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Kloppo, Allofs, oder Rotsünder Feulner: Am Tag, an dem Dallas-Fiesling J.R. starb, gab es in der Bundesliga gleich mehrere Kandidaten auf die Rolle des „Bösewichts“.

Berlin. Am Tag, als Larry Hagman starb, wurde auch im deutschen Fußball eine Diskussion über den größten Bösewicht losgetreten. Jürgen Klopp sei quasi der J.R. unter den Trainern der Bundesliga, prangerte Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich im Deutschlandradio an. Klopps „Verbal-Draufhauen“ an der Seitenlinie während Spielen führten zu „gewaltsamen Exzessen an der Basis“, lauten die schwere Vorwürfe Fröhlichs.

Klopp reagierte einigermaßen entsetzt auf die Anschuldigungen; zu seiner allgemeinen Stimmungslage wird indes positiv beigetragen haben, dass seine Dortmunder drei Tage nach dem 5:1-Glanzlicht in der Champions League bei Ajax Amsterdam in Mainz mit 2:1 (2:1) den nächsten Auswärtssieg schafften. Und über die weiterhin neun Punkte Rückstand auf den FC Bayern München darf ihn hinwegtrösten, dass die Verfolger Schalke 04 und Eintracht Frankfurt sich beim 1:1 (1:1) gegenseitig die Punkte abnahmen, wodurch der BVB auf einen Schlag beide Konkurrenten überholt hat und nun - mit noch immer gehörigem Abstand - wieder erster Bayern-Jäger ist.

Beim Münchner 5:0 (3:0) gegen Hannover 96 setzte Javier Martinez mit seinem ersten Tor im Bayern-Dress früh im Spiel die internationalen Fallrückzieher-Wochen fort. Ebenfalls sehenswert war Toni Kroos' Seitfallzieher zum 2:0, Mario Gomez setzte 27 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Saisontor den Schlusspunkt.

Werder gegen Allofs

Zumindest regional ist Klaus Allofs zuletzt als Bösewicht auserkoren worden. Der Spielplan wollte es nun so, dass der langjährige Manager von Werder Bremen keine zwei Wochen nach seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber anzutreten hatte. „Es steckt noch viel Werder in mir. Meine Sympathien für Werder werden nie verschwinden“, erklärte Allofs am Spieltag dem Fernsehsender Sky. „Aber nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Jahren werde ich bemüht sein, erfolgreich mit dem VfL zu sein.“



Gegen Werder klappte das mit einem 1:1 (0:1) im Heimspiel nur bedingt. Beim Tor von Marko Arnautovic riss Bremens Trainer Thomas Schaaf die Arme zum Jubel hoch, während Allofs tief in seinen Sessel rutschte. Zur Freude des Managers war dann jedoch der Ex-Bremer Diego maßgeblicher Wegbereiter des Ausgleichs durch Bas Dost.

Einen J.R. brauchte es nicht bei Fürth gegen Nürnberg. Dieser fränkische Clasico fand in seiner 255. Auflage erstmals auf Bundesliga-Niveau statt - und auch dort angekommen, sehen Grün-Weiß und Rot-Schwarz im jeweils anderen den größten Schurken. Beim schiedlichen 0:0 drängte Schiedsrichter Felix Brych durchaus intensiv in die Bösewicht-Rolle. Er schickte nach nur etwas mehr als einer halben Stunde Markus Feulner mit Rot vom Platz und nach 60 Minuten auch Sercan Sararer, ein gebürtiger Nürnberger in Fürther Diensten. Die aus „Club“-Sicht jedoch wichtigste Botschaft: Der Rivale wartet auch nach dem Derby weiter auf seinen ersten Heimsieg in der Bundesliga und bleibt ebenfalls auf einem Abstiegsplatz.

Besser lief es in dieser Hinsicht bereits am Freitag für Fortuna Düsseldorf. Das 2:0 gegen den Hamburger SV war der erste Heimsieg in der Bundesliga seit 15 Jahren. Etwa zur gleichen Zeit schloss in Texas Larry Hagman seine Augen.

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