedauert, um die Allianz Arena wenigstens für einige Minuten zum Kochen zu bringen. Ein Einstandstor für Javi Martinez, das nicht nur spektakulär war, sondern auch extrem wichtig. Nur zwei Minuten später dann die Nachricht aus Mainz. Marco Caligiuri bringt den Hausherren in Führung!

Dortmund hält mit

Am Ende drehten die Dortmunder die Partie souverän und bewiesen einmal mehr, dass sie mit Rückständen wesentlich besser umgehen können, als beispielsweise der Tabellenführer aus München. Doch auch der deutsche Rekordmeister hat dem BVB etwas voraus. Gehen die Münchner nämlich in Führung, dann ist die Partie – rein statistisch gesehen – so gut wie entschieden.

Auch gegen Hannover untermauerten Kroos und Co. diesen Regelfall. Am Ende war es ein eindrucksvoller Sieg mit spektakulären Toren und der Erkenntnis, dass man kann – wenn man will…

Ähnlich, wie für die gesamte Mannschaft, hätte dies auch das Motto für Mario Gomez sein können. Der Sturmtank scheint ebenfalls positiv auf den neuen Konkurrenzkampf zu reagieren. Passsicher und abschlusssicher – das hätte ihm jeder Zuschauer an diesem Samstagnachmittag  attestiert. Karl-Heinz Rummenigge wollte sich an der Stürmerdiskussion jedenfalls nicht beteiligen, wohl auch mit dem Wissen, dass Mario Mandzukic seinen Platz nicht freiwillig hergeben wird. Eine heikle Situation. „Das entscheidet natürlich Jupp Heynckes“, so Rummenigge. Kurz zuvor ging der Kroate auf gleichem Wege an den Journalisten vorbei – wortlos.

„Am Samstag ist ja schon Dezember“

Viel lieber sprach Rummenigge von dem sich nun abzeichnenden Aufwärtstrend, pünktlich vor dem Kracher gegen Borussia Dortmund: „Dieser Sieg war wichtig heute, weil es auch eine Reaktion auf die zwei nicht so guten Spiele war.“ Bayerns Vorstandsvorsitzender scherzte über die immer wiederkehrende Novemberdepression beim deutschen Rekordmeister. „Ein Spiel haben wir noch. Am Samstag ist ja schon Dezember“, schmunzelte Rummenigge und wies damit dezent auf den Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund hin, der dieses Jahr auf den 1. Dezember fällt.

Philipp Lahm wies jegliche Gedanken an das Duell mit dem BVB von sich: „Wir haben uns die letzten Jahre in Freiburg immer schwer getan.“ Von einem schwarzen November will der Bayern-Kapitän aber nichts wissen: „Wir haben auch im November gezeigt, dass wir erfolgreich Fußball spielen können. Das haben wir heut auch wieder bestätigt. Das war heute ein sehr gutes Spiel für uns.“

Weder Aberglaube noch Euphorie gehören zu Lahms Vorlieben. Den Toreinstand seines spanischen Teamkollegen Javi Martinez kommentierte er dementsprechend nüchtern: „Ich glaube, er ist schon davor angekommen. Er ist schon voll integriert bei uns.“ Ein November-Spiel wartet also noch und Lahm hat das klare Ziel bereits mehrfach ausgesprochen: „Wir wollen mit mindestens neun Punkten Vorsprung in das Duell mit Dortmund gehen.“ Gegen Mithilfe von Fortuna Düsseldorf hätte er aber trotzdem nichts.

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